Hinter dem Buchdeckel: Covergleichheiten

25 Juli 2011 |

Obwohl zu diesen Beitrag hinter dem Buchdeckel nicht passt. Denn es geht hier um das, was auf den Buchdeckel zu finden ist: Das Gesicht des Buches.
Verschiedene Bücher, verschiedene Inhalte, aber dasselbe Cover. Covergleichheiten gibt es öfter und speziell in der Buchwelt. Man läuft die Regale hinab, egal ob virtuell oder real, sieht ein ansprechendes Buch, prägt sich das Bild ein und auf einmal begegnet es zwei Reihen später einen wieder. Selbes Outfit, aber ganz anderer Name. Moment... kann das überhaupt sein? War der Titel von dem anderen Buch vielleicht der Allergleiche und man hat es nur nicht erkannt?
Nein, man hat sich nicht vertan. Es haben zwei Bücher, die selben Cover. Doch wie kommt das zustande? Wieso haben manchmal Bücher die selben Cover oder zumindest Ähnlichkeiten in ihrer Optik aufzuweisen? Die selbe Frau ist eventuell nur spiegelverkehrt abgebildet und hat andere Accessoires um ihre Silhouette herum.
Doch nicht nur im Buchbereich. Man sehe sich diese beiden Cover mal an.


Links haben wir das Buch "Rückkehr von den Sternen" von Stanislaw Lem und rechts haben wir das Album "Phobia" von Breaking Benjamin.
Das Originalbild gibt es auf Getty Images und stammt vom Photographen Kamil Vojnar und er scheint beliebt. Schließlich gibt es hier gleich nochmal ein Cover, wo eins seiner Photographen verwendet wurde.

Das Originalbild ist auch wieder auf Getty Images zu finden.

Woher kommt das?
Getty Images ist nicht das einzige Portal, dass eine Verkaufsfläche für Künstler und Photografen bietet um ihre Bilder oder einfach auch nur Recht an ihren Werken zu verkaufen. Denn das ist es, was man bei diesen Portalen bekommt. Lizenzen und Rechte um die Bilder zur weiteren Verarbeitung verwenden zu können. Jetzt fragt man sich vielleicht, warum denn die Verlage nichts selbst auf die Beine stellen, ihre Cover passgerecht machen? Das wird teilweise auch gemacht. Man nehme die Bücher von Harry Potter. Die Cover hat alle ein Illustrator passend für die Reihe entworfen, im Auftrag vom Verlag. Doch das kann man auch nur machen, wenn Bücher auch wirklich große Auflagen haben. Denn die Realisierung von Foto-Shootings oder die Beauftragung eines Illustrators kostet Geld. Und diese ganzen Schritte bis zum Cover kosten weitaus mehr Geld, als wenn man sich einfach ein Bild "kauft" und dies nach seinen Wünschen von Graphiker überarbeiten lässt. Das spart Geld, was wo anders eingesetzt werden kann um die jeweiligen Bücher im Markt zu platzieren. Oft bekommen dann Neuauflagen neue Gesichter, da sich dann auch ein angepasster Buchdeckel lohnt.
Obwohl es auch andere Gründe dafür geben kann. Bei der Taschenbuchausgabe von Kai Meyer war ein Cover designt worden. Aber kurz vor dem Druck wurde einstimmig beschlossen die Taschenbücher "weiblicher" erscheinen zu lassen. Somit hat man sich auch wieder ein Gesicht, auf einen dieser Portale, gesucht um noch schnell ein neues Buchgesicht zu erstellen. Aber meist ist der Hauptgrund das Geld oder eben der Zeitdruck, der eben zu solchen Covergleichheiten führt. Alle Verlage gehen bei dem selben Portalen shoppen.

Für die angesprochene "Verweiblichung" der Cover der Sturmkönige-Trilogie für die Taschenbuchausgabe von Kai Meyer, habe ich hier die Bilder. Die drei Bilder stammen alle von istockphoto.
Originalbilder

Kommentare:

  1. Kommmt auch vor, das Buchtitel einander ähnlich sind. Siehe meinen Artikel zu diesem Thema.
    Zu finden unter:
    http://leereseiten.wordpress.com/2011/05/06/ahnliche-titel-bzw-bezeichnungen/

    Gruß Günther

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  2. ein user auf "hierschreibenwir.de" hat mich letztens darauf aufmerksam gemacht: Das Mädchen auf der englischsprachigen Version von "13 Reasons why" ist das gleiche wie das auf der deutschen Version von "19 Minuten". Finde ich total komisch! O.o

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  3. Oh wow, die Frau von Dschinland erkennt man auf dem Originalfoto kaum wider... "Du wurdes gephotoshopt!" :D

    Wie kreativ manche Leute doch sind :)

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