Rezension: Die Kannibalen von Candyland von Carlton Mellick III

28 Juli 2011 |

Zum Buch

Originaltitel: The Cannibals of Candyland
Verlag: Festa
Format: Gebunden
Seiten: 160
ISBN 978-3-865-52095-1
Preis: 16,80 €

Künstlicher Erdbeerduft
und seine Folgen

Als Franklin Pierce im Park mit seinen Geschwistern war, sah er eine Zuckerfrau zum ersten Mal. Sie tötete seine Geschwister und Franklin kam mit seinen Leben davon. Seitdem hat Franklin sich geschworen seine Geschwister zu rächen und den Menschen zu zeigen, dass es die Zuckermenschen gibt. Auf einmal begegnet er einen Zuckermenschen wieder und verfolgt ihn ins Reich der Zuckermenschen. Doch dort angekommen wird er von der gleichen Zuckerfrau gefangen genommen, die seine Geschwister auf den gewissen hat und muss sich der Zuckerfrau fügen.

Dieses Buch ist etwas Besonderes. Es ist nicht für jedermann geschrieben und manche werden denken: Was zur Hölle ist das? Aber es ist auch ein literarisches Highlight. Carlton Mellick III hat ein zwar dünnes, aber sehr interessantes Buch verfasst. Die Idee hat mir einfach gut gefallen und ich war oft hin und her gerissen zwischen Ekel, aufgrund des Kannibalismus der Zuckermenschen und den doch oft sehr blutigen und exzessiven Szenen, und Faszination. Die Geschichte hat die ein oder andere Wendung, die einfach überraschend ist und man findet sich irgendwie seltsam verbunden zu den skurrilen Charakteren in diesem Buch. Was ich sehr gut fand, war die Tatsache, dass der Autor den Zuckermenschen auch eine eigene Kultur gegeben hat, die zwar sehr vom Unterwerfung und Unterartung geprägt ist, aber trotzdem einen guten Gegenpol zu unsere Gesellschaft bildet. Anfangs hatte ich meine Bedenken bei diesem bizarren Roman, doch gegen Ende muss ich sagen, dass er durch seine Andersartigkeit einfach nur eine Kuriosität bildet, die keineswegs negativ ist. In einen Rutsch musste ich dieses Buch lesen, weil es einen einfach fesselt. Der Schreibstil von Carlton Mellick III ist auch sehr angenehm, denn er hält sich nicht mit unnötigen Details auf und er gut auf den Punkt gebracht. Ich hätte noch gerne weitergelesen und mehr über die Zuckermenschen erfahren. Das Ende hat mich übrigens traurig gestimmt, es war irgendwie herzergreifend.
Die Aufmachung des Buches fand ich auch einfach toll. Wo gibt es bitteschön schon Bücher, die nach einen künstlichen Erdbeer-Duft riechen? Obwohl ich jetzt sagen muss, dass eine Kiwi-Note mitschwingt, die mir vor dem Lesen nicht aufgefallen ist. Wer das Buch gelesen hat, wird wissen, was ich meine. Das Cover ist auch einfach passend, obwohl ich es auch etwas abschreckend finde, aufgrund des Blutes. Aber es passt zum Buch und wer sich von diesen Cover schon abschrecken lässt, verpasst etwas. Die rosa Seiten sind auch eine schöne Idee und sie stören beim Lesen auch nicht.

Fazit

Die Kannibalen von Candyland wird nicht jedem gefallen. Das Genre Bizarro Fiction, welcher er seinen Büchern selbst gegeben hat, passt perfekt zu diesem Buch. Wer aber ein Fan von kurioser und außergewöhnlicher Literatur ist, wird dieses Buch lieben. Amazon.de hat darüber gesagt: „Mellick III ist der Tim Burton der Literatur.“ Diese Aussage kann ich nur unterstreichen. Es wird nicht mein einziger Carlton Mellick III bleiben!

★★★★★

Kommentare:

  1. Das Buch hab ich mir jetzt schon öfters mal genauer angeguckt, ich find es hört sich echt toll und sieht super aus! Jedenfalls eine tolle Rezension :)
    Liebe Grüße,
    Belle

    AntwortenLöschen
  2. Eine schöne Rezension. Von dem Buch habe ich auch gutes gehört. Jetzt hast du mich noch neugieriger gemacht :). Liebe Grüße, Diti

    AntwortenLöschen
  3. Das sieht gruselig aus die Zucker Frau ist voller Blut

    AntwortenLöschen