Rezension: Der Albtraum von Erica Spindler

25 August 2011 |

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Originaltitel: Cause for Alarm
Format: Taschenbuch
Seiten: 480
ISBN-13: 978-3899418743
Preis: 7,95 €

Wenn die Adoption zum Albtraum wird

Julianna ist schwanger und sie hat es den Mann verheimlicht, von dem sie erfahren musste, dass er zum Morden fähig war. Als sie ihm gesteht, dass sie mit ihm eine Familie gründen wollte und heimlich die Pille abgesetzt hat, drängt er sie zur Abtreibung. Doch es ist schon zu spät. Sie muss das Kind zur Welt bringen und flieht aus Washington nach New Orleans, wo sie beschließt ihr Kind zur Adoption freizugeben. Als die Agentur ihr Profile von verschiedenen Paaren mitgibt, findet sie speziell eins perfekt für ihr ungewolltes Kind. Kate Ryan soll ihr Kind bekommen und sie nimmt sich ihren Ehemann Richard zu Eigen. Sie hatte sich sofort in ihn verliebt und das anhand von ein paar Worten. Julianne beginnt Kate den Mann auszuspannen. Sie fügt sich immer mehr Kates Verhalten und Aussehen an um Richard zu gefallen. Sie nimmt einen Job in seiner Kanzlei an und ihm nahe zu kommen. Immer mehr mischt sie sich in das Leben der beiden ein und zerstört damit ihre Ehe. Doch nicht nur ihre fängt an in Stücke zu reizen. Geblendet von ihrer Liebe zu Richard hatte sie den Mann nicht bedacht, der der Vater von Kates Adoptivtochter ist. Die Ereignisse überschlagen sich und alles entwickelt sich immer mehr zu einen Albtraum.

Erica Spindler entwirft in ihren Roman ein Psychodrama mit viel Thrill. Die Spannung ist gut aufgebaut und steigert sich mit jeder Seite. Man fiebert mit und findet Gefallen an der Geschichte. Doch leider ist sie in meinen Augen sehr vorhersehbar. Große Überraschungen birgt die gesamte Story nicht, doch trotzdem wird die Spannung gehalten und flacht nicht ab. Das Interessante an diesem Buch ist nicht unbedingt die Geschichte selbst, sondern die Charaktere, die der Autorin einfach fabelhaft gelungen sind. Die Protagonisten der Geschichte wirken einfach lebendig und realistisch. Sie kommen einen nah und ihre Gefühle sind einfach verständlich. Dabei bleiben sie facettenreich und zeigen, dass sie menschlich sind. Diese Persönlichkeiten bringen Leben in den etwas blassen Thriller, so dass man ihn doch gerne liest. Hier hat Erica Spindler eine wirklich tolle Charakterstudie hingelegt. Die Ängste und die Panik waren greifbar und die Atmosphäre die dadurch geschaffen wurde, riss einen einfach mit.
Trotzdem muss man anmerken, dass es der Autorin manchmal nicht gelungen ist die Grenze zwischen Romantik und Kitsch zu finden, so dass manche Szenen schon sehr scharf an der Kante der Schnulze liegen. Aber es bleibt im Rahmen des Ertragbaren, so dass man es nur ein kleinen Negativpunkt werten kann.

Fazit

Trotz der vorhersehbaren Geschichte ist dieser Psychothriller spannend und glänzt vor allem durch seine detailreichen und liebevollen Charaktere und unterhaltet einen gut.

★★★★☆

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