Rezension: Kopfschuss von Oliver Dreyer

05 August 2011 |

Zum Buch

Verlag: UBooks
Format: Taschenbuch
Seiten: 142
ISBN 978-3-866-08143-7
Preis: 9,95 €

Wenn der erste Schuss fällt

An seinen 18. Geburtstag lässt Mathias seinen grausamen Plan Realität werden. Er will sich an denen rächen, die sein Leben zerstört haben. Er geht seine Abschussliste durch und läuft immer mehr durch die blutverschmierten Gänge des Gymnasiums. An seiner Seite ist ==headshot==, der schon in der Schule gefürchtet und gemieden wird. Mit ihm lässt er seinen Plan zur Wirklichkeit werden und richtet ein Blutbad an. Doch dabei ahnt er nicht, wer noch auf seiner Abschussliste landen wird.

Dieses Buch nimmt einen mit in das Gehirn eines Amokläufers. Man fühlt mit ihm, man kann seine Gewaltlust urplötzlich verstehen und erfühlen und merkt, wie man immer mehr zu Mathias wird, der durch die Schulgänge mit seiner Glock läuft um sich an denen zu rächen, die ihn leiden lassen haben. Dabei haben wir immer wieder Sequenzen aus einem Ego-Shooter wie Rückblenden, die erklären was Mathias dazu gebracht hat vom Opfer zum Täter zu werden. Sein Schicksal ist kein leichtes und je mehr man aus seinen Leben erfährt, desto mehr kann man seine Taten verstehen. Wer aber glaubt, dass die Komponente mit dem Shooterspiel darauf abzielt, dass das Spiel Schuld daran ist, täuscht. Denn dieses Buch zeigt auf, dass eben nicht die Spiele selbst, sondern das Umfeld das gravierende Problem sind. Der Shooter verstärkt und hemmt nur die Gewaltbereitschaft ist aber nicht der Auslöser. Er ist nur eine kleiner Teil von einer großen Anstauung von Aggression und genau das hat mir an diesen Buch sehr gut gefallen. Das Spiel verschmilzt immer mehr mit der Realität und die Grenzen verwischen immer mehr. Das Ende des Buches war für mich einfach nur überraschend und der Schreibstil des Autors lässt seinen wirklich atemlos. Das Buch muss man fast in einen Rutsch lesen, weil es einem nicht mehr loslässt.

Fazit

Kopfschuss ist ein Buch über das Thema Amoklauf, aus der Sicht des Amokläufers. Ich würde es gerne als Schullektüre in Schulen sehen, obwohl es wohl dafür in manchen Stellen zu brutal ist. Denn auf Distanz geht der Autor nicht. Er führt das Wortobjektiv direkt auf die Szenen und das macht Kopfschuss einfach zu einen wirklich genialen Buch über die Problematik Amoklauf.

★★★★★

Kommentare:

  1. Au das Buch klingt sehr interessant. Vielleicht sollte ich mir das auch mal zulegen. Das Thema interssiert mich sehr! Schöne Rezi!

    AntwortenLöschen
  2. Das Cover ist ja schon angsteinflössend. Und wenn ich immer etwas über Amoklauf an Schulen höre, kriege ich es wirklich mit der Angst zu tun. Ich habe das Ganze einmal hier bei uns in Erfurt miterlebt und kann es gar nicht beschreiben, wie schlimm das war.
    L.G.
    Sabine

    AntwortenLöschen
  3. Wuhha, als ich das Cover gesehen habe, habe ich mich ersteinmal erschreckt.
    Das lößt schon ein komisches Gefühl in einem aus.

    Ein Buch mit einem Interessanten Thema was aber einen faden Beigeschmack hinterlässt.

    Ich werde es mir auf jeden Fall mal anschauen.

    LG Sumpflicht

    AntwortenLöschen