Rezension: Die Bestien von Brett McBean

01 September 2011 |

Zum Buch

Originaltitel: Torment
Verlag: Festa
Format: Taschenbuch
Seiten: 352
ISBN-13: 978-3865521323
Preis: 13,95 €

Gejagt wie ein Tier

Als Jim Clayton plötzlich in Billings landet, weiß er noch gar nicht welches Grauen auf ihn zukommt. Nach achtzehn Jahren hinter Gitterstäben fuhr er mit seiner Harley quer durch Amerika und weiß selbst nicht so recht wie er in diese Kleinstadt gekommen ist. Doch wenn er schon dort war, konnte er auch dort sich nach einer Übernachtungsmöglichkeit umsehen. Als er die Kneipe ansteuert und dort nach guten Plätzen fragt, muss ihn der Barkeeper enttäuschen. Doch bevor er aufbrechen wollte, hört er aus dem Toilettenfenster Geräusche, die ihn neugierig machen. Als er hindurchsieht, sieht er einen Mann, der eine junge Mädchen zu belästigen scheint. Er stürmt raus und verprügelt den Mann, dass Mädchen kann fliehen, doch er wird von diesem Mann überwältigt, der auch noch Chief dieser Kleinstadt ist. Er wird zu einer Hütte in den Ridge Mountains gebracht, während in der Stadt über ihn das Gerücht, des alkoholtrinkenden Unruhestifter unter das Volk gebracht wird. Denn Jim Clayton soll gejagt werden wie ein Tier. Doch bevor es so weit ist, soll er im Keller der Hütte bleiben und trifft dabei Craig, einen verwirrt wirkenden Mann, der über Dosen redet, die Seelen in sich tragen. Jim kann ihm das kaum glauben. Aber er muss erkennen, dass Craig die Wahrheit gesprochen hat.

Schon der Prolog des Buches hat es in sich und verspricht Nervenkitzel und Grauen Seite um Seite. Und dieses Versprechen kann gehalten werden. Obwohl es nach dem Prolog noch anfangs ruhig zugeht, kommt die Gewalt und Brutalität dieser Menschenjagd immer mehr auf dich zu, wie eine Angst, die sich in dein Fleisch gräbt. Man ist fassungslos was dort geschieht, denkt sich jedes Mal auf Neue: Kann es so viel Grauen und Gewissenlosigkeit überhaupt geben? Und wird doch noch einmal mehr überrascht und neuen Ekel ausgesetzt. Dieses Buch ist ganz sicher nicht für Leute, die mit Brutalität nicht umgehen können. Die Charaktere sind durchweg gut gestaltet und man merkt den Jägern ihre eiskalten und perversen Persönlichkeiten an. Da bleibt eine derbe Sprache natürlich nicht aus. Sie wirkt aber niemals fehl am Platz. Die Kleinstadtbewohner sind dabei vollkommen ahnungslos, was für Perversionen sich in ihrer Stadt abspielen. Als Leser ist man oft nur noch fassungslos und liest immer weiter gebannt weiter durch das Grauen, obwohl mich die Geschichte leider nicht ganz überzeugen konnte. Der feste Bestandteil mit den Dosen, die Seelen in sich tragen, war mir an manchen Stellen etwas zu viel. Es war eine interessante Idee, aber ohne sie hätte mir dieser Psychothriller besser gefallen und man hätte eine wirklich erschreckende Charakterstudie entwickeln können. Denn so entwickelte sich der eigentliche gekennzeichnete Psychothriller immer mehr zum Horrorbuch mit Voodoo-Touch. Trotzdem bleibt die Idee mit den Seelen ein sehr interessanter Aspekt, aber ich hätte ihn mir in einer anderen Geschichte weitaus besser vorstellen können. Es mildert aber die Spannung des Buches keineswegs ab. Man bleibt an den Worten haften und will immer weiter lesen und in diese kranke Welt hineintauchen.

Fazit

Die Bestien hat seinen Buchtitel verdient. Denn die Menschen, die dort ihre Perversionen Realität werden lassen, sind wahrlich Bestien. Das Buch ist nicht für Leute geeignet, die mit drastischeren Schilderungen umgehen können. Für alle anderen ist ein spannender Thriller mit Horrorelementen, der einen oft sprachlos lässt, obwohl er ohne den Seelendosen-Plot weitaus besser gewesen wäre!

★★★★☆

1 Kommentar:

  1. Ah, *neid*, das Buch klingt so spannend, das würde ich auch gerne mal lesen. Mal sehen, ob ich mir das irgendwann mal kaufen werde. Danke für die Rezi!

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