Hinter dem Buchdeckel: Buchpreisbindung in Deutschland

12 September 2011 |

 In jeder Buchhandlung oder jedem Onlineshop begegnet man ihr: der Preisbindung. Bücher werden nicht reduziert, man bekommt keine Rabatte, sie kosten immer und überall gleich in Deutschland. Doch warum ist das so? Für was haben wir eine Buchpreisbindung?

Was ist die Buchpreisbindung?
Bei der Buchpreisbindung werden die Verkaufspreise von den Verlagen festgelegt. Diese dürfen dann nicht mehr geändert werden. Diese Festsetzung von Preisen ist durch das Buchpreisbindungsgesetz festgelegt und betrifft alle verlegten Bücher, Musiknoten und kartographischen Produkte, deren Hauptabsatzmarkt in Deutschland liegt.

Wieso gibt es eine Buchpreisbindung?
Gründe für diese Preisbindung sind vor allem um eine große Angebotspalette bieten zu können. So haben Kleinverlage die Chance ihre Preise an den großen Publikumsverlagen anzupassen, so dass der Wettbewerbsdruck gemildert wird, wie auch können Bücher, deren Auflagezahlen geringer sind, verlegt werden, aufgrund eines genauso hohen angesetzten Preis wie für die auflagenstarken Bestseller. Hauptgrund war dabei, dass „Kulturgut“ Buch zu bewahren. Zudem haben die kleinen Buchhandlungen, dieselben Absatzmöglichkeiten wie die Buchhandlungsketten, da die Preise der Bücher genau gleich sind. Durch diese kleinen Buchhandlungen wird die flächendeckende Versorgung mit Büchern gesichert.

Wann entfällt die Buchpreisbindung?
Wenn Bücher als Mängelexemplare deklariert werden. Dann ist die übliche Preisbindung aufgehoben, wie auch Bücher, die aus anderen Ländern importiert werden wie z. B. aus Großbritannien oder den Vereinigten Staaten.

Kommentare:

  1. Das ist superinteressant. Wusste zwar schon den Grund, aber toll dass du das noch mal so aufgeführt hast. Ich kaufe Bücher bei meinem kleinen Buchhändler u. wir haben uns neulich auch über die Buchpreisbindung unterhalten. Nur so hat er die Chance eine eigene Buchhandlung zu haben. Man stelle sich nur mal vor, wie ohne Preisbindung ein 16,95€ Hardcover bei A...on oder den ganz großen Buchhandelsketten 9,95€ kosten würde. Klingt verlockend für den Verbraucher, aber alle kleineren Buchhändler würden verschwinden.
    LG,
    Damaris

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  2. Hej, kleiner Tipp von mir (als Buchhändlerin): die Buchpreisbindung ist auch dann aufgehoben, wenn der Verlag sagt "Ladenpreis aufgehoben", dann kann der Sortimenter bzw. der Buchverkäufer den Preis selber bestimmen.
    Falls du noch Fragen hast, melde dich gerne! Ich beantworte gerne Fragen in der Richtung.

    Liebe Grüße, Franci

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  3. Hallo bin deine Neue Leserin magst du bei mir auch schauen?! :)
    http://angiibuchlounge.blogspot.com/

    GLG Angii :)

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  4. Naja, ob die Buchpreisbindung jetzt sinnvoll ist, darüber lässt sich trefflich streiten.

    Am meisten verdienen daran nicht die kleinen Buchläden, sondern die großen Handelsketten. Denn es ist gerade keine Zwischenhandelspreisbindung. Große Handelsketten können für sich beim Verlag Rabatt herausschlagen. Und auch ein kleiner Händler, der mal sagt, wir machen eine Woche Jubiläumsverkauf und geben 5% Rabatt auf alles, darf das nicht, sonst wird er teuer abgemahnt.

    So wie es zur Zeit geregelt ist, wird eigentlich nur der Verbraucher über den Tisch gezogen. Da kann ich jeden verstehen, der im EU-Ausland seine deutschen Bücher bestellt. In manchen britischen Shops sind deutsche Bücher durch die Bank 5-10% günstiger…

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