Rezension: Für immer tot von Bernhard Aichner

08 September 2011 |

Zum Buch

Verlag: Haymon
Seiten: 240
ISBN 978-3-852-18882-9
Preis: 12,95 €

Max-Broll-Krimis

1. Die Schöne und der Tod
2. Für immer tot

Lebendig begraben und die Uhr tickt

Als Max Broll, ein Totengräber, auf einmal das Seniorenhandy in seiner Hand hält, fragt er sich wie es auf die Kommode gekommen ist. Denn seines ist es nicht und so geht er die Tasten durch und spricht auf einmal mit seiner Stiefmutter, die ihm erklärt, dass sie in ihrer Wohnung von einem Mann überwältigt und entführt wurde und dann schließlich irgendwo im Wald, mitten in einer Kiste, begraben zu werden. Sie hat Luft, aber sie weiß nicht wie lange sie dort ausharren kann, doch sie hat den Mann erkannt, der sie in diese Situation gebracht hat: Leopald Wagner, der „Kindermacher“, der Frauen zu Kindern verholfen hat, doch das Sperma ihrer Männer mit seinen Eigenen ausgewechselt hat um viele Exemplare seiner selbst in die Welt zu setzen. Brolls Stiefmutter hat damals die Ermittlungen geleitet und ihn in den Knast gebracht. Doch die Polizei schließt aus, dass er es gewesen ist. Er sitzt seit achtzehn Jahren hinter Gittern. Max Broll glaubt aber seiner Mutter und sucht mit seinen besten Freund Baroni, ein ehemaliger Fußballstar, Wagner im Gefängnis auf und versuchen mit aller Gewalt die Wahrheit herauszufinden und müssen mit den Konsequenzen rechnen.

Was soll man zu diesem Krimi bloß sagen? Er erfüllt einfach alles, was ein solches Werk benötigt. Die Charaktere sind einem sofort sympathisch und könnten einer deiner besten Freunde sein. Die Männerfreundschaft zwischen Max und Baroni ist richtiggehend spürbar und macht die beiden zu zwei lebensechten Zeitgenossen und man merkt das diese beiden durch dick und dünn gemeinsam ihren Weg bestreiten, komme was wolle. Und es kommen viele Überraschungen auf die beiden zu. Der Täter ist von Anfang an klar, man sucht somit nicht nach dem Täter, sondern nach den Beweisen, wie es Leopald Wagner gelungen ist die Stiefmutter von Max Broll zu entführen, obwohl er doch im Gefängnis sitzt. Dabei gehen sie viele Risiken ein, die sie einfach menschlich machen. Dabei bleibt der Plot niemals langweilig, an der nächsten Ecke lauert wieder eine neue Erkenntnis und in der nächsten Kurve sieht es wieder anders aus. Man weiß bis zum Schluss nicht was wirklich Sache ist und wird am Ende auch nochmal ziemlich überrumpelt und überrascht. Der Schreibstil von Bernhard Aichner unterstreicht dabei die gesamte Geschichte wunderbar. Humoristisch, durchaus bewusst, dass manches etwas grotesk wirkt, bringt er den Leser durch seinen Krimi mit einer Sprache, die wie Schnappschüsse aus dem Leben der beiden wirkt. Anaphern und Parallelismen sind seine besten Freunde und man durch die Bildergallerie der Emotionen zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Vermutungen und Irrtum gejagt ohne verschnaufen zu können. Denn diesen Krimi muss man in einen Rutsch lesen. Er fesselt einen und lässt einen nicht mehr aus seinem Netz heraus bis zur letzten Seite.

Fazit

Bernhard Aichner hat hier einen exzellenten Krimi hingelegt. Mit Charme, Witz und Esprit wird hier eine Geschichte erzählt, der es an nichts fehlt. Spannend, emotional und menschlich. Ein Krimi wie er sein sollte und damit ein Pageturner den man als Krimi- und Thriller-Fan gelesen haben sollte!

★★★★★

1 Kommentar:

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    LG Chrisy

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