Rezension: Der Augenjäger von Sebastian Fitzek

02 Oktober 2011 |

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Verlag: Droemer
Format: Gebunden
Seiten: 432
ISBN-13: 978-3426198810
Preis: 19,99 €

Reihe um den Augensammler

1. Der Augensammler
2. Der Augenjäger

"Behüte mich wie ein Augapfel im Auge"

Um die Warnung am Anfang des „Der Augenjäger“ aufzugreifen: Lest zuerst „Der Augensammler“ bevor ihr zu diesem Thriller greift. Euch würde viel zu viel Spannung verloren gehen und das nicht nur bei „Der Augensammler“. Alle die sich die Spannung von „Der Augensammler“ nicht verderben lassen wollen, sollten hier aufhören zu lesen und sich den Vorgänger holen.
Alexander Zorbach scheint seinen Sohn endlich nahe gekommen sein, doch das leider sieben Minuten zu spät. Das Limit ist abgelaufen er vermutet seinen Sohn tot in dieser Kiste vorzufinden. Doch stattdessen lächelt ihn eine Pistole entgegen. Sein Sohn lebt noch und er soll, nach Anweisung von dem Augensammler das Leben nehmen. Entschlossen, um Julian zu retten, drückt er ab und erschießt sich selbst.
Alina Gregoriev ist blind und besitzt eine Gabe. Durch Berührung von Personen, und unter Schmerzen leidend, kann sie in die Zukunft sein. Um Beweise zu finden, dass Dr. Zarin Suker, ein begabter Augenarzt, der seine Opfer die Augenlider abschneidet und sie darauf vergewaltigt, um ihn verurteilen zu können. Doch ihre „Erinnerungen“ bringen nicht nur Gutes mit sich.
Schon die ersten Seiten reißen einen gleich mit und den Boden unter den Füßen davon. Man ist fassungslos, erstaunt, geschockt, angewidert, verspürt Hass und Mitleid und ist gefesselt von der Geschichte. Die Gefühle kommen geballt und gepeitscht durch die Emotionen der einzelnen Charaktere blickt man immer mehr in die Psyche der Protagonisten, wie auch den Psychopathen selbst. Durch den wunderbar flüssigen Schreibstil werden die Charaktere zum Leben erwacht und ihren Gefühlen ausgesetzt. Wie sie immer zerbrechlicher werden, den Willen verlieren und sich trotzdem tapfer durch das Leben kämpfen. Psychologisch raffiniert wird man in die dunkle Welt der Opfer und den Psychopathen geführt, ohne dass die Gedankengänge übertrieben wirken. Vorangetrieben von der Neugier, ob das Grauen endlich ein enden finden wird, wird eine Seite nach der Anderen umgeblättert und die Außenwelt findet keinen Zugang mehr. Die Story ist zu überraschend, lässt einen immer wieder an die Wand fahren, in neue Sackgassen laufen und man weiß schon gar nicht mehr, welche Richtung die Geschichte nehmen wird. Scheint man sich sicher, was passieren wird, hat man sich wieder getäuscht und neue Erkenntnisse bringen die Theorie zu zerfall. Der Leser wird durch die Worte von Herr Fitzek gekonnt gelenkt und manipuliert. Man tanzt nach seiner Feder und findet einfach keine Auflösung für diesen Fall. Die Fragen spucken einen im Kopf herum und die Antworten bleiben unklar bis zur letzten Minute. Erst wenn der Buchdeckel zugeklappt wurde, weiß man erst was passiert ist. Wer, welche Fehler begangen hat, welche Motive die Taten hatten. Die Auflösung kommt mit einem Hammer daher, der einem den Atem raubt. Die Erkenntnis, die einen eiskalt erwischt, ist so überraschend, dass man erstaunt vor dem Ende steht und nur sehnsüchtig darauf warten kann, dass die Fortsetzung endlich erscheinen wird.

Fazit

Der zweite Thriller um den Augensammler steht seinen Voränger in Nichts nach. Sprachlich gut gezeichnete Charaktere treffen auf Tiefenpsychologie und Spannung von Anfang bis Ende. Einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören. Sebastian Fitzek ist zu Recht DER Star der deutschen Thrillerszene.

★★★★★

Kommentare:

  1. Hört sich auf jeden Fall sehr interessant an. Werd' ich mir merken. Übrigens schöne Rezension :)
    Books & Chocolate

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  2. Ich habe letzte Woche einen Psychothriller verschlungen und habe Blut geleckt . . . :-)
    Nach deiner Rezi könnte ich ganz gut mal "Der Augenjäger" versuchen.
    Erst muss ich nun aber gleich noch die Rezi zu meinem Psychothriller schreiben.

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