Rezension: Die Schöne und der Tod von Bernhard Aichner

30 Oktober 2011 |

Zum Buch

Verlag: Haymon
Format: Taschenbuch
Seiten: 256
ISBN 978-3-852-18827-0
Preis: 9,95 €

Max-Broll-Krimis

1. Die Schöne und der Tod
2. Für immer tot

Totengräber auf der Suche seiner Leiche

Der Totengräber Max Broll hat es nicht leicht. Als Marga, Schwester von seiner ersten großen Liebe Emma wie auch noch Bekanntheit im Dort, sich umgebracht hat, indem sie von Dach eines Hochhauses gesprungen ist, ändert sich für ihn alles. Nicht nur das er mit seinen früheren Gefühlen zu kämpfen hat, sondern auch mit der Beerdigung der Leiche. Sobald Marga unter die Erde gebracht wurde, wird sie auch wieder von irgendjemandem ausgegraben. In Verdacht gerät Augustus, ehemaliger Teilnehmer von Bauer sucht Frau und dadurch gewordener Mann von Marga, wie auch Kattnig, der Margas Karriere gefördert hat. Max beschließt selbst sich auf den Entführer der Leiche ausfindig zu machen. Zur Seite steht ihm Baroni, ein ehemaliger Fußballstar. Beide suchen sie nach Marga und begegnen noch tieferen Abgründen.

Die Charaktere des Krimis sind einfach herzerwärmend. Witzig und wie aus dem Leben gegriffen kommen einen der Protagonist Max Broll und seine Umgebung vor. Das österreichesche Dorf, in dem das Buch Platz nimmt, ist greifbar und fühlbar ohne zu klischeebeladen zu sein. Die Freundschaft zwischen Baroni und Max ist oftmals so herrlich gezeichnet, dass man sie einfach sympathisch finden muss und auch die Gedankengänge des Totengräbers kommen überzeugend daher. Die Melancholie und Verwirrtheit aufgrund der Situationen kommen niemals aufgesetzt oder unnatürlich rüber und sind für jeden Leser nachvollziehen. Man kann greifen wie sehr ihm die Lage teils überfordert und er trotzdem den Willen besitzt den Fall aufzuklären. Dabei immer mit den passionierten Blick eines Totengräbers auf der Spur des Täters. Die Sprache von Bernhard Aichner macht den Einstieg in die Geschichte zudem ziemlich leicht. In schnappschussartigen Schreibstil erzählt er die Dinge ohne zu distanziert oder fokussiert zu wirken. Die kurzen und prägnanten Sätze stören den Lesefluss nicht und halten trotzdem ein Niveau wie es Autoren mit ausschweifenderen Schreibstilen oft nicht gelingt. Aussagekräftige Dialoge, die aber niemals zu viel sind, bringt er mit spitzer Feder zwischen all der Tragik Wortwitz hinein, der die Geschichte auflockert und somit zu einem Lesegenuss macht und Aussagekraft besitzen. Die Geschichte selbst hingegen ist spannend, pointenreich und lässt immer wieder Überraschungen offen. Falsche Spuren werden gelegt und als Leser geht man gerne auf sie hinein bis zum Ende hin, der, obwohl doch früh klar wird wer es getan hat, überraschend daherkommt und Motive liefert, die man nicht erwartet. Dabei ist die komplette Handlung skurril und von einem schwarzen Humor durchzogen. Die gesamte Komposition macht diesen Krimi zu einer witzigen Groteske, die einen unterhält, zum Schmunzeln bringt und spannend bis zur letzten Seite bleibt. Die eigenwilligen, aber menschlichen, Figuren machen es möglich, dass nichts zu abwegig wirkt und damit plastisch geschildert ist.

Fazit

Skurril, schwarzhumorig und spannend mit Charakteren, die wie der Nachbar von nebenan wirken, gepaart mit einen Schreibstil, der wie eine Fotokamera wirkt, machen das Krimi-Debüt von Bernhard Aichner zu einer Krimigroteske, die man sich nicht entgehen lassen darf.

★★★★★

1 Kommentar:

  1. Hey, ich hab einen Award für dich. Schau doch mal auf meinem Blog vorbei. ^^

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