Hinter dem Buchdeckel: Wie verdient die Buchhandlung?

14 Januar 2012 |
Wie viel verdient eigentlich die Buchhandlung an einem Buch? Es gibt die Buchpreisbindung, die zu festgesetzten Preisen führt. Hat damit jede Buchhandlung den gleichhohen Gewinn an einen Buch?

Einkauf – wie errechnet sich der Einkaufspreis?
Es gibt verschiedene Schemata und Berechnungen für den Einkaufspreis, doch sie arbeiten immer nach demselben Prinzip.

Listeneinkaufspreis
- Rabatt
Zieleinkaufspreis
- Skonto
Bareinkaufspreis
+ Bezugskosten
Bezugspreis

Zur Erläuterung: Skonto ist ein zusätzlicher Preisnachlass, wenn man in einer bestimmten Frist die Rechnung bezahlt. Er hat den Zweck, dass man schneller seine Rechnungen begleicht.
Bezugskosten sind die Lieferkosten wie Transport und Zoll.

Wer mit Wirtschaft zu tun hat, dem wird dieses Schema vertraut und bekannt vorkommen. Aus diesen Komponenten berechnet sich der Bezugspreis, der Preis denn man am Ende für die Ware, die man eingekauft hat, begleichen muss.
Entscheidend für den Gewinn einer Buchhandlung ist schlussendlich der Rabatt, der je nach Einkaufsverhalten unterschiedlich sein kann.

Einkauf beim Verlag
Beim Verlag gibt es Rabattstaffeln, die sich nach dem beteiligten Umsatz rechnen. Im Endeffekt bedeutet es: Je mehr Bücher die Buchhandlung bei einem Verlag einkauft, desto höher werden die Rabatte, die man auf die Bücher bekommt. Damit sind die „Kosten“ für ein Buch günstiger und die Gewinnspanne wird größer. So verdient man mehr an einem Buch durch den günstigeren Einkauf.

Einkauf beim Großhandel
Oft werden Bücher über den Großhandel bezogen, wenn die Ware am nächsten Tag im Laden sein muss, um einen gewissen Service zu gewährleisten. Die Rabatte von den Verlagen gelten damit nicht. Über diesen „Zwischenhändler“ werden dann die Bücher erworben. Dabei ist der Einkauf beim Großhandel in der Regel teurer als beim Verlag und dieser hat wieder ein anderes Rabattverhalten und andere Preise als der Verlag.

Die Buchhandlung verdient mit dem Verkauf von Büchern ihr Geld. Je mehr Bücher von einem Verlag eingekauft, desto größer wird der Rabatt bei einem Verlag und damit der endgültige Gewinn an einem Buch. So variieren die Gewinne trotz Preisbindung und eine Wettbewerbsfähigkeit ist damit gesichert.

Kommentare:

  1. Das ist doch mal interessant!
    Schon wieder was dazu gelernt ;P

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  2. Ich finde deine Kategorie "Hinter dem Buchdeckel" sehr gut! Ich habe jetzt zwar noch nicht nachgeschaut, wie lange es Sie schon gibt und als (fertige) Buchhändlerin kenne ich das Meiste (oder alles?!); trotzdem eine super Idee! Besonders für die Blogger unter uns, die keinen Beruf im Buchhandel ausüben *nicht bös gemeint* Es ist für die Meisten eben richtig interessant (siehe obiger Kommentar)!
    Ich gebe zu, so eine Aktion auch schon mal im Hinterkopf gehabt zu haben (letztes Jahr), kann mich aber noch vage daran erinnern, dass mir am Rande dein Blog aufgefallen ist und ich die Idee dann wieder verworfen habe, da es nun schon ein Blog macht ;) Auf alle Fälle: WEITER SO!!! :)

    Liebe Grüße,
    Franci

    P.S.: Sorry, falls ich mich in meinen Gedankensalat irgwie verheddert haben sollte und du nur die Hälfte verstehst :P

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    1. Hi! Ja, du hast mir sogar schon Tipps gegeben wegen Literatur und wo ich meine Kategorie ausbauen könnte.
      Das war auch mein Grundgedanke: Den Leuten, die eben nicht mit Literatur arbeiten, die Branche etwas erklärlicher zu machen.
      Die Beiträge kommen teilweise unregelmäßig, weil ich immer sehen muss, was gerade interessant ist, aktuell und wie man es am Besten erklärt. Hinter den Post steckt ganz schöne Arbeit.
      Aber es lohnt sich! Ich habe ja bisher nur positives Feedback ;)

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  3. Die Kategorie "Hinter dem Buchdeckel" ist wirklich immer sehr interessant zu lesen. Und die Themen sind immer unterschiedlich und spannend. Weiter so!

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