Hinter dem Buchdeckel: Urheberrecht

14 Februar 2012 |

Das Urheberrecht ist ein wichtiger Punkt, speziell wenn es um künstlerische und kreative Werke geht. Es dient zur Sicherung des geistigen Eigentums, das durch Sonderrechte geschützt wird. Die Regelungen sind national abhängig und werden unterschiedlich gehandhabt. Aber, was ist Urheberrecht eigentlich?

Was ist Urheberrecht?
„Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes“ (§11 UrhG).

So ist es in Deutschland. Im Endeffekt heißt es: Man hat das absolute Eigentum über ein Werk. Sei es in geistiger (bei einem Buch der Inhalt) oder materieller Hinsicht (das Gemälde selbst). Damit wird gewährleistet, dass ein Autor sich vor Plagiaten, Kopien oder unerlaubter Vervielfältigung schützen kann. Durch das Urheberrecht wird das Recht auf seine Werke gesichert, so dass ein Schriftsteller das alleinige Entscheidungsrecht über sein Werk hat, außer er gibt sie an Dritte ab.
In Deutschland gilt es für „Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst“ (§1 UrhG). Mittlerweile fällt auch Software unter das Urheberrecht. Geschützt werden dadurch „persönlich geistige Schöpfungen“.
Beispielsweise ein Roman wäre eine „persönlich geistige Schöpfung“, bei
  • Persönliches Schaffen: das Buch muss von einem Menschen selbstständig geschrieben worden sein
  • Wahrnehmbare Formgestaltung: das Werk muss materiell vorhanden, also lesbar, und darf kein imaginärer Gegenstand sein
  • Geistiger Gehalt: das Buch muss eine Gefühls- oder Gedankenwelt haben, die den Leser stimuliert
  • Eigenpersönliche Prägung: das Buch muss seinen eigenen Stil haben, darf also keine anderen Bücher kopieren

Wie lange gilt das Urheberrecht?
Überall auf der Welt sind die Richtwerte anders. In Deutschland endet das allgemeine Urheberrecht nach 70 Jahre nach dem Tode des Urhebers (§ 64 UrhG). Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was passiert nach Verfall des Urheberrechts?
Nach Ablauf der Urheberfrist, gilt ein Werk als gemeinfrei. Was bedeutet, dass ein Werk von der Allgemeinheit verändert und weiterverwendet werden kann ohne das es die Einverständnis des Autors benötigt.

Wie nutzen es die Verlage?
Im deutschen Literaturbetrieb haben sich vor allem zwei Verlage auf Werke, die der Gemeinfreiheit unterliegen, gestürzt: Reclam und Hamburger Lesehefte Verlag. Sie publizieren copyrightfreie Werke, deren Urheberrecht erloschen ist.
Durch die Gemeinfreiheit können Bücher weitergedruckt und verkauft werden ohne Honorare oder Tatieme an den Autor und ehmaligen Urheber zahlen zu müssen. Es bleiben dem Verlag also nur die Produktions-, Verwaltigungs- und Vertriebskosten, welche die Preise des Werkes senken. Aufgrund dessen sind Werke von Autoren wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller oder auch Arthur Schnitzler um ein wesentliches günstiger, als es marktüblich für gleichwertige literarische Werke ist.

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