Produkttest: Weltbild eBook Reader 3.0

29 April 2012 |

Zum Reader

Maße: 12,6 x 1,3 x 17,5 cm
Gewicht: ca. 280g
Bildschirm: 17,7 cm (7") TFT-Farbdisplay
Speicherplatz: 2 GB interner Speicher, erweiterbar mit microSD/ microSDHC-Speicherkarte
Unterstützte eBook-Formate: EPUB, PDF, TXT, FB2, Adobe® DRM
Preis: 59,99 €

Eine günstige Alternative
zum Kindle

Der eReader überzeugt in seiner Optik durch Schlichtheit im Design, kann in rot, weiß oder klassischen schwarz bestellt werden und scheint auf den ersten Blick einen angenehmen und doch edelen Eindruck zu machen. Seine Oberfläche ist nicht glatt, sondern hat eine Mattheit, die man unter den Fingerkuppen spüren kann und eine Griffigkeit ermöglicht, die manch anderen multimedialen Medien fehlt. Die Tasten sind angenehm positioniert und man kann sich schnell über die Symbole einen Überblick über die jeweiligen Befehle verschaffen.
Doch, wenn er auch in seinem Aussehen nicht billig verarbeitet, merkt man den Preis im Detail des Gerätes. Das erste Problem stellt sich schon in der Bedienbarkeit des eReaders. Tasten reagieren nicht sofort und müssen oftmals mehrmals betätigt werden, bevor das Gerät den jeweiligen Befehl ausführt. Zwar geschieht es spätestens nach dem dritten Mal, kann aber einen auf Dauer Nerven kosten und das Lesevergnüngen unangenehm gestalten. Die Befehle wiederum überzeugen und erklären sich von selbst, ohne die Bedienungsanleitung einmal gelesen haben zu müssen, erschließt sich das Gerät von selbst und benötigt keine großartigen Fachkenntnisse der Elektronik.
Der hochangepriesene TFT-Bildschirm bietet wiederum seine Vor- und Nachteile. Bei seiner Auflösung wirkt er auf die Augen körnig, so das das Bild nicht hochauflösend zur Geltung kommt. Besonders bemerkbar macht es sich bei der Schrift, bei der man ab bestimmten Schriftgrößen die jeweiligen Pixel des Gerätes erkennen kann und der Lesefluss gestört wird. Auch führt das körnige und leuchtende Display zur Ermüdung der Augen. Je länger man auf den hellen Bildschirm sieht, desto schwerer wird es dem Leser dem Inhalt zu folgen. Es strengt die Augen an und ist auf Dauer eher unangenehm.
Bei Büchern, die mit sehr viel Bild arbeiten, hat der Weltbild eBook Reader klare Pluspunkte. Images können in Farbe wiedergegeben werden und kommen vollends zur Geltung, während andere eReader, wie der Kindle, die mit Schwarz-Weiß-Bildschirmen arbeiten, leider zurückstehen müssen.
Der Speicherplatz ist fast unbegrenzt. Durch die Möglichkeit mit Speicherkarten den Speicherplatz zu erweitern, findet auf den eReader eine unmöglich hohe Zahl an Büchern Platz, so dass man genügend Stoff zum Lesen immer mit sich führen kann.
Die oft dramatisierten Formatprobleme, mit dem eigenenständigen Format .mobi von amazon.de und seinem Kindle, ist weitaus weniger dramatisch als man glaubt. Durch verschiedene Software wie beispielsweise "calibre - E-book manangement" können auch .mobi-Dateien problemlos in ePub oder andere Formate geändert werden. Anleitungen wie man den DRM-Schutz von gekauften .mobi-Dateien entfernt, um später den Formattyp ändern zu können, gibt es im Internet zu Genüge. So stellt der Aufwand der Umformatierung der Dateien nur ein geringes Problem da.
Außerdem ist man durch die Unabhängigkeit der .mobi-Dateien gleichzeitig unabhängig von amazon.de und kann durchaus andere Bezugsquellen für seine eBooks im Internet finden und benutzen. Kostenlose Klassiker wie sie amazon.de hat, findet sich auch über andere Wege (siehe: Spar beim Buch: Kostenlose Klassiker als Ebook) und das auch in anderen Formaten außer dem .mobi-Dateien.
Das Aufspielen der Dateien auf den Weltbild eBook Reader funktioniert problemlos über USB und ist keineswegs schwierig. Es ist genauso einfach, wie wenn man einen MP3-Player mit Musikdateien bestückt.

Beim Benutzen des eReaders fallen bestimmte Punkte besonders auf:
  • die Schrift kann variert werden, so dass man auch im großen Format problemlos lesen kann
  • der Reader bleibt bei der Seite stehen, die man zuletzt gelesen hat, so dass man sofort wieder auf das Buch zurückgreifen kann
  • der integrierte Musikplayer ermöglicht gleichzeitiges Lesen und Musik hören
  • das Springen auf die nächste Seite geht relativ schnell
Ein kleines Problem könnte, für manchen Nutzer, die Akkuleistung des Geräts sein. Der Akku hält beim Lesen lange und überlebt auch eine längere Bahnfahrt ohne Probleme, muss aber an seinen Konkurrenten scheitern. Speziell, wenn der Musikplayer läuft, kann die Akkuleistung schnell nach unten fahren und man hat plötzlich einen schwarzen Bildschirm vor sich.

Fazit

Der Weltbild eBook Reader 3.0 ist kein eReader für den eBook-Liebhaber, aber durchaus für den Einstieg in die Welt der digitalen Literatur geeignet. Für jemanden, der viel auf einen solchen Reader liest, ist er ungeeignet und daher eher vom Kauf abzuraten, für Leute, die nur hin und wieder digital schmöckern oder einfach die Digitalisierung der Literatur testen wollen, für seinen Preis empfehlenswert.

1 Kommentar:

  1. Kommt ja gar nicht so schlecht rüber, so ein verhältnismäßig preiswertes Gerät.

    Danke für die Info.

    LG..karin

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