Rezension: Virals. Nur die Tote kennt die Wahrheit von Kathy Reichs

19 Mai 2012 |

Zum Buch

Originaltitel: Seizure
Verlag: cbj 
Format: Gebunden
Seiten: 512
ISBN-13: 978-3570153666
Preis: 18,99 €

Virals-Reihe

2. Nur die Tote kennt die Wahrheit

Auf der Suche nach dem Schatz von Anne Bonny

Das LIRI, ein Forschungslabor, steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Es soll geschlossen werden, die Mitarbeiter sind gezwungen sich neue Jobs zu suchen und die Wege der Virals scheinen sich zu trennen. Doch die vier Freunde, die eine veränderte DNA durch einen genmanipulierten Virus besitzen, die hilft wolfsähnliche Kräfte zu entwickeln, wollen das nicht zulassen. Ein Plan muss her um die millionenschwere Summe auftreiben zu können, damit das LIRI seine Arbeit weiter aufnehmen kann. Und Tory Brennan hat auch schon eine Idee.
Anne Bonny, eine Piratin, hat zu Zeiten, als Piraterie auf den Weltmeeren herrschte, einen Schatz vergraben, der bisher noch nie gefunden werden. Der Wert scheint unermesslich und könnte der Ausweg aus dem finanziellen Debakel sein. Aber wie sollen sie an den Schatz kommen?
Die Schatzkarte ist in einem Museum und die Virals beschließen es das Risiko aufzunehmen. Sie stehlen sie und geraten mitten hinein in eine Schatzsuche, bei der sie nicht die Einzigen sind. Gefahren lauern überall und Rätsel über Rätsel stehen über Anne Bonnys Leben. Wo könnte sie die Kiste vergraben haben?

Im zweiten Thriller um die Virals dreht sich alles um die Suche nach einem Schatz, um Menschen, die nach dem Gold greifen und das Lösen von Rätseln. Oft hat man das Gefühl man würde eher einen Abenteuerroman à la Indiana Jones lesen anstatt eines eiskalten Thrillers, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Ab der ersten Seite wird man mitgerissen, klebt an den Seiten, fiebert mit und erwischt sich in Anfeuerungsversuchen in Fingernägel abbeißenden Momenten und erleichterten Aufstöhnen. Die Augen werden groß und man kann nicht anders als sich von der Euphorie der Virals anstecken zu lassen.
Mitunter verantwortlich für diese starke Bindung zum Roman, sind die sympathischen und vielfältigen Charaktere. Tory, eine toughes Mädchen, Anführerin, die ihr „Rudel“ fest im Griff hat, ist dabei im Zentrum rund um eine Gruppe von hochintelligenten, wissbegierigen Jungs, die ihr mit Manneskraft zur Seite stehen, durch dick und dünn gehen, egal was passiert oder wie gefährlich noch die Situation ist. Freunde fürs Leben, für einander da und aufeinander bauend könnend.
Besondere Komponente bildet die übernatürliche Kraft, die ihre veränderte DNA mit sich bringt. Es hat etwas von Superkräften, über die die Virals selbst aber wenig wissen, die ihnen unerklärlich sind und sie auch mit Bedacht benutzen und betrachten. Diese Eigenschaft macht sie, trotz ihrer Besonderheit animalische Fähigkeiten eines Wolfes einzusetzen, menschlich und lässt noch mehr Sympathie für die Teenagerbande übrig.
Auch kommt die Jugendlichkeit und ihre Probleme nicht zu kurz, obwohl sie nie zu aufdringlich oder aufgesetzt daherkommen. So kommt es zu kleinen Gefühlsausbrüchen, schwierigen Mitschülern oder Jungen und die Verliebtheit. Nur oberflächlich, aber so vorhanden, dass es das Alter der Charaktere unterstreicht, welches manchmal beim Lesen verloren zu scheinen geht, wenn man in wissenschaftliche Bereiche eindringt.
Die Sprache entspricht seinen Figuren und ist jugendlich frisch, manchmal ironisch und dann wiederum fast schon laboraler Natur. Sie passt sich ganz nach Situation an und widerspiegelt die Virals und ihre Vielfalt, was sich auch in den Dialogen niederschlägt, die genauso auch aus den Mündern von Jugendlichen hätte kommen können.
Die gesamte Handlung hingegen ist leider oft sehr geradlinig, ohne nur einmal von Spielplan wirklich abzuweichen. Große Überraschungen bleiben aus und nach Luft schnappenden Wendepunkte finden sich kaum. Manchmal wirkt die Geschichte, bis in letzte Detail, stark durchkonstruiert und viele Ereignisse sind in ihrer Form vorhersehbar. Nichtsdestotrotz geht die Spannungskurve und der Puls kontinuierlich nach oben, mal langsamer, aber vielmals rasant, und endet in einem klassischen Showdown, der die Geschichte in seiner Gesamtheit abrundet und keine Fragen offen lässt.

Fazit

Der zweite Thriller um die Virals ist eine spannungsgeladene Schatzsuche, der einen in ein großes Abenteuer mitnimmt. Mitreißend, mit einen Flair von Indiana Jones und mit paranormalen Elementen rund um die Kräfte und Fähigkeiten der Virals. Ein Jugendthriller voller Spannung, Freundschaft und Zusammenhalt.

★★★★☆

Kommentare:

  1. Hallo Sky,

    liest sich lustig an, die Heldin begibt sich aus Geldnot auf Schatzsuche.

    Meine Frage da an Dich: Mehr Jugendbuch oder geht es auch als Erwachsenenbuch noch durch.....?

    LG..karin...

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    1. Also für mich war es klar ein Jugendbuch. Wer nichts mit Jugendbüchern anfangen kann, wird glaube ich nicht so viel Spaß damit haben, da es sich jugendlicher Sprache und Eigenschaften bedient.
      Hindern will ich dich trotzdem nicht darum. Raten würde ich dir aber den ersten Teil zu lesen, bevor du mit dem Buch anfängst ;) Könnte sonst an manchen Stellen etwas spoilern.

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  2. Hallo Sky,

    O.K. Danke für den Hinweis erst einmal. Denn für Jugendbücher ist diese Verlag eigentlich bekannt.

    LG..Karin..

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