Zerrissene Seiten: Inspektor Animalus

13 Mai 2012 |

Dass Tiere intelligent sind, wissen wir schon lange. Sei es das kleine Haustier, was aus wundersamen Gründen immer wieder aus seinen Käfig ausbrechen kann, obwohl dieser schon komplett verschweißt ist und mehr einen Hochsicherheitstrakt gleicht, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Sei es die Katze, die ihre Herrchen so im Griff hat, psychologisch um den Finger gewickelt und an sich gebunden hat, dass sie beim ersten „Miau!“ springen oder doch der Hund, der sich selbst Gasse führt und auf ein Herrchen nicht einmal mehr angewiesen ist. Natürlich brauchen diese Tiere auch ihre Ehrung in der Literatur.

Alles Tiere, die sich durch ihre Art und Weise von den anderen Tieren unterscheiden. Tiere, die wir als hochintelligent betrachten, begeistert sind und schlussendlich vor Ehrfurcht erstarren. Kein Wunder, dass sich die heutigen Tiere nicht  nur in ihren vermeidlichen Fachgebieten: Essen und Schlafen, aufhalten, sondern auch in den kriminologischen Bereich eindringen.
Dabei sind die Arten der Ermittler vielfältiger, als alles andere auf der Welt. Sei es das Schaf Miss Maple, angelehnt an ihre menschliche Kultfigur aus Großbritannien, dass mit schafischer Logik jeden Fall löst, das Trüffelschwein, welches mit seiner Nase jeden Spürhund die Show stiehlt oder doch eine Gans, die alles ganz cool von oben betrachtet.
Und nicht zu vergessen, die gerissene Hauskatze, die für ihre Hinterlistigkeit und ihren Feinsinn bekannt ist. Denn sie treibt nicht nur Mäuse ins Verderben, sondern macht es auch den Verbrecher der heutigen Zeit schwer. Schaut man sich mal die Tiere genauer an, kann man ihnen beim Denken zugucken, sehen, welche Pläne sie hecken und wer weiß, welche Katze schon den ein oder anderen dunklen Fall gelöst sind. Für alle Fälle bereit, mit sieben Leben ausgestattet und besser ausgebildet wie jeder Ninja. Der perfekte CIA-Agent und immer zivil auf Streife unterwegs. Und schwarze Katzen, brauchen nachts nicht einmal einen Tarnanzug!
Das Tiere natürlicherweise ganz anderes denken wie wir, ist nicht von der Hand zu weisen. Ein Schaf, welches ein einfaches Leben auf dem Lande führt, von Grashalm zu Grashalm denkt, geht natürlich an einen Mord ganz anders heran, als ein menschlicher Ermittler. Es denkt seine Welt über die natürliche Angst vor dem Wolf, schreitet zur Tat in der Gruppe und versucht mit Gegenständen zu reden, die eigentlich nicht sprechen können. Trotz allem hilft diese Naivität vielmals dazu, weiter zu kommen, als der Humus sapiens es schafft. Viel zu kompliziert versuchen wir dem Täter auf die Schliche zu kommen, wogegen das Schaf einfach gestrickt in seiner Natur, geradlinig voranschreitend den Mordfall löst.
Doch ein Problem hat leider jeder tierische Nachwuchsinspektor: Wie kann der dumme Mensch sie nur hören? Ganz einfach, man muss es ihnen schauspielerisch zeigen, ihnen die Orte zeigen, ihnen alles auf bildhafte Weise erklären. Denn verstehen können sie leider einen nicht. Und hier bleibt für diese neue Form von Kriminologen die größte Herausforderung: Wie zur Hölle erklär ich dem dummen Menschen, was er falsch macht???
Wir profitieren aber von uns gegenseitig: Tiere lernen von uns und wir lernen von Tieren. Also öfter mal auf das Gespür des Polizeihundes hören, als auf die menschliche Logik plädieren. Denn manche Tiere haben einfach mehr Ahnung als wir. Wir sind auch nur Tiere, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen.

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