Rezension: Isar 2066. Frikassee zum Frühstück von Miriam Pharo

13 Juli 2012 |

Zum Buch

Format: Kindle eBook
Seiten: 62
Dateigröße: 233 KB
ASIN: B008EMGTI8
Preis: 1,49 €

Isar 2066-Reihe

2. Frikassee zum Frühstück

Parfumeur ohne Nase... und ohne Ohren!

Der Chefparfumeur Lionell III. von ViveSenz ist tot in einem Blumenkübel aufgefunden worden. Es fehlten Nase und Ohren, wobei die Nase noch Sinn zu ergeben scheint. Und sowas schon vor dem Frühstück.
Lucio Verdict soll den verschwundenen Kommunikator des Toten finden und bekommt den Auftrag von niemand anderen als Jimmy der Mops.

Auch im zweiten Fall rund um Lucio Verdict, dem Ex-Spion, geht es hoch her. Allerhand Kuriositäten treten ein, Lacher gibt es immer wieder und dazwischen alles mit einer Prise schwarzer Humor gewürzt.
Und dabei ist der zweite Fall eine wahre Steigerung zum ersten Treffen mit dem gutaussehenden, charmanten "Problemlöser". Sprachlich legt die Autorin noch einen Zahn zu, die Sätze klingen sauberer, fügen sich schöner zusammen und der gesamte Charakter des Protagonisten kommt zum Vorschein, wie auch der der anderen Figuren, die sich in ersten Fall zeitweise noch etwas bedeckt hielten.
Mit viel trockenen Humor, fast schon britischer Schwarzhumorigkeit, schafft sie einzigartige Figuren, die einen ein Lächeln und oft auch ein Lachen ins Gesicht zaubern. Speziell der bayrische Einschlag, der immer wieder durch den Spielraum Münchner Gegend hervortritt, bringt Einzigartigkeit und bayrischen Flair.
Dass dahinter auch viel Ernst steckt, merkt man an der immer detaillierter werdenden Zukunftsvision. Gute Science Fiction muss die Gegenwart kritisieren. Und das gelingt Miriam Pharo ohne Probleme ohne die Themen aus dem ersten Fall zu missbrauchen. Es dreht sich um das Abschieben der Alten, um die Kluft von Arm und Reich und dem exzentrischen Leben mancher Menschen. Dabei spart sie wieder einmal nicht mit Ideenreichtum und beschreibt die neuesten Technologien, die mit nichts sparen, auch nicht vor Realitätsausschluss ohne zu ausschweifend zu werden um mit technischen Details den Leser zu verschrecken.
Mit locker leichter Feder schreibt sie aus der Ich-Perspektive ihres Problemlösers, so dass die Seiten wie im Rausch an einem vorbeiziehen. Voller Spannung liest man sich durch den kurzen Text bis zum schallenden Ende.
Der Fall wartet mit allem auf, was es braucht: Falsche Spuren, neue Erkenntnisse, ein schneller Plot und witzige Einlagen, machen es dem Leser schwer auf eine Lösung zu schließen und doch findet man sich mit einen logischen Schluss wieder, der einen mit einen Schmunzeln zurücklässt.

Fazit

Wer den ersten Fall mochte, wird den zweiten Fall lieben. Sprachlich feiner, mit noch mehr Witz, Charme und bayrischem Naturell. Kurz, knackig, gespickt mit brillanten Ideen und individuellen Charakteren in einem locker-leichten Schreibstil. Eine Reihe mit Kultpotenzial.

★★★★★

Kommentare:

  1. Ich werd immer neugieriger auf die Reihe.

    LG Andrea

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    1. Glaub mir, es lohnt sich zu lesen ;)

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  2. Schönes Fazit! Ich weiß nicht, ob ich mich an solche Bücher jemals herantrauen werde. Dafür ist mir mein Fantasy und Jugendbuchgenre einfach zu lieb. Aber vielleicht mal für die Querbeetchallenge - wer weiß.

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    1. Nein Lela :D Du liest brav, was du im Schrank stehen hast ;) Nicht auch noch mit eBooks anfangen *grins*

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    2. Ich mag Ebooks überhaupt nicht und lese sie nur notgedrungen, wenn überhaupt. Ich habe genau 2, und die habe ich beide von Autorinnen zum Rezensieren.

      Und NEIN, die Bücher stehen NICHT immer da - Gott sei Dank. Die Fotos meiner Regale kommen demnächst noch. :)

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  3. Hallo Sky,

    schön, dass Du für Miriam Pharo auch weiterhin die Werbetrommel rühst.
    Denn sie hat es auch wirklich verdient.

    Ihr Sprachstil, ihre Einfälle dazu, ihr schwarzer Humor..einfach nur klasse und eine Nummer für sich.

    LG..karin...

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  4. Hinweis der Autorin: Das eBook gibt's GRATIS auf amazon - aber nur noch heute!

    Lieben Gruß,

    Miriam

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