Rezension: Stirb ewig von Peter James

22 Juli 2012 |

Zum Buch

Originaltitel: Dead Simple
Verlag: Fischer TB
Format: Taschenbuch
Seiten: 336
ISBN-13: 978-3596168729
Preis: 8,95

Roy-Grace-Reihe

1. Stirb ewig
2. Stirb schön
3. Nicht tot genug
4. So gut wie tot
5. Und morgen bist du tot
6. Du sollst nicht sterben

Eingesperrt im Sarg und keiner weiß, wo er ist

Michael Harrison hat seinen Freunden gemeine Streiche zu ihren Jungesellenabschieden gespielt. Jetzt, wo er selbst an der Reihe ist zu heiraten, wollen es ihm seine Freunde heimzahlen. Sie stecken ihn in einen Sarg, der belüftet wird mit einem Gummischlauch, um ihn dort in einer Grube zum Schein lebendig zu beerdigen. Mit einen Walkie-Talkie für die Notfälle ausgestattet soll er ein paar Stunden schmorren, bevor sie ihn wieder holen. Doch es geht alles schief.
Die angetrunkenen Freunde werden in einen Autounfall verwickelt und müssen mit ihren Leben bezahlen. Nun weißt keiner, wo er ist... und am Ende des Walkie-Talkie taucht nur die Stimme eines jungen Mannes auf, der in seiner eigenen Welt zu leben scheint. Und das eingedringende Wasser im Sarg steigt mit der Zeit immer weiter an.
Roy Grace bleibt nicht viel Zeit den Mann bis zu seiner Hochzeit zu finden. Die zukünftige Braut und der Geschäftspartner von Michael, wie auch Trauzeuge, Mark Warren scheinen nicht darüber zu wissen. Aber ist es die Wahrheit? Ein Trauzeuge der nichts von dem perfiden Sargscherz weiß? Roy Grace ist skeptisch.

Schon die Eingangsszene ist morbid und man denkt sich, wie diese Freunde einen Menschen nur in einen Sarg stecken können. Doch je weiter man voranschreitet, steht nicht das Grauen, in einem Sarg zu sein und keine Luft mehr zu bekommen, im Vordergrund, sondern ganz andere Konstellationen.
Denn Peter James macht es dem Leser alles andere als leicht. Fängt die Handlung noch mit der Suche nach Michael an, entwickelt sie sich gegen Ende in komplette andere Bahnen und nimmt im Laufe der Seiten eine Wendung um sich noch einmal zu überschlagen. Und er lässt es seine Charaktere auch spüren.
Mit Anleihen des allgemeingültigen britischen Krimis, schafft der Autor Spannung und bringt mit Roy Grace einen vielschichten Detective Superintendant hervor, der mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat und auch mal ungewöhnliche Wege geht. Denn seit dem Tod seiner Frau und des Kindes, hat er sich mit Esoterik beschäftigt und zieht auch mal den Rat eines Mediums vor um zur Lösung eines Falles kommen, leider auch zum Missfallen der Medien und seinen Kollegen. Doch gerade diese ungewöhnliche Komponente, gepaart mit dem schwarzen und trockenen Humor von Roy Grace, schaffen eine gewisse Einzigartigkeit, die Sympathie zum DS entstehen lässt. Und ein gewissen Mitgefühl für seine Einsamkeit mit sich bringt.
Doch nicht nur der Protagonist ist realitätsnah und strahlt Individualität aus, sondern auch die restlichen Charaktere stellen klare Figuren da. Allen voran sein Partner und Freund Glenn Branson, ein Filmfreak und sorgender Familienvater zugleich ist, der einem im Laufe des Thrillers an Herz wächst.
Das britisch-humoristische des Thrillers findet sich auch im Schreibstil wieder. Mit locker leichter Feder bringt Peter James die Geschichte zu Papier und schafft Spannung und Atmosphäre. Der Autor arbeitet zudem mit Perspektivwechsel und nutzt diese geschickt für den Spannungsaufbau, ohne zu einheitlich gegenüber seinen Charakteren zu sein. Jede Perspektive hat ihren Eigensinn und strahlt damit die Individualität des jeweiligen Perspektivträger aus.
All diese Dinge treiben einen durch den Thriller voran, bis man vor dem überraschenden Ende steht, welches man zuerst mit keiner Sekunde vermutet. Einmal hineingeworfen in die Handlung, nimmt man mit teil an Michaels Überleben, der Suche nach ihm und der erdrückenden Wahrheit, die von anderen Blickwinkeln sich verschiebt und das logisch und ohne Lücken im Netz zu lassen. Denn die Spannungskurve geht steil nach oben, und was man zuerst gedacht hat, wird durch neue Erkenntnisse in ein anderes Licht gerückt und fügt sich am Ende gnadenlos zusammen.

Fazit

Mit „Stirb Ewig“ legt Peter James einen grandiosen Grundpfeiler für nachfolgende Fälle für Roy Grace. Ein pointenreicher, spannender Thriller mit Charme und sympathischen Charakteren, der sich durch seine esoterischen Elemente sich von der Masse abhebt. Absolut lesenswert!

★★★★★

Kommentare:

  1. Hallo Sky,

    ja diese jungen Leute, haben schon einen merkwürdigen Humor und Sicht der Dinge.

    Aber das hält den Spannungspegel noch, denn man weiß lange Zeit nicht wie es am Ende dann endet. Stimmt ein gelungener Auftakt und auch die entsprechenden Titel der Bücher zeigen schon den schwarzen Humor an oder?

    LG..karin...

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    1. Die englischen Originaltitel zeigen den Humor noch besser ;)

      Also ich freue mich schon auf den nächsten Band aus der Reihe!

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    2. Hallo Sky,

      ja so ist, aber meistens kommt einfach nicht so gut mehr rüber bei der Übersetzung.

      Heute Abend läuft "Willkommen bei den Sch`tis " französischer Film so als Beispiel, hat mein Großer im Original gesehen und fand es ganz toll. Bin gespannt, wie ihm und uns die Übersetzung gefällt.

      LG..Karin..

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  2. Hallo,
    Das Buch hört sich sehr spannend an!
    Außerdem, schreibst du echt tolle Rezensionen!!!
    LG
    Crazy

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  3. Schöni Rezi. Der Beginn einer wunderbaren Serie. Bis auf das letzte Buch fand ich alle Folgen richtig spannend.
    L.G.
    Sabine

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