Rezension: 18. Das tödliche Gebot von Mark T. Sullivan

21 Oktober 2012 |

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Originaltitel: Rogue
Verlag: Fischer Taschenbuch
Format: Taschenbuch
Seiten: 464
ISBN-13: 978-3596661008
Preis: 9,99 € 

CIA-Agent als Spielball in einem Spiel

Das Leben war für Robin Monarch noch nie normal. Als Sohn einer Betrügerin und eines Fassadenkletterers ist sein Leben schon früh mit Diebstahl verbunden. Doch seit der Ermordung seiner Eltern, ist Monarch gezwungen seine Fähigkeiten zu nutzen um im von Armut betroffenen Buenos Aires zu überleben. Mit anderen Jungen schließt er sich zu einer Bruderschaft zusammen, die ihr Leben mit Diebstahl verdient. Doch diese Tätigkeit kostete ihn fast sein Leben. Bei einem Raub wird er verletzt und bleibt im Müll der Slums von Buenos Aires liegen, wo ihn Schwester Rachel findet, in ihre Klinik bringt und damit sein Leben rettet.
Jahre später ist Robin ein hochgepriesener CIA-Agent, der zu Informationen gelangt, die ihn seine Tätigkeit überdenken lassen. Bei einem Einsatz in der Türkei stößt er auf Informationen über eine geheimnisvolle Waffe namens „Green Fields“, welche sein Vertrauen in die CIA zerstören. Und plötzlich wird er vom Agenten zu einem Gejagten. Denn die heiklen Informationen über „Green Fields“ sind für alle von höchster Priorität. Für Robin Monarch beginnt ein Leben im Kugelhagel, in einem Netz, in dem er zum Spielball aller zu werden scheint. Aber das Syndikat ist nicht das einzige Problem, dem er sich stellen muss.

Mark T. Sullivan ist ein Garant für schnelle, spannungs- und actiongeladene Thriller, die einen atemlos durch die Seiten hetzen lassen. Mit „18. Das tödliche Gebot“ beweist er, dass es leider nicht immer der Fall sein muss.
Robin Monarch, ein Protagonist, der nicht nur von seiner Namensgebung an Robin Hood erinnert, sondern auch von seiner Persönlichkeit, ist ein multilingualer CIA-Agent, der als Kleinkrimineller sein Leben fristen musste. Seine schlimme Zeit in Buenos Aires hat ihn geprägt und veranlasst ihn Schwester Rachel und ihre Klinik zu unterstützen. Monarch, ein willensstarker Mensch, der sich insgeheim die Aufgabe gemacht hat, eine gewisse Gerechtigkeit auf der Welt zu schaffen. So großartig es auch klingt, umso blasser ist schlussendlich die Zeichnung der Hauptfigur, deren innere Sicht nur vage und durchschimmernd ans Licht kommt. Es fehlt immer eine Note mehr Persönlichkeit um ihn realer erscheinen zu lassen.
So ergeht es einen auch mit den anderen Charakteren. Entweder werden einem stereotypische Personen vorgestellt, die sich in eine strikte Trennung zwischen Schwarz und Weiß einteilen lassen oder Menschen, die ihrem Rang oder ihrer Position nicht gerecht werden. Keiner erstrahlt, egal ob es Mitglieder des loyalen Teams von Robin Monarch sind oder schlicht auch die Seite der bösen Mächten, derer er sich stellen muss.
Die überkonstruierte Handlung macht diese Schwächen umso deutlicher. Ein Plot der stark anfängt, ins Bodenlose sinkt und sich gegen Ende versucht noch einmal zu fangen, macht das Lesen oftmals zu einer Qual. Nicht nur das der Leser lange Zeit, wie Robin Monarch selbst, rätseln muss wer sich mit wem verbündet hat um an „Green Fields“ ranzukommen, wer überhaupt weiß, wer oder was „Green Fields“ ist, sondern auch die Tatsache, dass die gesamte Welt auf Monarch hofft, lässt den realen Anteil, den ein Actionthriller besitzen sollte, schrumpfen. Zudem fehlt der gesamte Handlung etwas Neues, etwas Eigens, welches den Roman von anderen abhebt, so dass das Gefühl des idealtypischen Actionsthrillers, der sich an das Drehbuch eines anderen Films hält, nicht los. Es ist wie bei jedem anderen schlchteren Actionthriller: Vielmals kann man sich nicht vom Gedanken an „Trash“ lösen und findet sich immer mehr in unlogischen Situationen und überbordende Zusammenhänge, die nichts aussparen, und jede kriminelle Machenschaft, vom russischen Mafiaboss bis zum Parlamentarier der vereinigten Staaten, nicht auslässt.
Das sich am Ende aus diesen Strömungen ein gesamter Kanal herausausbildet, überrascht einen nicht. Auch die Korrumpierung der einzelnen Individuen ist viel zu schnell ersichtlich und lässt ein unzufriedenes und überraschungsloses Ende zurück, welches nichtsdestotrotz einen runden Abschluss für die verworrene Geschichte findet.
Doch einzig und allein treibt einen der Schreibstil von Mark T. Sullivan voran. Durch Orts-, Zeit- und Perspektivwechsel bringt er uns zwischen die einzelnen Beziehungen der Figuren und lässt uns in die Köpfe des Bösen und des Guten hinein. Man findet sich in einer internationalen Tour-de-Force wieder, die einen über den Erdball jagt. Als auktorialer Erzähler schafft er es immer wieder unterschiedliche Sichten einnehmen zu können, die die Dinge in ein anderen Licht rücken. Denn eins kann Mark T. Sullivan: Spannung mit Sprache erzeugen, was leider nicht über eine mittelmäßige Handlung und blassen Charakteren hinwegtäuschen kann.

Fazit

„18. Das tödliche Gebot“ ist bei weitem nicht sein bester Thriller. In Ansätzen durchaus überzeugend, scheitert es an der Ausführung und vor allem bei den Feinheiten. Mark T. Sullivan kann es durchaus besser.

★★☆☆☆

Kommentare:

  1. Hallo Sky,

    Agenten &Co Sachen scheinen ja nur zur Zeit total in zu sein oder?

    LG..Karin...

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    1. Agenten gingen schon immer! James Bond, Bourne... lief schon immer mit und nebenbei zu den Rest. Gehäuft empfinde ich es jetzt nicht.

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  2. Hallo Sky,

    nun, wenn man die Bloggs so durchgeht! Plötzlich haben viele Blogger ein Agentenbuch/Thiller auf seinen Blog. Und ebenso schnell kommt auch wieder etwas anders..

    LG..karin...

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