Rezension: Charlie and the Chocolate Factory von Roald Dahl

01 Januar 2013 |

Zum Buch

Dt. Titel: Charlie und die Schokoladenfabrik
Illustriert von Quentin Blake
Verlag: Puffin
Format: Taschenbuch
Seiten: 208
ISBN-13: 978-0141322711
Preis: £6.99

The Adventures of Charlie and
Mr Willy Wonka

1. Charlie and the Chocolate Factory
2. Charlie and the Glass Elevator


Schokoladige Abenteuer

Charlie lebt in armen Verhältnissen mit seinen Großeltern mütterlicherseits wie väterlicherseits. Sein Vater arbeitet in einer Zahnpastentubenfabrik, wo er die Kapseln auf die Tuben schreibt. Doch das Geld, was er dort verdient, reicht kaum zum Leben aus.
Jedes Jahr bekommt Charlie eine Tafel Schokolade, die er sich gut einteilt und möglichst lange etwas von ihr zu haben. Es ist das Einzige, was er bekommen kann, wenn die Familie etwas Geld zusammenspart um ihm zum Geburtstag eine weitere Tafel schenken zu können.
Schon jeher war er von der Willy Wonka's Schokoladenfabrik faszniert und als die Fabrik, die seit Jahren verschlossen vor der Öffentlichkeit. Als eines Tages Willy Wonka ankündigt, er habe fünf goldene Tickets in seinen Schokoladentafeln versteckt, versucht die ganze Welt ein Ticket ergattern zu können. Auch Charlie hofft in seinen tiefsten Inneren auf eines dieser Tickets, die einen Besuch in der Fabrik und einen lebenslangen Vorrat an Süßigkeiten versprechen.
Die Hoffnung hat sich gelohnt: Als er auf der Straße Geld findet und er am verhungern scheint, kauft er sich zwei Tafeln von Wonka's Schokolade und findet eines der begehrten Tickets. Gemeinsam mit seinen Großvater Joe und fünf weiteren Kindern mit ihren Eltern, besucht er die Fabrik und taucht ein in die wunderbare süße Welt von Willy Wonka.

Roald Dahl hat nicht nur ein skurriles Werk mit viel Phantasie und großer Ausstrahlung geschaffen, sondern zugleich ein kritisches Kinderbuch, dass auch die Eltern sensibiliseren soll. Denn nebst den äußert sympathisch-skurrilen Willy Wonka und seiner voller Wunder steckenden Fabrik, stecken viele weiteren Facetten zwischen den Ideenreichtum Dahls, die er mit viel Tiefe und Gesellschaftskritik einschwingen lässt. Vielmehr dreht sich das Werk um verdorbene Kinder und deren fehlgeschlagene Erziehung. Das eine Kind gibt sich der Völlerei hin, dass nächste Kind ist verzogen und bekommt alles was sie will, das Nächste ist vom Fernsehen besessen und vergisst dabei seine Phantasie, die Vierte ist so von sich selbst überzeugt, dass sie auf die Warnungen ihrer Umwelt nicht hört.
Alle vier Kinder sind auf ihre weise in der Erziehung verdorben worden und der Grund wird einen gleich mitgegeben: Den nebst diesen unerzogenen Kindern, haben wir die Eltern, deren Porträt, denen ihrer Kinder gleichen. Die reichen Eltern, die ihre Kinder verziehen, die überzeugten Eltern, die ihren Kindern alles durchgehen alles und die ignoranten Eltern, die sich um ihre Kinder zu viel oder zu wenig kümmern.
Hinter der bildhaften, metaphorisch feinen und voller Wortspielen gespickte Sprache, steht nicht nur eine unterhaltsame Geschichte für Kindern, sondern vielmehr auch ein Warnschild für Eltern. Farbenprächtig, amüsant und mit viel Humor beschreibt Roald Dahl eine Geschichte über verzogene Kinder und lässt gleichzeitig einen stillen, höflichen und gar nicht draufgängerischen Helden Platz nehmen, der aufgrund seiner loyalen und sympathischen Art den Leser ein Lächeln abringt. Er ist der, der mit den Herzen lebt, wohl erzogen ist, immer an die anderen denkt und sich zurücknehmt, auch wenn er darunter leiden muss.
Dieser Kontrast macht "Charlie and the Chocolate Factory" zu einem Kinderbuch weit über einem einfachen Kinderbuch hinaus. Es ist ein Meisterwerk voller Phantasie, voller Ideen und gesellschaftkritischer Tiefe. Ein Roman für Erwachsene und Kinder gleichermaßen.
Der Schreibstil von Roald Dahl schafft es durch seine spezielle Art gleichermaßen zu überzeugen. Nicht nur durch ihn werden seine eigenwilligen Charaktere lebendig, sondern durch die spielerische Art mit Worten umzugehen, wird ein dichtes Netz geschaffen, welches mit viel Humor und Ernst gleichzeitig auskommt.
Aus diesen Elementen entstehen Charakteren, der zeitweise wie Karikaturen von sich selbst wirken. Zerrbilder von Persönlichkeiten, die es in der Wirklichkeit leider so oft gibt. Die Art sie zu entwerfen, einerseits exzentrisch, im Falle von Willy Wonka, oder den armen Charlie, der mit großen Herzen geboren, aber mit kleinen Geld auskommen muss.
Alles spielt auf ein Ende zu, das den Leser mit viel Herz zurücklässt und auch mit dem Glauben daran, dass es das Gute im Menschen immer geben wird.

Fazit

"Charlie and the Chocolate Factory" ist ein Meisterwerk von einem Kinderbuch. Mit spielerischer Sprache, skurillen Charakteren und viel Tiefsinnigkeit wird ein Werk geschaffen, welches Erwachsene wie Kinder gleichermaßen anspricht. Ein Roman über die Fehlerziehungen und die verdorbenen Kinder dieser Welt als Opfer ihrer Eltern. Ein atemberaubendes Kinderbuch, welches weit mehr als nur ein Kinderbuch ist. Absolut lesenswert!

★★★★

Kommentare:

  1. Tolle Rezension! <3
    Und- Momentchen! o.O Es gibt mehrere Teile? :O

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  2. Hallo Sky,

    Ich hoffe, Du bist gut ins Neue Jahr gekommen.

    War damals im Kino mit der Familie und wir alle fanden den Film ganz toll, denn diese Typen von Eltern und auch Kindern gibt es ja wirklich....

    LG..Karin...

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    1. Hallo Karin,

      ja, ich bin gut reingerutscht ;)

      Der Film ist auch erstklassig und Tim Burton bringt das Buch perfekt auf den Punkt!

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  3. Hallo!
    Ich habe gerade eben in deiner Sidebar gesehen , dass du die Vampire Academy-Reihe angefangen hast?
    Ich wünsche dir sehr viel Spaß damit, denn sie war mein absolutes Lesehighlight 2012!!=)
    Ich freue mich schon, deine Meinung über die Bücher zu hören!
    LG

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    1. Dann freue ich mich noch mehr darauf ;) Ich bin schon gespannt auf die Reihe, weil die wirklich jeder zu mögen scheint.

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  4. Hallo Sky,

    dass freut mich!

    Es gibt einen zweiten Teil/Fortsetzung ? Was passiert da denn noch?

    LG..Karin..

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  5. Wollte ich auch mal lesen...

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