Rezension: held von Flix

31 März 2013 |

Zum Buch 

Verlag: Carlsen
Format: Klappenbroschur
Seiten: 128
ISBN 978-3-551-77109-4
Preis: 10,00 €

Jeder ist sein eigener Held

Die große Königin rief einst Felix zu sich und sagt ihm, was er tun soll. Doch das Erste, was nach seiner Geburt geschieht, ist dass er vergessen hat, was die Aufgabe in seinem Leben ist. Und der Leser begleitet von da an sein Leben von Anfang bis Ende. Von Geburt bis Tod und dabei bleibt nichts aus. Wie er seine ersten Schritte macht, die Monster ihn jede Nacht heimsuchen, er sein Talent, das Zeichnen, entdeckt und wie er Tag für Tag sich der Wirklichkeit stellt. Mit jeder weiteren Erinnerung von Felix, also dem Autor Flix, verdichtet sich das Netz und er erzählt uns von der ersten großen Liebe, von Urzeitkrebsen und der Schulzeit, in der er alles andere als glorreich wahr. Durch die Pubertät hinweg, durch Katastrophen stolperend und immer mit dem Stift in der Hand, landet er schilßelich an der Universität, wo er Mediengestaltung studiert und an seinem Comic "held" arbeitet, ein Comic, der seine Diplamarbeit werden soll.

In "held" steckt viel Tiefe, viel Emotionalität und sehr viel Persönilchkeit vom Autor selbst. In seinem halb autobiografischen Buch, in dem er sein Leben von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beschreibt, lässt er seine Figur entstehen und nimmt einen mit auf einer Reise mit Höhen und Tiefen und der stetigen Angst, nicht alles gegeben zu haben. Beeindruckend und tiefgründig schafft es Flix durch seine teilweise ungewöhnlichen Zeichnungen und Figuren eine authentische Geschichte enstehen zu lassen, deren Autobiographie nach der Gegenwart aufhört.
Was einem als Leser bleibt, ist eine Geschichte, die einem ans Herz geht und mit der sich viele identifzieren können. Sie spricht von großen Träumen, von vielen Hoffnungen und den Selbstzweifel einer Künstlerseele. Liebe spielt immer wieder eine große Rolle und es stellt sich die Frage, ob man genug gegeben hat. Dabei sind es gerade die eigenen Ansprüche und nicht die Anderer, die uns das Leben schwer machen. Das gilt ind er Liebe wie im Leben. Die fiktionelle Zukunft ergreift einen genauso wie das, was wirklich geschehen ist. Eine Biographie zu erschaffen, in Comicstil und mit Vorgriff und Spekulation auf das was sein kann, ist ungewöhnlich und ein Experiment, mit welchen "held" den Zeitgeist einfängt. Problemlos, ohne zu viel Kitsch und mit tiefen Gefühl und mit viel Liebe.
Flix integriert und interagiert mit seinen Leser wie mit einen Zuschauer eines Films und lässt ihn sogar selbst zu Wort kommen. Er spielt mit ihm und bindet ihn an seine Hauptfigur, indem er sich immer wieder aus der Geschichte ausklinkt und den Leser selbst anspricht, ihn direkt zu Wort kommen lässt. Flix einfacher, aber vielschichtiger Zeichenstil bietet dem Auge einiges mit seinen vielen kleinen Deteils und spielt oft mit der Perspektive. In fast schon cineastischen Bildern gestalter er sein Buch, sodass fast eine Art Filmgefühl beim Leser aufkommt. Er gibt den Comic einen eigenen Charakter, den leider nicht jeder Comicautor besitzt.
Der Humor, der immer über allen schwebt und die Bilder, die ihn ausstrahlen, runden das Buch nochmals ab. Spriztige Dialoge, gespaart mit tollen Texten, die teils philosophisch sind, teils ernst, fügen sich perfekt ein und lassen "held" zu einen kleinen Meisterwerk werden. Selten schaffen es Comics einen so zu ergreifen wie es "held" geliegt.

Fazit

"held" ist ein Comic der besonderen Art. Persönlich, spannend und ergreifend mit Humor und tiefsinnigen Text. Ein kleines Meisterwerk.

★★★★

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