English Books Week: The English Miracle

24 Juni 2013 |

Once upon a time...

Englische Literatur und ich? Das war ein Weg voller Steine, voller Unlust und Katastrophen. Ohne Leitlinie, ohne jemanden der mir das Patschehändchen reichte und mich durch den Wald englischer Literatur führte, fing ich an. Dabei war die Motivation so unedel und eigennützig wie es sein kannte. Es waren nicht die schlechten Übersetzungen, der Anspruch es direkt vom Autor zu hören oder gar die Leidenschaft Englisch bis zur Vollendung zu beherrschen. Es war meine Englischnote, die mich dazu brachte einen englischen Schmöcker in die Hand zu nehmen. Die Wahl war damals "The Foreshadowing" von Marcus Sedgwick. Der Autor war kaum übersetzt, doch seine übersetzten Werke hatten mich einfach überzeugt.
Doch schnell hatte ich die Lust verloren und war heillos überfordert. Mein Schulenglisch reichte bei weitem nicht aus und ich stellte fest, dass was man an Englisch in der Schule lernt und mitnehmt, hat mit dem, was Englisch wirklich bedeutet, fast nichts zu tun. Schon die einfachsten Alltagsbegriffe fehlten mir. Ich hatte mehr ins Wörterbuch gestarrt als in den eigentlichen Roman und das Lesen wurde zu einer Tortur. Irgendwann war ich mit dem Roman durch, stolz, es überstanden zu haben und mich traf die Erkenntnis: Und worum ging es jetzt überhaupt darin? Nichts verstanden, nichts kapiert und keinen Lernerfolg. Die englische Literatur war für mich gestorben.
Irgendwann kam ein anderer Anspruch angekrabbelt und meinte: "Du liebst Sprachen, du liebst den Klang von Englisch. Lerne es, fühle es, erlebe es!" und ich gab der Literatur noch einmal eine Chance. Diesmal sollte alles anders werden, diesmal werde ich es verstehen und es funktionierte.

Was hatte ich anders gemacht? Wie kam es zu diesen Wunder?
Die Ansprüche sanken nach unten, ich informierte mich, was ist leicht, was für die Lernstufe gerecht und gerechtfertigt? Was könnte mich wirklich interessieren und wo überfordere ich mich nicht? Diese neuen Kriterien legten den Grundstein für das Lesen und dann war auch schon der erste Schritt getan. Der Roman spannend, die Sprache angepasst. Nicht jedes Wort kannte ich, nicht jeden Satz verstand ich sofort, doch es machte Spaß und irgendwann merkte ich, dass es gar nicht so schwer ist, englische Literatur zu lesen.

Und zu dieser Erfahrung möchte ich anderen in den nächsten Tagen helfen. Wie lese ich ein englisches Buch, wie gehe ich heran, wie verbessere ich mich? Und warum sollte ich es überhaupt tun?

Zur Unterstützung und Ansporn gibt es nicht nur Meinungen von mir, sondern auch von mehreren, heute, begeisterten Lesern englischer Literatur. Jeder mit seiner eigenen englischen Lesebiographie.


Habt ihr schon erste Leseerfahrungen mit englischen Büchern gemacht? Wie habt ihr sie empfunden?

Erste Erfahrungen leidenschaftlicher Englischleser


"Meine erste Leseerfahrung hatte ich mit den "House of Night" Büchern. Damals wollte ich sie unbedingt besitzen, aber sie waren mir in den deutschen Ausgaben zu teuer und da hat meine Mutter mir den englischen Schuber geschenkt :) Das Sprachniveau war sehr einfach und ich bin gut damit klar gekommen. Außerdem hat mir das Lesen, aufgrund der Einfachheit der Vokabeln so viel Spaß gemacht, das ich danach angefangen habe, mich für englische Bücher zu interessieren :) Ich denke es ist wichtig mit einem leichten Niveau anzufangen, damit man den Mut nicht verliert!" - Tanja von Tanjas Rezensionen
"Meine erste Leseerfahrung war wie bei vielen anderen vermutlich auch mit einem der Harry Potter Bücher. Band fünf um genau zu sein. Ich muss sagen, dass ich es mir deutlich schwerer vorgestellt hatte. Begeisterung habe ich für die englische Sprache damals noch nicht verspürt. Aber es hat mich positiv überrascht. Auf englisch zu lesen war gar nicht so schwer wie erwartet. Sicher, man musste zu Beginn einige Wörter nachschlagen, aber die Handlung konnte man auch so begreifen. Und je mehr man liest, desto mehr versteht man bis man schließlich ein Gefühl für die Wörter entwickelt, das man nie wieder verliert." - Amelie von Amelies Rezensionen
"Mein erstes englisches Buch war "The Goddess Test" von Aimée Carter, YA-Literatur. Das liegt jetzt ca. 1 Jahr zurück. Soweit ich das beurteilen kann, war es einfach und flüssig zu lesen. Das hat mich dann motiviert, weitere englische Bücher zu lesen. Diese lese ich bisher ausschließlich mit dem Kindle. Mit der tollen Wörterbuchfunktion "on board" kann man ganz einfach ein Wort nachschauen, wenn man mal wirklich etwas nicht versteht." - Damaris von Damaris liest
"Englische Bücher habe ich schulbedingt ja eigentlich schon immer gelesen. Da war es meistens aber eher ein Muss, als wirklich zum Spaß, zumal die Bücher nicht immer meinem Geschmack entsprochen haben. In der Oberstufe haben wir dann angefangen, schwierigere Werke zu lesen. Macbeth lasse ich jetzt mal außen vor, das war wirklich anstrengend, aber was mich sehr begeistert hat war „Lord of the Flies“. Insofern hatte ich also eigentlich schon Übung darin, englische Bücher zu lesen. Nach dem Abitur habe ich dann lange nichts mehr auf Englisch gelesen. Dann ging es ein knappes Jahr später mit meinem Blog los und da kam dann auch mein erstes englisches Buch nach langer Zeit. Es war „As you wish“ von Jackson Pearce. Für mich war es das perfekte „Wiedereinsteiger“-Buch, weil es einfach, nicht zu lang und dazu noch sehr unterhaltsam war. Danach kamen noch einige andere leichte Bücher und im Laufe der Zeit und mit etwas Übung bin ich dann auch auf schwerere Bücher umgestiegen." - Lisa von Books & Senses

Kommentare:

  1. Das erste richtige Buch, welches ich auf Englisch gelesen habe war "Lean Mean Thirteen" von Janet Evanovich. Ich wollte damals nicht soo lange warten bis es auf deutsch raus kommt. Ich habs eigentlich ganz gut verstanden ohne großartig ins Wörterbuch zu gucken. :)
    Aber so richtig ist der Funke nicht übergesprungen, regelmäßig englische Bücher zu lesen. Vielleicht kommt das ja noch. :)

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  2. Ernsthaft mit englischsprachiger Literatur habe ich angefangen, als ich beschloss, die Klingen-Reihe von Joe Abercrombie zu lesen. Zwar war sie schon übersetzt, aber ich mochte die Cover nicht, und da ich wusste, dass es viel bitterbösen britischen Humor geben würde, von dem im Deutschen sicherlich viel verloren gehen würde, war die Entscheidung nicht schwer, die Bücher im Original zu lesen. Meine seit jeher ziemlich guten Englischkenntnisse hatten sowieso schon lange danach geschrien, mal auf Romanlänge genutzt zu werden. Im Endeffekt habe ich auch nur ein oder zwei Mal ins Wörterbuch schauen müssen, wenn ich mal ein Wort nicht kannte, konnte ich es mir meist aus dem Kontext erschließen.

    Joa, und seitdem lese ich englischsprachige Literatur aus Prinzip im Original, es sei denn, ich leihe mir Bücher von meinem Freund (der trotz Anglistikstudium lieber auf Deutsch liest). Es geht einfach so viel weniger verloren. Und außerdem sind englische TBs meistens unschlagbar günstig ;)

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  3. Mein erstes, richtiges Buch, außerhalb der Schule war von Mark Haddon "The curious incident of the dog in the night-time". Und ich habe es geliebt! Auf Deutsch habe ich es bisher noch nicht gelesen, das würde ich aber gerne mal zum Vergleich tun.
    Kurz danach habe ich von Alice Sebold "The lovely bones" gelesen und Sylvia Plath "The bell jar".
    Auch wenn die Lektüre in einer Fremdsprache nicht immer einfach war, war ich froh, dass ich es gemacht habe.

    Habe auch noch einige englische Bücher auf meinem SuB, die ich beizeiten mal lesen möchte...

    Tolle Idee von dir! :)

    Viele Grüße
    SaCre von den Bookwives

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  4. Toller Beitrag, Sky! Und danke, dass du uns Englischleser (auch die kleine, wie mich *g*), nach unserer Meinung und Empfehlungen gefragt hast.
    Ich kann nur bestätigen, was anfangs etwas mühsam ist, wird mit jedem Buch immer besser. Teilweise hat man dann sogar das Gefühl in der Muttersprache zu lesen, oder weiß genau, was auf Englisch gemeint ist, auch wenn man es auf die Schnelle nicht 1:1 übersetzen kann. Eine tolle Motivation für weitere Bücher.
    LG,
    Damaris

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