Rezension: Das Geheimnis der Flamingofrau von Laura Lay

13 Juni 2013 |

Zum Buch

Format: eBook
Seiten: ca. 50
ASIN B007ECZ06G
Preis: 2,79 €

Anmerkung: Nur für erwachsenes Publikum 

Flamingos und
ihre Anziehungskraft

Tanja von Rosenfeld heißt die Gerüchteküche der Stadt an. Sie kam aus dem Nichts, setzt sich für die Stadt ein, bringt Vermögen mit und hat sich nichts in der Gemeinde zu Schulden kommen lassen. Im Gegenteil: Sie fördert sie und trotzdem entstehen immer wieder Spekulationen über die kalt wirkende Frau, die hierher gezogen ist.
Doch nicht nur für die Bewohner ist sie ein Mysterium, auch für den Junglehrer, der sich mit seinen Nebenberuf als Journlist bei der Stadtzeitung über Wasser hält.
Währenddessen versucht ein Schriftsteller in Geldnot die Phantasien seiner Klientin Tanja R. versucht gerecht zu werden. Immer wieder sitzend vor einem Flamingogehege und einer mysteriösen Frau im Blickwinkel.

Die Erzählung von Laura Lay hebt sich weit von anderen erotischen Material ab. Hier geht es nicht nur um das Eine, sondern viel mehr über die Beziehung zueinander, das gegenseitige Beschnuppern der Charaktere, auch einmal über das Zurückscheuen anstelle von aufeinander zurennen und übereinander herfallen. Nicht wie es im Genre üblich ist, hat sie Figuren, die Hals über Kopf im Bett landen, sondern sie schafft eine dynamische Geschichte, die sich interessanter schreibtenischer Kniffe bedient um ihren Leser am Ball zu halten.
Denn eigentlich ist die Erzählung, eine Erzählung in der Erzählung. Was der Schriftsteller schreiben soll, wird zur Realität oder ist die Fiktion von der Realität bestimmt? Diese leicht über allen schwebende Unklarheit treibt den Leser in das Netz der Autorin. Auf der kurzen Länge entwickelt sie ihre Charaktere, schafft Nuancen und ihr gelingt es gleichzeitig die Erotik nahtlos in ihre Geschichte einzuflechten. Wer hier auf eine Geschichte spekuliert in der sich zwei Menschen treffen und es wild treiben, der hat bei Laura Lay schlechte Karten. Denn hier steht die komplette Handlung im Vordergrund, die durch Erotik nur erweitert wird. Im Zentrum steht das Aufeinandertreffen ihrer Charaktere und das was daraus erst entsteht, langsam voranschreitend bis zum Höhepunkt entwickelt. Darüber steht die Mysterie, die Geheimnisse und das Verborgerne.
Die Autorin verknüpft das mit einem gekonnten Schreibstil und der Eigenart Dinge eher subtil zu beschreiben anstelle von absoluter klarer Detailliertheit. Das macht auch den Reiz der erotischen Szene selbst aus. Es sind zarte, leichte und bildsprachliche Worte, die die Sache nicht verklären, aber den Raum für die eigene Phantasie geben. Es gibt kein Vulgärvokabular, keine direkte Nennung des Aktes. Sie machen die knisternde Stimmung der Erzählung, die schon von ihrer ausstrahlenden Geheimniskrämerei und den leicht verschlossenen Charaktere lebt, perfekt. So wird die Erzählung wahrlich sinnlich und verkommt nicht zur blanken Pornographie. Und man verliert sich stattdessen vollends in einer erotisch-mystischen Welt.

Fazit

"Das Geheimnis der Flamingofrau" ist der Auftakt einer spannend-sinnlichen Erotikreihe, die vor allem vom gekonnten Schreibstil ihrer Autorin lebt. Anspruchsvoll, erotisch und gleichzeitig unheimlich spannend. Ein kleines Lesevergnügen, das gerne länger hätte andauern dürfen.

★★★★

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