Rezension: Es muss nicht immer Hirn sein von Chris van Harb

03 August 2013 |

Zum Buch

Format: eBook
Seiten. 79
ASIN B00CPO3XHQ
Preis: 2,99 €

Kochbuch für den
speziellen Zombie
(auch für Menschen geeignet)

Was ist das Buch von Chris van Harb eigentlich? Eine Sammlung von Kurzgeschichten? Ein Zombie-Roman? Ein Kochbuch? Es ist alles gleichzeitig. Und das bizarr und humoristisch.
Die einzelnen Geschichten drehen sich um dem Zombie-Alltag. Was tun, wenn man vergessen hat die Menschenleber zu besorgen? Wie beginnt man sich als Neuzugang unter den Zombies an die neue Nahrung "Mensch" zu gewöhnen? Es werfen sich die schwierigsten Fragen auf, die nur ein Zombie haben kann. Manche stehen im Zwiespiel und wollen sich mit ihren neuen Essgewohnheiten nicht abfinden. Sie greifen lieber zu tierischen Innereien anstelle zu menschlichen. Speziell die jüngere Generation hat es satt, dass Menschen ausgeweitet werden müssen um ihnen als Nahrung zu dienen. Es ist auch eine viel zu blutige Angelegenheit.
Je weiter man sich in den Kosmus, den die Autorin Chris van Harb geschaffen hat, hineinliest, desto interessanter wird das Ganze. Zombies wirken auf einmal menschlich und sind nicht nur humpelnde und stöhnende Mülltonnen, die voller Maden sind. Es sind Individueen mit Bedürfnissen, die bei weiten nicht alle teilen wollen. Tierische Nahrung essen ist wie der Vegetarismus unter den Menschen. Da kann sich mal eine Zombiefrau empören, die überzeugte Tierinnereienesserin ist.
Dabei ist das Buch so aufgebaut, dass es immer mit einer Geschichte beginnt und auf ein Rezept hinführt. Innereien-Fans dürften sich vielleicht an diesen interessanten Kochideen freuen, andere können blindwegs darüber hinwegsehen. Ein Freund von Innereien wird man durch die Geschichten nicht werden, man bekommt höchstens die Inspiration sich daran zu wagen. Wobei der Ekel für viele wohl auch nach diesen Buch viel zu groß ist.
Doch viel wichtiger sind die einzelnen Kurzgeschichten, die mit viel Wortwitz und Charme erzählt sind und dem Zombie-Alltag näher bringen. Man lernt schnell, was finden Zombies an anderen Zombies sexy finden. Das Zombiefernsehen genauso trashig ist wie unseres. Und vor allem, dass es auch unter Zombies Selbsthilfegruppen gibt, weil sie mit ihren Zombieleben nicht zurecht kommen. All diese Dinge lassen eine Welt entstehen, die nicht lächerlich wirkt. Sie ist seltsam logisch, auf zombiehafte Weise, und faszniert eben dadurch, dass die Wesen nicht nur als hirnfressende Monster angesehen werden, sondern als Persönlichkeiten. Menschen, die eben nur neue Essgewohnheiten haben und deren Hunger unersättlich ist. Ihnen fallen hin und wieder mal Gliedmaßen ab und die Knochen sind auch ziemlich zerbrechlich.
Insgeheim wünscht man sich einen ganzen Roman in dieser von Chris van Harb gezeichneten Welt. Mit Liebe zum Detail und einen Schreibstil, der zwischen humoristisch beschreibend und überdreht hin und her springt, sind die Geschichten zu amüsant um nur Kurzgeschichten zu sein. Das alltägliche Leben von Zombies hätte einen ganzen umfassenden Roman verdient. Schon allein, weil die Ideen orginell sind und dem Zombiegenre neue Facetten abgewinnt.
Einziges Manko: Manchmal wirken die Geschichten am Ende zu konstruiert. Man musste umbedingt auf das Rezept hinführen, hat man des Öfteren das Gefühl, was den sonst ungewöhnlichen Geschichten schadet und ihnen Spannung kostet.

Fazit

"Es muss nicht immer Hirn sein" ist ein witziges Kochbuch mit ein paar, vielleicht leckeren - ich wage es nicht zu beurteilen-, Rezepten, die durch die ungewöhnlichen alltäglichen Situationen und Herausforderungen, die sich ein Zombie stellen muss, abgewürzt werden. Lustige Geschichten mit viel Humor und bizarrer Ähnlichkeit zum Menschleben. Einfach lesenswert! Wenn auch leider viel zu kurz und zu schnell weggelesen.


★★★★☆

Kommentare:

  1. Hehe, was für ein skurriles Buch! Allein das Cover und der Titel sind schon echt schräg. Klingt aber sehr witzig, danke für die Vorstellung. :-)
    Aber zum Fan von Innereien macht mich dieses Buch bestimmt nicht *würg*

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    1. Sehr skurril, aber das macht das Buch aus!

      Mich auch nicht, obwohl die Rezepte irgendwo sogar lecker klangen, wenn man Innereien halt mag... ich kann mir die nicht mal ansehen.

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  2. OMG das klingt ja mega geil :D:D:D
    Ich musste jetzt schon voll lachen.
    Was Zombies an anderen Zombies sexy finden :D:D
    Süss :D

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  3. Du verpasst was, wenn du es nicht liest! Zugegeben, der erste war schon richtig gut, aber der zweite toppt einfach alles. Es ist unglaublich. Wirklich, ich schwärme selten so... und die beiden Autoren haben's mir den Monat echt angetan. Du MUSST es einfach lesen... sonst verpasst du was!!!

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