Rezension: Zwölf Monate, siebzehn Kerle und ein Happy End von Juli Rautenberg

21 November 2013 |

Zum Buch

Verlag: blanvalet
Format: Taschenbuch
Seiten: 288
ISBN 978-3-442-38016-9
Preis: 8,99 €

Es reicht! Ein Mann muss her!

Juli Rautenberg hat es satt Single zu sein. Sie will auch endlich mal jemanden neben sich auf der Couch sitzen haben und nicht immer nur alleine in ihrer kleinen Wohnung sein. Was gibt es da Besseres als erstmal einen Schlachtplan auszuarbeiten. Zwölf Monate sollen es sein, alle unter einen anderen Thema, um den Mann des Lebens oder zumindest für den Moment zu finden. Dabei ist sich Frau Rautenberg zu nichts zu schade, sei es Speed-Dating, Online-Partnerportale oder einfach mal die Exfreunde daten (man könnte sich ja vertan haben). Diese kuriose Reise durch die Methodik der Liebe hält sie in einem Blog, dem sogenannten "Single-Experiment", fest und bringt ihre Leser zum Lachen, mitleiden und zum verständnisvollen Kopfschütteln oder Nicken. Dadurch entstand "Zwölf Monate, siebzehn Kerle und ein Happy End" und ein Buch, dass nicht nur Frauen das Lachen entlockt.

Was dieses Buch auszeichnet ist der stetig amüsante Grundton, den Juli Rautenberg an den Tag legt und so von Herzen kommt, dass man der Autorin und hier gleichzeitig auch Bloggerin ihres Schicksals einfach nur in die Arme schließen kann und sich oftmals wundert, warum eine Frau wie sie einfach keinen Mann findet. Die Frage stellt sie sich selbst oft, es sind ja schließlich die inneren Werte, die uns schlussendlich zur Entscheidung führen, ob wir die Liebe unseres Lebens auf dem Bett liegen lassen und verschwinden oder uns zu ihr Kuscheln und nicht mehr aufstehen lassen. Und genau da liegt das Problem, man muss erst die inneren Werte kennenlernen und die Äußeren bestimmen nun einmal den ersten Blick, und der ist, wie Juli Rautenberg selbst weiß, nicht das Topmodel, sondern eine wohlgeformte Frau mit Rundungen. Das man damit keinen Blumentopf gewinnt, weiß Frau und Mann, die in den Spiegel sehen und deren Hosen mal wieder um die Hüftgegend mehr zwicken als sich anschmiegen.
Diese unverkrampfte Ehrlichkeit ist genau das, was "Zwölf Monate, siebzehn Kerle und ein Happy End" zu einen so interessanten Experiment macht. Man hat hier niemanden, der perfekt ist, sondern eben normal. Ein paar Pfunde zu viel hat, gerne isst und nascht und eigentlich weiß, dass man es nicht für die Topfigur tun sollte, aber trotzdem tut, weil es ist halt eben so gut! Aber gleichzeitig jemand, der zu sich selbst steht, weiß wer er ist und einen teils bitterbösen Sarkasmus hat. Sie ist dabei wie eine deutsche Version von Bridget Jone, mit der 3 (bald) vorne beim Alter dran und mit einem Beruf, der nicht auf der Hitliste der attraktivesten Berufe der Welt gilt: Sie ist Lektorin. Und jetzt auch noch passionierte Bloggerin. Sie führt ein Onlinetagebuch über ihr Leben und Leiden, gesteht sich Fehler hat, hat Mut zur Schwäche und beleuchtet positive wie negative Ereignisse aus ihrem Leben.
Und je weiter man liest, desto mehr erfährt man von Juli Rautenberg, bekommt die Fragen beantwortet die man sich schon immer gestellt hat: Wer ist eigentlich auf Singlepartys? Wie ist das? Sind Onlineflirts wirklich immer so seltsam? Ist die Resterampe der Liebe wirklich so grauenhaft und wo trifft man eigentlich Liebe des Lebens?  Und lacht sich immer öfter tot und wischt sich die Lachtränen aus dem Gesicht. Mit jedem Versuch fiebert man mit und bedauert es, dass es doch wieder nicht funktioniert hat, ist geschockt wie skrupellos manche Leute sind oder was für Psychopathen und soziophobe Gestalten den Pfad der Liebessuche bestreiten, wo man persönlich schreiend wegrennen will und doch lieber gerne Single bleibt. Schon allein, dass sich jemand wagt diese Wege einzuschlagen, Kontaktanzeigen zu schalten, bei denen man sich schon immer gefragt hat, wer darauf antwortet, braucht viel Mut und vor allem ein gesundes Selbstwertgefühl (was wohl den meisten Kandidaten, die darauf antworten, vollkommen fehlt oder überproportional vorhanden ist). Mit Juli Rautenberg begibt man sich auf die Gefühlsachterbahn von Hoffen, Warten und wieder mal gescheitert sein, auf der ewigen Suche nach dem Glück und den Stress, den man sich macht und die Enttäsuchten, die man mal wieder erleben muss.
Das alles schaffen die sympathischen Blogeinträge von Juli Rautenberg. Sie bringt all diese Fragen, Dinge und Probleme auf dem Punkt, von jemanden, der eben ist wie jeder Andere und nicht die Frau, bei der die Männer sabbernd hinterherlaufen. Wer hier nicht lacht, der hat das Liebeschaos noch nicht erlebt oder hat gleich beim ersten Mal einen Volltreffer gelandet, denn hier spielt das Leben die Hauptrolle und das mit einen zwinkernden Auge und einer schallenden, lachenden Stimme. Ob es schlussendlich mit der Liebe klappt? Und vor allem wie? Das ist die zentrale Frage, die man sich stellt und auf dessen Antwort man bis zum Schluss wartet. Und man wird nicht enttäuscht und fragt sich mal wieder... warum ist Liebe eigentlich so verdammt einfach und warum machen wir sie uns so kompliziert!

Fazit

Witzig, spritzig und einfach nur sympathisch beschreibt Juli Rautenberg ihr Single-Experiment in "Zwölf Monate, siebzehn Kerle und ein Happy End". Unglaublich ehrlich und herzerfrischend amüsant.

★★★★

Kommentare:

  1. Sehr schöne Rezension! Ich kann dir nur zustimmen, das Buch war richtig lustig und einfach ein toller Lesespaß :)

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  2. Huhu!
    Klingt ganz gut, aber doch eher was für zwischendurch denke ich =)
    Ich habe dich getaggt^^ Vielleicht hast du ja Lust mitzumachen :D

    Liebe Grüße :)

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    1. Genau, eine lockere und leichte Lektüre für Zwischendurch ;)
      Tags mache ich leider keine mehr, tut mir leid.

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