Nicht noch ein Jahresrückblick 2013...

31 Dezember 2013 |
... aber ja! Es gibt sie nicht genug! Gebt mir mehr und mehr! Nein, nein... keine Angst, ich halte mich kurz, ich hab es auch heute spotan beschlossen (9:44), also kann keiner von mir großartige Grafiken oder sonstigen Schnickschnack, Innovationen etc. erwarten. Heute kommt geballte Emotion ohne professionellen Blick, analytische Bewertung und Objektivität. Wenn man so will... die Gedankengänge, wenn ich einen Roman lese.

Den Preis für die wohl klischeehaftesten und grauenvollsten Charatere unter der Sonne gewinnt ganz klar "Losing It" von Coarmack (Rezension). So naive, trottelige und vor Klischee triefende Charaktere trifft man selten. Erstens lernt man sie überhaupt nicht kennen, man bekommt sie einfach aufgedrückt und Mr. Perfect macht einen einfach so geil, weil er Brite ist und the greatest hotness on earth. Da kam mir schon leicht die Galle hoch (nicht wegen seinen feucht machenden britischen Akzent. Britischer Akzent ist toll). Als ich dann auch noch einen treudoofen Abklatsch von Bella aus Twilight hatte, nur noch dümmer und noch tapsiger, konnte ich mir nur noch die Hand ins Gesicht klatschen. Bliss Edwards (als hätte man aus Bella und Edward einen Namen gebastelt) ist natürlich die Jungfrau in Not und ach, sie will die Liebe ihres Leben finden, aber es ist doch soooo schwer. Und sie findet ja keinen, weil keiner der Richtige scheint und ach, Leben ist so hart! Schon da wollte ich der lieben Bliss am liebsten eine Klatschen.  Die Situationen in die die beiden geraten... da fragt man sich schon wie ein Dozent an der Uni so hirnlos sein kann! Er liest Shakespeare. SHAKESPEARE! Er sollte verdammt nochmal wissen wie das Leben ist, aber er stellt sich ja genauso bescheuert an. Eigentlich hofft man schon spätenstens nach einem Viertel des Buches, dass sie flachgelegt wird und endlich mal Handlung entsteht, aber nein... NEIN! Zu früh gefreut, es geht weiter... und man kann einfach nur noch den Kopf auf den Tisch knallen lassen, immer wieder, heftig, weil man so dumm wahr und dachte, es gibt ihr eine lustige Liebeskomödie zu lesen. Lockerleicht... naja, das war es, aber ich verstehe unter lockerleicht nicht strunzdoof. Man möchte die beiden nur schütteln und eine reinhauen, weil sie ihr Hirn nicht benutzen, was sie aber wohl eh nicht haben. Kitsch auf hohen Niveau... wobei, welches Niveau?! Ich warne vor diesen Roman, er ist grauenhaft! Die Handlung lässt sich folgt kurz zusammenfassen: Ja, ich will dich, nein, ich darf nicht, aber ich will ihn, aber ich darf nicht, er ist mein Lehrer, er ist so geil, oh verdammt, er ist mein Lehrer, aber er macht mich scharf. Oh, er ist in meinen Bett, nein, ich kann nicht, ich darf nicht. Am Ende schaffen sie es dann natürlich happy zu sein, nachdem natürlich noch ein Typ auftaucht, der Bliss toll findet und sie durch höchstprickere Situationen doch noch zueinander finden. Übrigens, die Bettszene auf die man so lange wartet ist dann so unglaublich banal, dass man wirklich nur noch schreien möchte und auf den Roman drauftreten. Mehr Kitsch ging nämlich nicht mehr!

Die schlimmste Handlung hatte hingegen eindeutig "Gone Girl" (Rezension) von Gillian Flynn. Wie man so viel Potenzial in die Tonne treten kann ist wirklich eine Kunst. Dafür sollte der Roman gelobt werden, nicht für seine Besonderheit... ja, er ist besonders. BESONDERS MIES! Denkt man sich anfangs noch, es könnte interessant werden, es ist ungewöhnlich und zeichnet eine hervorragende Beziehung mit all ihren Entwicklungen, will man ab Teil zwei nur noch schreien. Nicht vor Entsetzen, sondern das man mit einen solchen Start und der Grundlage eine überkonstruierte Story abliefern kann, bei der man das Buch gegen die Wand klatschen will, anzünden und denken: WTF! GILLIAN FLYNN! WIE KANNST DU NUR! Und mit jeder weiteren Seite wird es nur noch schlechter und grauenhafter. Der Realismus hat sich schon umgebracht und die Logik kauft sich dann auch schon den Strick. Ich war kurz davor zu weinen, weil man aus der Grundidee etwas Großartiges machen hätte können, ja, auch das Ende zeigt wirklich, dass hier etwas Großes vorliegt! Ein großer Scheißdreck, weil die Autorin ihre eigene Idee schlechter nicht umsetzen konnte. Jedes Mal, wenn ich höre: "DER ROMAN DES JAHRES 2013!" und so viele total begeistert waren, springt bei mir der Würgereflex und ich würde am liebsten den 600 Seiten Schinken nehmen und den Leuten an den Kopf klatschen. Man dachte an Innovation beim Thriller und es fing ja auch gut an, aber nein... warum was Gutes daraus machen, wenn man Schund produzieren kann! Leider darf ich nicht spoilern, ich würde so gerne, aber vielleicht möchte sich der ein oder andere doch noch überzeugen, ob es wirklich so mies ist (lasst es... vertraut mir einfach). Da bekommt der Untertitel "Das perfekte Opfer" doch eine ganz neue Bedeutung... Wir als Leser sind die Opfer dieses Buches. War das vielleicht die versteckte Aussage?

Aber es gab ja auch zwei Romane, die ich wohl für immer in meinen Herzen behalten werde. Sie waren großartig und werden wie mit einen Schatz gehütet.

Wen wundert es eigentlich, dass ich John Green hier erwähne? Wer mich kennt, ist bestimmt genervt wie sehr ich diesen Autor vergöttere. "The Fault in our Stars" (Rezension) hat mich so sehr berührt, mich zu Tränen gerührt und ich wusste nicht wohin mit meinen Emotionen. Ich werfe es jeden an den Kopf, der es noch nicht gelesen hat, verurteile jeden, der es nicht mag und ich bin ein richtiger Fanboy von John Green geworden. Manche finden es zu sentimental, zu simpel, ich finde es gerade dadurch großartig, weil es so alltäglich ist und Hoffnung gibt, Licht bringt und dabei für die Realität noch Raum lässt. Manche Szenen waren so malerisch, dass sie nur noch schön waren. Die Liebe zwischen zwei kranken Jugendlichen, die sich gefunden haben, ist einfach ergreifend. Dieses Ende... wer es gelesen hat, weiß wovon ich rede. Da hätte ich eine gute Packung Taschentücher brauchen können, weil es so wundervoll ist. Männer sind auch sensibel, damit ihr es wisst! Muss ich eigentlich noch mehr zu dem Roman sagen? Lest es verdammt nochmal! KAUFT UND LEST ES!

Nur emotional betrachtet machte mir "The Perks of Being a Wallflower" (Rezension) von Stephen Chbosky mehr zu schaffen. Rein aus dem Gefühl heraus... denn es war wie ein Spiegel meiner selbst. Ich krallte mich an die Zeilen und musste es immer wieder weglegen, weil es mir viel zu nahe ging, viel zu persönlich war, weil ich mich in Charlie zu sehr selbst fand. In vielen Dingen waren wir einer Meinung, teilten Gefühle und Momente, auch wenn es anfangs nicht so schien. Je weiter ich las, desto mehr zerbarst mir mein Herz. Es war diese Authenzität, die mir Angst machte, immer wieder, dass ich es nicht in einem Rutsch durchlesen konnte. Die Situationen waren mir so bekannt, dass ich Charlie einfach verstehen konnte und mich in ihn verlieben musste. Man findet irgendwann immer DAS Buch, dass einen wiederzuspiegeln scheint. Bei mir ist es "The Perks of being a Wallflower", das wohl mein Leben als Schüler auf 240 Seiten gebannt hat...
Außerdem werden dort so viele englische Buchklassiker genennt und angesprochen, dass ich noch einiges an Literatur vor mir habe. Es ist wundervoll, wunderschön und eigentlich mit seiner Briefform einfach gehalten. Doch gerade das macht es genial. Und da kann sonst wer kommen und sagen: Es ist nur ein Jugendbuch! Es wird für mich immer mehr bleiben, als nur das...

Und das war es mit 2013. Ein seltsames Lesejahr, eines mit wenigen Höhepunkten, dafür mit zwei großartigen Romanen, die mein Leben wohl noch lange begleiten werden... und das war jetzt mein toller Jahresrückblick 2013. Höchstprofessionell gestaltet, mühevoll verfasst und ich saß jetzt Stunden daran (10:29).
Ich hätte jetzt noch das Skoobe-Treffen erwähnen sollen, oder? Ich hoffe man verzeiht mir diesen Fauspax. Hab ich sonst noch was vergessen? (Nachtrag um 10:56, kurz nach Veröffentlichung).

Und damit wünsche ich allen Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2014.
 
Hier bitte eine selbsterstelle Silvestergrafik vorstellen!
Mit ganz viel Feuerwerk.
Mit Lichteffekten.
Einen tollen Schriftzug.
Innovative Sprüche.

Vielen Dank!

Auf tolle Romane, spannende Momente und vor allem auf das wir alle gesund bleiben, damit wir auch brav lesen können. Man sieht sich 2014 wieder!
(nicht zu gut rutschen und nicht so viel trinken, sonst bereut ihr schon den Neujahrestag. Wir wollen doch alle einen guten Start, oder?)

Kommentare:

  1. Hach, ich schmeiß mich weg. :'D Ich kann nicht mehr, waren die ersten zwei "Rezis" genial. xDDD Herrlich, mehr davon. BITTE! Und wenn du dafür schlechte Bücher lesen musst, mir egal. :'D (Okay, dir nicht, aber trotzdem!).
    "The Perks of Being a Wallflower" möchte ich auch noch unbedingt lesen wegen dir und paar anderen Bloggern. :) Wie heißt es noch einmal auf Deutsch? Müsste ich noch einmal nachschauen.
    "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist so schön! <3 Im Englischen ist es (laut Freundin) noch ein ganzes Stück besser als im Deutschen. Aber du weißt ja wie ich zu Englisch stehe. ._. Mittlerweile liegt auf meinem SuB "Eine wie Alaska", darauf bin ich schon total gespannt!

    Ich wünsch dir einen guten Rutsch ins neue Jahr, sauf nicht zu viel! :D <3

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    1. sonst habe ich doch eine andere Art von Buchbewertung ;) also wird das nicht so oft vorkommen (oder vielleicht doch?)

      "Das also ist mein Leben" heißt es in Deutsch. "Eine wie Alaska" ist sehr gut :) meine erster John Green ;)

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    2. Mir gefällt diese Art sehr viel besser! :D
      Ok, ich versuche es mir zu merken.^^

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  2. haha, ich lach mich weg! Ich liebe es, wenn man einfach mal kein Blatt vor den Mund nimmt! Mehr davon!!!

    Nur zu blöd, dass ich "Gone Girl" noch auf dem SuB liegen habe und du mich mit deiner Rezi nun gerade zu neugierig gemacht hast, ob es wirklich sooooooooo schlecht ist! Werde dann wohl bald schon das nächste "perfekte Opfer" des Buches sein!
    Viele Grüße
    Steffi

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    1. Dann bin ich ja auf die Bewertung schonnmal gespannt! :)

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  3. Danke! Jetzt habe ich mich einmal schön gekringelt vor Lachen und mit meinem Kaffee rumgekleckert... ;) sehr witzig deine Jahreszusammenfassung!
    Bei John Green sind wir uns sehr einig, "Gone Girl" fand ich nicht so schlimm...

    Viel Glück beim Lesejahr 2014, auf dass es viele Green- und wenige Flynn-Momente werden!
    LG Alex vom Read Pack

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    1. Danke :) ich hoffe auch, dass 2014 wieder mehr gute Bücher dabei sind ;)

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  4. XD

    Herrlich - einfach nur herrlich!

    Ich wünsch dir ein frohes neues Jahr!

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