Produkttest: Skoobe

02 Februar 2014 |

"Wie wäre es, wenn du immer und überall deine Bücher dabei haben könntest?" Nach diesem Motto arbeitet Skoobe, eine virtuelle Bibliothek ohne Öffnungszeiten und Limits. Man hat die Wahl zwischen tausenden von Titeln, die man via Smartphone, Tablet und Co. überall und jederzeit abrufen kann. Durch die kleine App wird der elektronische Begleiter zum eReader, bei der man eine Buchflatrate hat, die jedem Leser das Herz höher schlagen lässt.
Je nach Paket kann man dabei auswählen, ob man 3 (Basic) oder 5 (Plus und Premium) gleichzeitig ausleihen will um diese parallel zu lesen. Der Fortschritt wird einem via Balken angezeigt und falls das Buch einem nicht gefällt, kann man es einfach zurückgeben und sich ein Neues holen. Und damit ergeben sich jede Menge Vorteile gegenüber dem normalen Bibliotheken, die mit ihrer "Onleihe" nur ein begrenztes Kontigent an Büchern haben und damit verbunden eine eingeschränkte Anzahl an Lizenzen. Skoobe kennt keine Leihfristen und es gibt keine Einschränkungen bei der Verteilung der Lizenzen. Jeder Skoobe-Nutzer kann das Buch ausleihen und lesen, während man bei "Onleihe" öfters auf sein Wunschbuch warten darf und muss. Egal wie lange man für das Lesen braucht, bleibt das Buch ausgeliehen und man kann jederzeit darauf zurückgreifen. Kein plötzliches Einkassieren des eBooks und 24 Stunden am Tag geöffnet, steht "Skoobe" mit jede Menge Tipps bereit. 

Der monatliche Betrag von 9,99 € (Basic-Paket) beinhaltet dabei auch die Sychronisierung zweier Geräte. Besitzt man also Smartphone und Tablet, kann auf beiden Geräten gelesen werden ohne von einem Gerät abhängig zu sein. Will der Partner also mitlesen, kann er es über den angemeldeten Account des Anderen tun und die drei freien Ausleihplätze können untereinander aufteilt werden. Braucht man mehr Plätze, kann man diese über Aufpreis erhalten. Dabei ist Skoobe fristlos kündbar ohne zusätzliche Kosten oder besonderen Auflagen, was für die Flexiblität spricht. Zudem ist die App unglaublich einfach konzipiert. Intuitiv bedienbar und einfach strukturiert, findet man sich schnell im System zurecht und bekommt immer aktuelle Informationen über neu katalogisierte Bücher. Einfach und schnell findet man zum Wunschbuch und wer stöbern will, kann sich die Neuerscheinungen ansehen oder die bestbewerteten Bücher aussuchen. Denn nebst dem Lesen, können auch die gelesenen Romane bewertet und rezensiert werden. Seine Lieblingsbücher oder Wunschbücher können in persönlich zusammengestellten Listen kategorisiert werden. Das große Angebot an eBooks, welche Skoobe anbietet, umfasst mittlerweile mehr als 30.000 Bücher aus den Bereichen Belletristik, Kinder- und Jugendbücher wie Sachbücher. Ein großes Sortiment, welches durchaus attraktiv ist und das Angebot von "Onleihe" - abhängig von der jeweiligen Bibliothek - übertrumpfen kann.
Doch auch, wenn ein umfangreiches Angebot vorhanden ist, hat es mit der Aktualität zu kämpfen. Nicht jeder Verlag oder Autor arbeitet mit Skoobe zusammen, so dass bisher nicht alle Verlagsgruppen abgedeckt sind, obwohl die Zahl an Teilnehmer immer mehr wächst. Dies führt auch zu Verzögerungen bei der Katalogisierung. Nicht jedes neu erschienene Werk ist sofort ab seinen Erscheinungstag bei Skoobe erhältlich. Bei weitem ist nicht jeder Bestseller ausleihbar, und wenn es der Fall ist, sind es oft Romane, die schon länger die Bestsellerlisten anführen. Außerdem werden hauptsächlich deutschsprachige Werke angeboten - vereinzelt gibt es auch englische Bücher - , so dass Fans englischer Literatur nicht auf ihre Kosten kommen werden.
Das eigentliche Lesen mit der App ist dabei viel besser gestaltet als viele andere Leseapps auf dem Markt. Individuell anpassbar in Punkto Helligkeit, Schriftgröße und Hintergrundfarbe, kann man auch die Silbentrennung ein- oder ausschalten wie Stellen über Lesezeichen markieren. Texte lassen sich im Hoch- wie im Querformat lesen, und die Menüführung für das Inhaltsverzeichnis wie für gesetzte Lesezeichen ist simpel gehalten. Allgemein hat man es hier mit einer durchdachten Readerapp zu tun, die für den Leser gemacht wurde. Kleine Anzeigen klären auf wie viele Seiten es noch bis zum nächsten Kapitel sind, wie viele Seiten das Buch insgesamt hat und die Zeitanzeige schafft es auch bei einem spannenden Roman, dass man nicht die Station verpasst. Textstellen können kopiert und Wörter in Wikipedia, Google oder im Wörterbuch nachgeschlagen werden. Man findet sich problemlos zurecht und hat ein angenehmes Lesegefühl.
Aber trotz aller Vorteile bleibt ein Manko: Die App ist nun einmal nur einsetzbar für Smartphone und Tablets, die keinen buchähnlichen Bildschirm aufweisen. Die E-Ink-Technologie, die diesen Angebot abrunden würde, ist leider nur für eBook Reader bestimmt, die keine Apps unterstützen. So muss man sich, wer zu Skoobe greift, mit farbigen Displays anfreunden, die das Lesegefühl etwas trüben und für den ein oder anderen eine Belastung für die Augen sind.

Für wen ist Skoobe geeignet?
Skoobe bietet viele Möglichkeiten, die man verschiedenartig einsetzen kann. Die App lohnt sich wirklich für Vielleser, die hier eine Flatrate geboten bekommt, die durch ihre Angebotseinschränkungen nicht perfekt, aber sehr gut daherkommt und eine Vielfalt anbietet, die man bei anderen virtuellen Bibliotheken vermisst. Wer Bücher geradezu verschlingt, kann hier richtig sparen und zahlt zwar mehr als bei einer Bibliothek, genießt aber dafür einen erstklassigen Service. Einziges Manko bleibt die Technologie, die dafür verwendet werden muss, da bisher nur kaum - auch wegen ihrer geringen Verwendbarkeit - Tablets oder Smartphones mit E-Ink-Displays auf den Markt sind, die das Leseglück abrunden würden.
Eine andere Möglichkeit die App zu nutzen, ist sie als Ergänzung anzusehen. Fans von gedruckter Literatur, die aber gerne unterwegs eBooks lesen möchten, haben oft das Problem, dass die eBooks bei ihrem Kauf nicht inklusive sind. Durch Skoobe kann man unterwegs den Lieblingsroman lesen und zahlt für eine Vielzahl von eBooks nur einen geringen Preis, kann im Austausch dafür den dicken Wälzer daheim liegen lassen, solange man unterwegs sind. So hat man eine mobile Version des Buches und eine für das Regal.
Für Leute, die lieber leihen als kaufen, aber viel unterwegs sind, ist diese App ideal gemacht. Das eh ständig mitgeführte Tablet kann gleichzeitig als Reader funktionieren, so dass es gerade für Studenten oder Berufstätige, die ständig von A nach B springen müssen, oder einen kleinen Geldbeutel haben, immer und überall lesen können, unabhängig von den lokalen Gegebenheiten.

Kommentare:

  1. Hm... also ich würde das ja gerne mal ausprobieren, allerdings finde ich es eine ziemliche Glückssache da man scheinbar angemeldet sein muss um zu sehen was die alles haben.

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    1. Soweit ich weiß, kannst du aber die Skoobe App herunterladen und in den Katalog hineinsehen OHNE Bezahlung. Lesen kannst du dann natürlich noch nicht... aber die Auswahl kann man sich schon ansehen ;)

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    2. Ich habe festgestellt das mein 3 Tage kostenlos bekommt um das auszuprobieren :-) reicht mehr als genug um sich das Angebot anzuschauen.

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  2. Ich habe von Skoobe schon gehört, aber ich wäre viel zu Faul um "am Ball zu bleiben", aber ich finde die Idee gut!

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  3. Geht das auch mit einem eBook-Reader (wie der Tolino, oder wie das Ding heißt) oder braucht man dafür ein Smartphone / Tablet?

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    1. Mit eBook-Readern geht es nur, wenn er Apps akzeptiert. Also Tolino wird das wohl nicht nehmen, außer es ist das Tolino Tab, was aber wieder ein Tablet ist.

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  4. Danke für die Info, ich hatte gerade wegen dem Dienst mit immer überlegt, einen Tolino zu kaufen, aber das hat sich dann erledigt.

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