Vorstellung: readfy

18 Februar 2014 |
Seit ein paar Wochen geistert nun also readfy durch die Weiten der Appwelt. Es soll ein "Spotify für Bücher" sein. Die Namensähnlichkeit ist schon einmal nicht abzustreiten und das Konzept dahinter, macht wie es alle Flatrateangebote, die es bisher ab. Ganz nach dem Vorbildern, wird eine kostenlose Flatrate angeboten, bei der man so viel lesen kann wie man möchte. Klingt doch super, oder? Kostenloses Lesen ohne einen Cent ausgeben zu müssen!
Aber irgendwie muss sich so etwas amortisieren und Gewinn bringen und so hat sich readfy auch etwas ausgedacht. Während bei Spotify es ein Limit gibt, bei dem die Musik nicht mehr abspielbar ist und Werbung zwischen die Songs geschalten wird, sind es hier Banner, die während des Lesesn oben am Rand eingeblendet werden oder der komplette Bildschirm von einer Werbeanzeige verdeckt wird. Freimachen können, soll man sich dann mit einer monatlichen Gebühr.
Bisher befindet sich das Angebot in der Betaphase und soll voraussichtlich ab den Sommer vollkommen etabliert sind und versucht auf den Zug der eBooks aufzubringen. In dieser Richtigung gibt es mit Skoobe schon einen erfolgreichen Leseapp-Anbieter, der eine Leseflatrate anbietet, bei der man gegen einen monatlichen Betrag so viele Bücher lesen kann wie man will.

Betaversion readfy
Ich konnte einen Betatest-Konto ergattern und durfte damit schonmal in die App hineinschnuppern.
An erster Stelle stand für mich das Angebot an Büchern. Da sie sich erst in der Testphase befinden, ist die Auswahl bisher nicht so groß und noch weit von anderen Anbietern entfernt. Trotz allem bietet sie schon einige interessante Titel. Neben Büchern aus kleinen und mittelständigen Verlagen wie der Sieben Verlag, finden sich auch vereinzelt Romane aus Publikumsverlage wie beispielsweise "Gelöscht" von Teri Terry. Die angebotenen Büchern sollen aber noch wesentlich erweitert weiter und auch fremdsprachige Literatur soll seinen Platz im Angebotsportfolio finden. Für den Anfang kommt die Auswahl sympathisch rüber.
Die App selbst wirkt relativ aufgeräumt, schön sortiert und man findet sich schnell darin zurecht. Bücher können in Listen angelegt werden und die Suche funktioniert einwandfrei. Im Angebot selber zu stöbern ist bisher noch lästig, da noch zu wenig Aktivität von den Usern herrscht. Die User selbst können neben dem Lesen, auch Rezensionen schreiben und Bewertungen abgeben, welche dann auch für die Sortierung, dem Ranking, dient und die Buchsuche verbessern wird und kann. An mancher Stelle wünscht man auch noch eine Übersicht über die Bücher, die man gerade liest um sich nicht erst wieder eine extra Liste anlegen zu müssen.
Das Lesen selbst war für mich bisher passabel. Davon ausgeschlossen sind an dieser Stelle noch fehlende Funktionen wie lange Wartezeiten bei den Bücher, die nachgeliefert werden sollen und optimiert werden. Es geht vielmehr um die Werbung. An sich stellt readfy eine interessante, kostenlose und moderne Alternative zum Buch da. In einer Zeit, wo Materialismus zweitrangig wird, ist ein solche Möglichkeit natürlich attraktiv. Trotz allem stören diese Einblendungen den Lesefluss teilweise sehr, wenn plötzlich eine Anzeige aufplobbt und einen ablenkt. Eigentlich ist damit das Ziel erreicht, dass die Werbung ins Auge springt, kommt aber teilweise in viel zu kurzen Intervallen, sodass einen das Lesevergnüngen abhanden kommt. Ob dies so bleiben wird, steht noch nicht fest und wird sich erst im Sommer zeigen müssen.

Was bringt also readfy mit sich?
Bisher bleibt Skoobe das bessere Angebot in diesem Bereich, da sie ein paar Nasenlängen voraus sind. Wenn readfy aber weiter an seiner App arbeitet, hat sie aber durchaus das Potenzial konkurrenzfähig zu sein. Der kostenlose Dienst bietet neue Möglichkeiten, die das Angebot auch für neue Gruppe interessant machen könnte. Vor allem, wenn man eine Ergänzung zum Printbuch sucht oder kein Vielleser ist, kann man über die Werbung hinwegsehen und bekommt jede Menge Lesestoff zum Nulltarif. Inwieweit und wie stark beeinträchtigt der Lesevorgang selbst ist und wie durchdacht er ist, muss die Vollversion aber noch zeigen, die noch viele Extras bieten wird und neue Lesergruppen erschließen kann.
Ingesamt zeigt readfy mit seiner App neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle auf, die das digitale Zeitalter der Literatur mit sich bringen wird, und man darf gespannt sein wie sich readfy entwickeln wird.

Kommentare:

  1. Ein sehr interessanter Post! Bisher hab ich von Readfy noch gar nichts gehört und langsam frag ich mich wirklich, ob ein Tablet nicht eine sinnvolle Investition wäre. Auch wegen Skoobe.

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    1. Olá Petzi <3
      Ich hatte vor seinem Post auch noch nichts von dieser App gehört und finde das wirkich interessant, aber ich persönlich finde es lässt sich auf einem Tablet genauso hässliche lesen wie auf einem Handy oder Laptop/PC/ähnliches. Es spiegelt einfach mal tierisch und das nervt. Ich habe außerdem immer das Gefühl, dass sich meine Augen viel mehr anstrengen müssen, als bei meinem Tolino Shine <3

      So viel dazu ;*

      Liebst, Lotta

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  2. Hallihallöchen lieber Sky :D
    Ich habe die witzige Angewohntheit deine Posts immer vollständig zu lesen, also fühle dich geehrt, das mache ich wirklich nur sehr selten.
    Ich finde diese App ziemlich interessant, aber ich muss auch gestehen, dass ich unglaublich ungerne auf meinem Tablet/Handy/Ideapad lese. Allein schon von der Oberfläche her.
    Für mich wäre es perfekt wenn es solche Anwendung mit Anbindung auf meinen Tolino Shine geben würde.. Das fänd ich wirklich mal gut. Dann könnte ich mir auch vorstellen sowas wie Skoobe und Readfy zu nutzen.. naja vielleicht kommt sowas ja noch .. :D

    Liebst, Lotta

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    1. Freut mich :)

      Also sowas wäre natürlich genial. eInk-Technologie trifft auf Tablet ;) Wird hoffentlich irgendwann einmal kommen.

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  3. Spannend, ich habe mich auch gestern freischalten lassen und spiele mit der App. Der Vergleich mit skoobe drängt sich natürlich auf, aber das Konzept ist doch etwas anders auch durch den "social reading"-Aspekt. Ich bin gespannt wie das weiter geht.

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    1. Gerade der Aspekt macht mich noch richtig neugierig. Mal sehen, was da noch kommen wird. ;)

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