Rezension: Rush of Love - Erlöst von Abbi Glines

15 Mai 2014 |

Zum Buch

Originaltitel: Never too far
Verlag: Piper
Format: Taschenbuch
Seiten: 272
ISBN 978-3-492-30437-5
Preis: 8,99 €

Rush of Love-Reihe

2. Erlöst
3. Vereint

Anmerkung: nur für erwachsenes Publikum

Die Folgen von Geschlechtsverkehr
mit einem Rockstar

Die Wahrheit über ihrer Mutter und ihren Vater erschütterte Blaire. Ihr Vater hat sich für die Tochter entschieden, die ihm wichtiger erscheint. Und die ist die Schwester von Rush und er eigentlich die Liebe ihres Lebens. Für sie steht der Entschluss fest, der Stadt den Rücken zu kehren und die Akte Rush für immer zu schließen. Er hat sie angelogen, ihr etwas vorgespielt. So darf es nicht sein.
Sie flüchtet deswgen zurück nach Summit und muss doch bald nach Rosemary Beach zurückkehren. In Summit hat sie nämlich niemanden mehr. Ihre Mutter tot und begraben und ihre bester Freund enttäuscht sie. Doch wie soll sie sich Rush entziehen, wenn er ihr so nahe ist? Sie ihr Leben in Rosemary Beach fortsetzen muss?
Und das ist nicht nur eines ihrer Probleme, denn sie erwartet ein Kind. Ein Kind vom Rockstarsohn. Deswegen zieht sie vorerst zu ihrer besten Freundin Bethy, die sie tatkräftig unterstützt. Doch wie gut kann es sein, dass Rush immer noch versucht ihr Herz zu erobern?

Im zweiten Teil kommt eigentlich das, was man schon bei "Verführt" kommen sah. Und es wird noch schlechter, als es schon zu Beginn war. Wer keinen Pariser benutzt und die Pille auch nicht geschluckt wird, kann das ja nur schief gehen. Pardon, ich meine, man kann das Glück empfangen! Denn der Sex hat seine Folgen und der kommt in Übelkeit und Hormonschwankungen. Bei Blaire sieht das dann eher so aus, dass gebratenes Fleisch sie zum Würgen bringt, aber sie rollig wird wie eine untervögelte Katze. Da reicht dann auch schon ein kurzes Streifen der Möpse und sie ist auf 180! Meine Güte, die wird aber rattig. Vielleicht hat Rush aber magsiche Hände, man weiß es nicht...
Rush versucht anfangs, in seiner Depression ertrinkend, wieder an Blaire heranzukommen. Die Wahrheit über seine Schwester Nan und ihren Vater hat sie verletzt und Rush gibt sich die Schuld daran. Dabei ist sie die einzige Frau, die er wirklich liebt, nicht nur benutzt für seine sexuellen Triebe. Normalerweise ist beim Rein-Raus-Spiel Schluss. Er nimmt sich eben alles, was er will und lässt es fallen. Doch bei Blaire ist die Gefühlswelt eine Andere und daher ist er ganz froh, dass sie wieder nach Rosemary Beach kommt. Anfangs wehrt sich Blaire noch, so sehr auch sie eigentlich für Rush Finlay auch empfinden mag, aber es ist klar, dass die beiden wieder aufeinandertreffen. Und dann abgehen wie Schmitz' Katze!
Alles keine Überraschungen und alles Dinge, die man schon im ersten Band kommen sah. Vom Hocker reißt einem die Geschichte auf jeden Fall nicht. Und dann wäre auch dieser nervige Pseudokonflikt. Dieser ständige Streit zwischen: Nan ist ihm wichtiger und ich bin es doch nicht wert. Was will er schon von mir, er lässt mich bestimmt mit dem Kind sitzen und ach, ist doch alles so doof. Mensch, Mädel, es sieht ein Blinder mit Krückstock, dass er dich bis zum Mond vögeln würde um für immer bei dir zu bleiben! Meine Fresse!!! Für ihre Lebenserfahrung ist sie eigentlich eh viel zu kindisch geraten und zwischenmenlische Andeutungen erkennt sie glaube ich eher schlecht. Einfach abhauen, alles klar... hochschwanger geht das bestimmt alles ganz, ganz allein. Ohne Probleme! Schafft man dann bestimmt, wenn man einen dicken Bauch vor sich herschiebt.
Tja, doof ist hier vieles. Vor allem die beiden Hauptcharaktere. War Rush anfangs noch ein richtiger Kotzbrocken, mutiert er hier zur Schmusekatze und "Hab mich doch lieb, oh gott, ich heul gleich"-Typ. Und weil Abbi Glines der Meinung war, man sollte den Leser mehr Einblick verleihen, wechseln auch die Perspektiven zwischen Blaire und Rush. Was wahrscheinlich Spannung und Dynamik bringen soll, aber schlussendlich einen reizt, weil sie beide so hirnverbrannt sind (macht wohl der abartig geile Sex) und so gar nichts raffen. Statt mal zu reden, jammern sie in sich hinein. Blaire, weil sie ja bestimmt verlassen wird, es niemals für die Ewigkeit sein könnte. Rush, weil er sich blöd vorkommt (ich pflichte dir bei, Rush) und er doch so schlecht für Blaire ist, sie nicht wert ist. Nach der gefühlten fünfhundersten Formulierung, wollte ich den Roman gegen die Wand klatschen. Das ist nicht mehr ein Versinken in Selbstmitleid, dass ist schon ekelhafte Scheindramatik, die aber, OH WUNDER, durch Sex wieder gelöst wird. Apropos die Sexszenen, die sind noch kürzer, noch ungeschliffener und noch unspannender gehalten als bei "Verführt". Stilitisch sind sie noch unschöner geraten. Der Schreibstil allgemein ist oftmals eine Katastrophe. Da denkt sie einen Satz vor und sagt ihn dann später einfach. Sinn? Mehr Sätze? Die Doppelung war kein Einzelfall. Allgemein hat man das Gefühl die Hälfte des Romans ist eine einzige Wiederholung von Sorgen und Problemen und Sorgen und Problemen. Hab ich schon Sorgen und Probleme erwähnt? Und natürlich Dramatik! Ganz, ganz viel Dramatik!
Ganz toll finde ich da auch den "Dirty Talk". Ich weiß ja nicht, ob Frauen wirklich hören wollen, dass die "Pussy" jetzt Rush gehört. Sie ist mein! Sie gehört mir! Finger weg! Meine Ische, uga uga. Muss ich mehr dazu sagen? Nein, ich glaube nicht. So viel Besitzertum lässt mich den Kopf schütteln. Aber er passt wenigstens auf das Pfläumchen seiner, von ihm höchstpersönlich geschwängerten, Freundin auf.
Seltsamerweise sind die Nebencharkatere weitaus gelungener als die beiden Protagonisten. Allem voran Woods zeigt seine Vielschichtigkeit, seine einfühlsame Seite und weiß wie der Hase läuft. Weiß, wann man loslassen sollte und ist nicht wie ein beißender Hund, wenn es um seine Bitch (engl. Hündin) geht. Er ist da, wenn man ihn braucht, hat Verständnis und noch vieles mehr. Hat man ganz schon unterschätzt. Warum können sich die beiden Süßen da nicht ne Scheibe davon abschneiden? Wobei hier die Nebendarsteller eh nur Gastrollen spielen, oft gut besetzte Rollen, die aber da sind, wenn man wieder etwas Schwung in die Geschichte bringen muss, also es halt versucht. Schwups sind sie da und dann sind auch wieder komplett vom Schirm. Um wieder zu kommen, wenn es wieder heißt: "It's time for drama, baby!"
Man könnte ja sagen, ist ja netter Trash... das war vielleicht Band eins noch, irgendwie, aber der Nachfolger lässt einen mehr würgen, als auflachen. Da ist nichts mehr lustig, da merkt man erstmal wie todernst wohl Abbi Glines ihre Story meint! Da reihen sich Klischees ohne einen Augenzwinkern und man ist schockiert! So schockiert, weil es so furchtbar mies ist. Und witzige Stellen sind Mangelware. Außer vielleicht die, wo Bethy Rush anschnauzt, aber selbst die sind sehr gestelzt.
Achja und da wäre ja noch der Schluss. Na, wer erratet was kommt? Ich zähle nochmal auf: Sie haben sich verliebt, sie ist jetzt schwanger... wir sind in Amerika! Na? Man kommt bestimmt sofort drauf ohne das Buch gelesen zu haben. Achso und noch ein Geheimnis kommt ans Licht, so eine familäre Sache. Braucht man dann wohl noch.

Fazit

"Erlöst" ist noch schlechter als sein Vorgänger. Übertrieben, vorhersehbar, furchtbar klischeehaft und vollkommen vorbei an guter Charakterbildung und einem gekonnten Schreibstil. Da muss man sich wirklich fragen, was sich die Autorin dabei gedacht hat. Und vor allem wie dieser Schwachsinn enden soll!

★☆☆☆☆

Kommentare:

  1. Wie du das Lesen dieser Bücher durchhältst, ist mir ein Rätsel. Wirst du dich mit Band 3 etwa auch noch quälen?

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    1. Jetzt bin ich schon so weit... jetzt gebe ich es mir bis zum bitteren Ende! *Kampflied anschalte*

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    2. Na dann toi toi toi xD Ich freu mich drauf!

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  2. Also Band 3... ne, ich kann es mir nicht geben. :D
    Aber: "Seltsamerweise sind die Nebencharkatere weitaus gelungener als die beiden Protagonisten. " - wird da jemand etwa die andere Reihe über die Nebencharas lesen? ;D

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