Buchbloggen ist ja sowas von toooll

26 Juni 2014 |

Ich mag ja mein Hobby, meinen "Beruf", meinen Bildungsauftrag. Nennt es wie ihr wollt (Jetzt hat er endgültig einen Schaden). Leute mit Texten zuschwaffeln macht mir einfach Spaß. Schwaffeln trifft es ja bei mir immer ganz gut, würde ich sagen. (Ja, ein Lektorat wäre nicht schlecht bei mir). Fakt ist, ich mag und liebe es über alles. Eigentlich kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen, nicht zu bloggen.
Nur wenn man dann eben auch mal Leute kennenlernt, kommt so der tolle Satz. "Was machstn du so? Neben Studium." Anfangs wollte ich da gar nicht antworten. Bloggen nimmt halt doch einen großen Platz in der Freizeitgestaltung ein und das auch noch in Kombination mit Lesen. Absoluter Flirtfaktor Nr. 1 sage ich euch. Puh, wie mir die Mädels hinterherlaufen, wenn die das mitbekommen. Wow! Die gehen dann ab wie Zäpfchen. Ey, lacht da jemand? Brauchst gar nicht so deppert kichern.
Fakt ist, ich habe mich ein bisschen dafür geschämt. Klingt ja nicht gerade sozialkonform. Man sitzt halt vor dem Laptop und tippt Zeug. Ja, erotischer geht es nicht mehr.

"Ich blogge."
"Interessant. Und was so?
"Bücher. Rezensionen und so."
"Aha."
Drei Buchstaben und man weiß, jetzt ist man ja sowas von akzeptiert und geliebt. Du spürst geradezu die Begeisterung, dieses Lachen und dieses Interesse. Da wird dir gleich ganz heiß dabei. Oder so kalt, als hätte man dir einen Eisklotz ins Gesicht gekotzt. Was ich schon alles hören durfte.
"Also ich mag ja Leute mit individuellen Touch." Klingt, als wäre ich so ein Internethippie. Ansonsten ja positiv, Erläuterungen werden übrigens dazu nie gegeben. Sie finden Individualität einfach toll. Punkt. Frag mich heute noch, was ich davon halten sollte. Wahrscheinlich entstammen die aus dem Hipstertum und finden eh alles toll, was anders ist. Obwohl, sind Hipster jetzt eigentlich Mainstream oder nicht? Nein, halt die Klappe, ich will es eigentlich gar nicht wissen.
"Außergewöhnliche Hobbies sind ja sowas von speziell." Der Satz allein ist schon eine Seltsamkeit in sich, aber die Aussage dahinter ist ja auch sowas von fancy.
"Muss es auch geben." Ziemlich abwertend, oder?
Mir ist schon klar, dass es nicht ganz nachvollziehbar für manche ist. Andere mögen halt auch stricken oder was weiß ich, mit ihren Penis (höhö, Penis... oh ja, die Welt geht zugrunde) Bilder malen, wo ich mich frage, wie kann man dabei Spaß haben? Errgend ist das jetzt unbedingt. Und den Schwängel muss man mit der Frabe abwaschen und wenn dann trocken ist... brauch ich ne Bürste? Autsch...
Nur hat lesen und bloggen so einen seltsamen Stellenwert. Steht wahrscheinlcih auf einer Ebene mit Fantasyrollenspielern und Häckeldeckchensammlern. Moment, ne eigentlich nicht.
Fashion Blogger sind sowas von cool. Findet wieder jeder so richtig geil, weil Klamotten. Keine Ahnung, was an Stoff so toll sein kann. Oder an fremden Outfits oder an Blogs, die halt nur aus Selfies bestehen, die schon schreien: "Ich finde mich geil." Manches ist auch echt nett, vor allem wenn sich wohlgeformte Frauen stolz präsentieren und zeigen: Mode geht auch mit Kurven. (KURVEN! Die Platzhirsch ein Reihe zwei können sich wieder beruhigen, danke.) Deko geht auch, find ich ja auch ganz schön. *Sowas von unmännlich! Voll Mädchen!* DIY geht eh immer. Naja und über Koch- und Backblogs brauchen wir nicht reden. Essen gehört zum Leben. Und wir essen alle gerne. Viel zu gerne, führt auch zu Kurven... manch unschöner Doppelung am Körper oder einfach Geschwüre. (Ich bin fett, rollt mich über die Straße!)
Aber Bücher, bäh. Ja, du Opfer, voll öde. Literatur, wasn das? *High Five* So denk ich mir das oft. So ein wenig höre ich das auch immer raus, wenn ich mit ein paar Leuten rede.
Aber so ein bisschen Akzeptanz wäre nicht schlecht bei solchen Sachen.. Wäre ich auf Youtube, wäre es dann genauso? Wäre ich da auch gleich so uninteressant wie eine schimmelige Kartoffel? Wahrscheinlich, weil ich gebe ja keine Schminktipps für Drag Queens, sondern würde ja einfach sagen, was ich gelesen habe, total verträumt über Buchrücken streicheln und die Seiten able... ähm. *seltsame Blicke vom Publikum* Ihr versteht schon.
Mittlerweile habe ich das akzeptiert und ich stehe zu meinem Hobby. Sollen doch alle denken, was sie wollen. Manche sind halt besonderer als andere. Das ist keine legtime Steigung, Herr Literat! Ja, ich weiß! Aber ein Stilmittel an dieser Stellung. Touché!
Am Anfang hat mich es sehr gestört. Die Scham über das Bloggen wuchs und irgendwann dachte ich mir: Nope! Fuck this! Und schon ging es mir leichter. Manche Erfahrung war auch mehr als positiv auf einmal. Wer es nicht versteht, kann mir eh gestohlen bleiben, kapiere ja auch nicht, was so toll daran ist 150 kg Scheiben zu "liften".
"Ach, du bloggst über Bücher." endet nicht immer mit einem "Aha..." und Funkstille. Sondern auch manchmal mit "Wie cool! Erzähl mal! Wie läuft das!". Und schon ist man im Gespräch über seine Leidenschaft, stellt fest, die mag ja auch Bücher. Kann erzählen, dass man Freundschaften knüpft und manchen Vorteil geniest und man kann Eindruck schinden. Wer tut das nicht gerne? Sagen zu können, es ist geil, was ich mache und man wird dafür auch ein wenig bewundert. Wäre schöner, wenn es öfter der Fall wäre, der Mensch mehr dafür interessieren und öffnen würde.
Während man dann im Gespräch ist, merkt man, die Leute lesen selbst gerne und schon hat man einen neuen Freund gefunden, der Literaturverfilmungen mitguckt, mit dem man sich austauschen kann oder in die nächste Buchhandlungen stiefelt und durch die Reihen schreiten, vielleicht für immer. Och wie süß *schnief*.
Man steht selbst zu sich und seinem Hobby und warum soll ich mich für etwas schämen, was ich so sehr liebe? Warum nicht eintreten für das, was mir am Herzen liegt. *begeistertes, weibliches Aufstöhnen* Ist er nicht toll? (Ich sollte mal aufhören zu träumen... nehmt mir die Tastatur weg!)

Kennt ihr das auch? Ihr schämt euch dafür, dass ihr bloggt? Oder lest? Oder einen speziellen Hobby nachgeht, weil es eben nicht ganz so toll rüberkommt?


Kommentare:

  1. Interessant dein Text!
    Ich bin ja noch recht neu mit diesem Hobby, aber hatte bei den paar Gesprächen darüber immer positives Feedback... jetzt frage ich mich gerade, ob das vielleicht daran liegt, dass ich eine Frau bin? Weil es vielleicht mehr das ist, was von Frauen erwartet wird... nach dem Motto "Männer sägen aus rohen Baumstämmen Regale, in die Frauen Bücher mit Blumendruck stellen drüfen". Oder so...
    Und das du ein Exot unter den Buchbloggern bist ist mir zumindest schon mal aufgefallen ;) Eigentlich völlig bescheuert, aber es könnte eine Erklärung für die seltsamen Reaktionen sein.... an deiner Stelle würd ich mich daher auch eher über die positiven Reaktionen freuen und über geknüpfte Freundschaften als über ein paar Menschen mit kleinem Rollenklischee zu ärgern ;)

    Liebe Grüße
    Alex

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  2. Jaaa... Das kenne ich nur zu gut. Ich kann mich noch erinnern: In der neunten Klasse sollten wir in Englisch unseren Lebenslauf schreiben üben. Unter anderem sollten auch die Hobbys eine Kategrie darstellen. Und usnere Lehrerein meinte: "Lesen gilt nicht als Hobby" Nett, nicht?
    naja, das ist ja jetzt auch schon ein bisschen länger her. Ich blogge jetzt seit mitte letzten Jahres über Bücher. Und es stimmt. Ich rede ungern darüber, man wird immer komisch angeguckt, als Nerd oder sonst was abgehakt. Nach dem Motto: Die liest viel und bloggt über Bücher, voll langweilig, voll seltsam, voll nicht cool... Leider ist das eben so... Ich bin noch nicht an die Schwelle gekommen, dass ich jeder Person die mich fragt offen erzählen würde, dass ich über Bücher blogge. Da sag ich dann lieber irgendetwas anderes...
    Am besten ist ja dann auch immer: "Ich weiß gar nicht woher du die Zeit nimmst mehr als 2 Bücher im Monat zu lesen??? Dafür hätte ich keine Zeit, viiel zu beschäftigt". Ich wusste gar nicht das "Berlin Tag und Nacht", "Frauentausch" und saufen auch Hobbies sind...
    So ist das leben. Unterhaktsamer Beitrag übrigens ;)
    LG Anja aka iceslez von Librovision

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  3. Ein paar Leute, die mich privat kennen, wissen, dass ich lese und einen Blog habe. Ein Paar sahen interessiert aus und wir kamen auch ins Gespräch, andere sahen mich mit hochgezogener Augenbraue an, so nach dem Motto: "Hast du keine anderen Hobbys?", da wusste, ich schon, denen das zu erklären wird schwierig, weil ja doch ein Großteil in meinem Umfeld alles gleich in eine Schublade schmeißt. Aber mir ist es egal, was andere über mich und mein Hobby denken - mir macht es Spaß und das ist die Hauptsache!

    Aber ich freue mich immer, wenn ich Leute finde, die mein Hobby interessant finden. Eine Freundin von mir bewundert mich ja regelrecht, dass ich über Bücher blogge. Wir kommen fast immer darüber ins Gespräch und diskutieren stundenlang über Bücher.

    Liebe Grüße,
    Nico

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  4. Ein richtig toller Artikel! :)
    Ich muss ganz ehrlich sagen das ich vor zwei Jahren nie gesagt habe das ich gerne lese. Dann kamen so Seitenblicke á la 'Aha die hat ein langweiliges Leben', 'Sie macht auf intellektuell', 'Hat sie nichts besseres zutun'. Das Hobby Lesen hat so viele Vorurteile und früher wollte ich genauso wie meine Alterskollegen dieselben Dinge gut finden. Irgendwann dachte ich mir dann, ist ja auch egal und hab begonnen jeden Tag ein Buch mit in die Schule zu schleppen. Anfangs war es total komisch und die anderen haben mich angestarrt aber einige hatten auch Interesse an meinen Büchern. Ich bin richtig froh das ich mein Hobby nicht versteckt, dazu gibts auch keinen Grund.
    Das ich blogge wissen nur einige Freundinnen die selber bloggen, meine Schwester und meine Mum so halb. Ich binde das aber niemandem auf die Nase und leider weiß eine meiner besten Freundinen auch nichts davon. Anfangs wollte ich es nicht sagen und jetzt mache ich es schon fast zwei Jahre. Hab also irgendwie den Zeitpunkt versäumt ^^

    Liebe Grüße, Jasi

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  5. Ich finde ja wir sollten uns alle T-Shirts drucken lassen mit der Aufschrift "Proud to be a freak".
    Sehr toller Beitrag =). Lass dir eins gesagt sein: Wir wissen dein Hobby auf jeden Fall zu schätzen, mach weiter so und deine Tastatur lassen wir dir auch :-P
    In meinem RL kann niemand etwas mit "Bloggen" anfangen. Mir macht es überhaupt nichts, wenn das belächelt wird. Sollen sie doch weiterhin denken, die Erde sei eine Scheibe ^^.

    Zum Glück gibt es online genug "Freaks" mit denen man sich austauschen kann. Ich bin sehr froh, dass ich diese ganzen tollen Blogs entdeckt habe und stalke euch nun alle :-P

    LG
    Anja

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    1. *mit den Fingern schipp* Auch so ein T-Shirt haben will!

      Aber ich kenn sowas nur zu gut. Diejenigen, die mich schon länger kennen, so seit meiner Kindheit, die wissen von meinem strangen Hobby, dem Lesen. Die haben auch keinerlei Probleme damit, dass ich über Bücher blogge.

      Andere dagegen... da muss ich immer erst einmal ausloten, wie sie zu Büchern stehen, nicht dass sie sofort fluchtartig den Raum verlassen, sobald ich ihnen mein Hobby gestehe. Aber was soll's! Umso mehr freue ich mich dann, wenn ich Menschen treffe, die meine Leidenschaft teilen und sich auch fürs Bloggen begeistern können, das nicht aus Beauty, Fashion und Backen besteht.

      Wieder mal ein richtig schöner Post von dir! Ich mag einfach deinen trockenen Humor! Also lass dich bloß nicht vom weiteren Bloggen abhalten, bloß weil einige wenige denken, Literaturbloggen sei unmännlich!

      Lg
      RedSydney

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  6. Toller Text, du hast wirklich Recht, männliche Bücherblogger haben es sehr viel schwerer akzeptiert zu werden, weil Lesen ja auch eher uns Weibern zu geordnet wird. Aber ich find es klasse, auch mal Rezensionen von Männern zu lesen (besonders, weil die dann nicht so viele <3 und ohs und ahs haben) und ich finds super, dass du zu deinem Hobby stehst. Auf gar keinen Fall solltest du dich dafür schämen, dass du gerne liest. Die meisten verstehen ja gar nicht, dass wir Leser ihnen einiges voraus haben. Ganz besonders, dass wir nicht nur ein schnödes Leben haben, sondern hunderte - und allein deswegen schon mehr Lebenserfahrung haben.

    So und in diesem Sinne ein <3 und oh und ah für diesen tollen Beitrag und weil es eben doch Männer gibt, die schöne Hobbies haben.

    Liebe Grüße,
    Kim

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  7. Aha aha, interessant... du bloggst also? Verrückt!

    Es freut mich, dass du mittlerweile in dieser Beziehung zu dir gefunden hast und nicht ohne stolz verkündent kannst, dass du ein Buch-Blogger bist. Und ja auch kein ganz kleiner, das sollte dem Ego schon auch mal ein bisschen helfen - bei aller vornehmen Bescheidenheit.

    Ich persönlich befinde mich dank meines Studiums in einem Umfeld voller Fantasy-Rollenspieler, Möchtegern-Hipstern und selbsternannten Literaten und trete da aus dieser Individualistenmasse gar nicht großartig hervor mit der Bloggerei (wenn, dann schon eher mit meinen Normalo-Klamotten, -Haaren und -Kugelschreibern). Wahrscheinlich, weil ich nicht in einer Kommune lebe, vegane Schnitzel anbaue oder undergroundige Musik höre. C'est la vie!
    Aber aus der Schulzeit weiß ich natürlich noch, wie das so war. Zwar ohne Blog aber immer mit einem Buch unter dem Arm, wurde da schonmal der ein oder andere schiefe Blick in die Gegend geworfen. Damals stand ich zwar noch nicht über diesen aber immerhin neben meinen paar Freunden als Support. Das hilft immer. Geschämt habe ich mich vielleicht mal ein bisschen. Aber ich glaube, nicht lange und nicht viel. Das braucht man auch nicht - steht in vielen Büchern, also ist es wahr!

    Ich halte sowieso nichts von Menschen, die andere gleich wegen ihrer Hobbys in eine Schublade stecken: Oh, du hälst einen Kampfhund? Okay, ich geh dann mal. Ach was, du nähst deine Röcke selber? Dann mal viel Spaß noch. Sowas ist doch dumm. Wenn man will, kann man sich auch zumindest grob für "exotische" Hobbys eines anderen interessieren - oder zumindest für die Gründe, Ziele und Motivationen, die dahinterstehen. Ist dann doch grade spannend. Frag mal einen Fußballer im Dorfverein, warum der Fußball spielt. Kannste auch keine lange Konversation führen.

    So. Keine pathetischen Schlussworte von mir. Für das was man mag, braucht man sich einfach nicht zu schämen (außer, es ist illegal und/oder verletzt Persönlichkeits- und Menschenrechte und/oder verstößt gegen den Tierschutz). Das kann so stehenbleiben, finde ich.

    Liebe Grüße :)
    MelMel

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  8. Hallöchen Sky!
    :D Ich bin verliebt in deine Texte. Ohne Witz!
    Ich glaube deine Beträge sind die einzigen, die ich immer ganz lese. xD Also vollständig ohne auch nur ein Wort aus zu lassen.
    Schreib ein Buch! Bitte oo' Ich würds prompt lesen.
    Egal, was ich sagen wollte... ich hab den Tag auch das erste Mal so eine Erfahrung gemacht und habe eine Kollegin aus der Pflege gefragt ob sie liest, weil ich halt ein paar Bücher loswerden wollte und sie gleich so "NEIN! ich lese nicht!" .. Und ich dachte nur so "Jaaa... merkt man." und sagte "Jedem das seine. ich gucke kein Fernseh." Ich hab echt gedacht, ihr fallen die Augen raus.
    Wieso muss man da so abwertend sein? ><

    Liebst, Lotta

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  9. Sorrrryyy, aber ich musste gerade herzhaft über den Artikel lachen xD
    Hatte schon Angst, dass mich hier in der Buchhandlung irgendwer schräg anschaut deswegen :P

    Zwecks deinem Thema. Also fürs Bloggen "schäme" ich mich eigentlich nicht, muss aber zugeben, dass es mir höchst unangenehm ist, wenn jemand, den ich persönlich kenne auf meinen Blog geht und meine Rezensionen liest. Irgendwie ist das zu privat *hust* Das teile ich lieber mit mir nur virtuell bekannten Menschen. Wenn einer meine Freunde zu mir sagt "jaaa, das hab ich auf deinem Blog gesehen", möchte ich irgendwie am liebsten im Erdboden versinken. Komisch oder? Dabei können wir doch stolz auf das sein, was wir tun. Ich merke gerade, während ich das tippe, dass ich mich also wohl doch für das Bloggen in einer gewissen Form schäme...
    Und auch mit dem Lesen ist es nicht so einfach. Ich kann mich noch so gut an die Blicke erinnern, die ich früher in der Schule einstecken durfte. Ich bin bereits lesend zur Schule gelaufen, habe in der Pause gelesen und musste mir beim letzten Harry Potter heftig die Tränen verdrücken. Und jedes Mal wurde ich aufs neue angestarrt. Jede Pause wurde ich angeschaut als hätte ich eine ansteckende Krankheit, ich wurde gemieden als würde ich müffeln (und neeeeein, entgegen der Klischees der verstaubten Buchwürmer, das tat ich nicht xD)... Nun ja. Heute bin ich stolz auf meine Büchersucht, ich trage sie geradezu in die Welt hinaus und will andere damit anstecken. Und auch heute werde ich wieder angeschaut, als wäre ich ein bisschen irre, wenn ich vom meinem SUB erzähle, der ins vierstellige geht erzähle. Wobei ich das auch irgendwie verstehen kann... ich finde es ja selber irre ;)
    Ein ganz lieber Gruß von einer Büchersüchtigen zu einem Büchersüchtigen (die gibt es in der männlichen Ausgabe viel zu selten!! :D)
    Caro

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  10. Wie immer erste Sahne ;)

    Ich kenne das, ja. Bei mir im Jahrgang machen sich immer alle über mich lustig, aber Hey, das ist mein Hobby. Und ich stehe dazu. Deswegen werde ich auch mir eine bookclutch basteln für den Abiball. Individualität ftw und so...
    Ja, ich verstehe deine Leidenschaft.

    Gute Besserung und liebe Grüße
    Tabea

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  11. Wunderbarer Beitrag ^^

    Ich muss sagen: Ich bekomme mehr seltsame Blicke, wenn erzähle, dass mein Freund grade seine Doktorarbeit in Physik schreibt, als wenn ich erzähle, dass ich blogge. Wobei ich für letzteres auch mehr als genug blöde Kommentare bekomme habe. Es gibt tatsächlich auch in Studiengänge, die einen Eins-Komma-NC haben Leute, die in ihrem Leben noch kein Buch freiwillig gelesen haben. Meine Überzeugungsversuche schlagen da leider meistens fehl. Und meine Faszination mit 1000-Seiten-Wälzern teilt außerhalb des Internets auch irgendwie niemand :D

    Liebe Grüße
    Lena

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  12. Genial schöner Text, wirklich! Ich habe gerade überlegt, wie die Reaktionen ausgefallen wären, wenn ich schon damals in der Berufsschule einen Buch-Blog betrieben hätte. *schmunzel* Ich denke, da wäre ich auch mit einem verständnislosen Blick und einem "Aha..." bedacht worden und mein Gegenüber hätte über einen eleganten Weg nachgedacht, das Gespräch an dieser Stelle zu beenden! ^^ Aber ich bin auch der Typ, der das gar nicht groß erzählt hätte. Wenn ich jemanden neu kennenlerne und gefragt werde, was ich so mit meiner freuen Zeit anstelle, dann sage ich, dass ich gerne und viel lese. Punkt. Über meinen Blog erzähle ich da erstmal gar nichts. Nicht, weil es mir peinlich ist oder weil ich meine, das müsste man verstecken, sondern weil ich irgendwie denke, das interessiert doch keinen. Ich nehme das Bloggen zwar für mich sehr ernst, aber mich dabei nicht wichtig, sprich ich kann mir immer nicht vorstellen, dass das jemand lesen will, der nicht total buchverrückt ist. Andererseits denke ich, dass es wahrscheinlich sehr viele begeisterte Leseratten gibt, die aber nicht alle zwangsläufig auch darüber bloggen. Na wie man es dreht und wendet, eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass meine Zurückhaltung eher in meinem Charakter liegt, anderen Leuten nicht mit meinem Zeug auf die Nerven gehen zu wollen.

    Ein wenig belächelt wird auf der anderen Seite ja jedes Hobby irgendwie. Da sollte man einfach drüber stehen, eine eigene Meinung ist sowieso schöner als nur der Masse zu folgen. Und btw, Hipster sind Mainstream! ;) Wenn man durch Berlin läuft, kann man zu keinem anderen Ergebnis kommen! :D

    Ansonsten finde ich persönlich ja die Leute befremdlich, die nie lesen! Oder die meinen, sie wären Leseratten und wenn man nachfragt, sind das so 2-3 Bücher im Jahr! :D Besser als gar nichts, aber irgendwie niedlich. So wirklich komisch angeguckt, also im verächtlichen Sinne, wurde ich für meine Leseleidenschaft aber auch noch nie. In der Schule war ich sowieso komisch, so als "Gruftie", da war das Lesen noch das geringste Übel für die anderen! :D

    Und an einer Stelle möchte ich noch Anja von librivison und Lotta zustimmen, wenn man lieber strunzendoofes TV-Programm guckt als anderen schönen Dingen nachzugehen, dann bitte, muss, soll, kann und darf ja jeder selbst entscheiden, für mich wäre das Verschwendung von Lebenszeit, aber andere denken das übers Lesen wohl auch, deshalb jedem das seine. :D

    Ich bin nur froh um all die genialen Leseratten, die ich durch das Bloggen kennengelernt habe, es macht einfach so viel Spaß, die gleiche Leidenschaft auch bei anderen zu sehen! :D

    Viele liebe Grüße, WortGestalt

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  13. Schöner Beitrag!
    Wenn ich erzähle, dass ich über Bücher blogge, dann heben sie erstmal die Augenbrauen und schauen mich komisch an, dann aber lächeln sie und wollen den Link und haben null Problem damit. Komisch finden sie nur, dass ich den Bücher mehr Zeit als meinen Freunden widme. Die meisten finden bloggen an sich ziemlich cool wissen aber nicht was sie posten oder schreiben soll, ich selber habe Spaß dran. Auch wenn ich noch nicht lange blogge und so grad auf einen halbes Jahr komme, liebe ich es trotzdem. Da kann mir egal sein was die Anderen dazu zu sagen haben. Ich schäme mich gar nicht dafür. Wieso sollte ich auch? Es ist eben ein Teil von mir und wer weiß wie lange es ein Teil bleibt.

    Liebe Grüße und schönen Abend
    Sara

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  14. Hallo, deinen Text fand ich auch super. Ich habe eigentlich die ganze Zeit genickt - weniger wegen dem Bloggen, das mach ich noch nicht lange, deshalb ist das noch nicht so Gesprächsthema Nummer eins. Aber ich schreibe. Früher habe das immer verschwiegen, mittlerweile stehe ich dazu, aber da geht es mir ähnlich wie dir. Typischer Dialog:
    "Was macht du sonst so?"
    "Ich schreibe."
    "Ah ... so Geschichten?"
    "Ähm ... ja. Kurzgeschichten, Romane..."
    "So lange? Krass."
    - Schweigen -
    "Und was dann so?"
    "Fantasy."
    "Aha ..."

    :D Ja, also ich kenne das, was du beschreibst gut. Eher aus einer anderen Ecke bisher, aber ich denke, ich werde auch zum Bloggen stehen. Bin ja sowieso schon ein Freak ;)

    Liebe Grüße,
    Lena

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  15. Ganz am Anfang des Bloggens hab ich das auch nicht gerne erzählt. Einfach, weil es in meinem Bekanntenkreis nicht so bekannt ist. Gelesen haben aber immer alle (Familie, Freunde etc.). Das ist nichts ungewöhnliches bei mi rund wird auch nicht belächelt. Im Nebenjob wurde es dann belächelt, da ich mich aber -pardon- für was besseres hielt, hat mich das nicht interessiert.
    Nun erzähle ich gerne, dass ich blogge und bin auch stolz drauf, denn: unter anderem deswegen habe ich meinen Job bekommen! Nicht weil ich über Bücher blogge, sondern weil ich blogge und mich daher einigermaßen im Social Media und Internet im Allgemeinen auskenne.

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  16. Mega toller Text :D Damit können wohl einige von uns sich identifizieren.
    Erst letztens wurde ich gefragt, was ich denn neben dem Studium noch so mache. Da lautete meine Antwort unter anderem Lesen. Dann sagte mein Gegenüber: "Also gehst du nicht so oft aus? Feiern und so magst du nicht?"
    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Warum müssen Menschen, die lesen gleich als Stubenhocker abgestempelt werden?
    Lustig ist auch, wenn jemand zu mir dann sagt: "Ich hätte gar nicht gedacht, dass du so lustig bist! Mit dir kann man echt Spaß haben!"
    Äh, wieso hättest du das nicht gedacht?
    "Weil du doch so viel liest!" :D -> so hat der dann geguckt.
    .___.
    Lesen = nicht Spaß haben = Stubenhocker = Langweiler
    Leider lauten so die Vorurteile. Einmal wurde ich auch gefragt, warum ich keine Brille trage, da ich doch so viel lese.
    Es gibt so etwas, das nennt man Kontaktlinsen und außerdem tragen nicht alle Menschen, die gerne lesen Brillen!

    Aber ja, du hast recht. In seltenen Fällen trifft man auch auf Gleichgesinnte und schon ist die Welt ein kleines bisschen besser :)

    Liebe Grüße

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  17. Okay, mit so einer Resonanz habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Deswegen mal ein Gesamtkommentar für alle ;) Ihr schneidet eh sehr ähnliche Sachen an.

    1. Ich möchte gerne auch ein Freakshirt und wir gründen dann einfach mal einen Club.
    2. Lesen scheint wirklich einfach immer mit schlechten Sachen verbunden zu sein. Langweilig, keinen Bock auf soziale Kontakte. Klischees und Vorurteile überall. Woher kommen die eigentlich?
    3. Ja, wer schreibt (vor meinem Bloggerleben, habe ich auch schon geschrieben. Geschichten und solche Sachen. Und Lotta, da ist ja was in Arbeit ;) ) wird geliebt und verstanden.
    4. Ich bin überrascht wie vielen es wirklich so geht... eigentlich ziemlich traurig, dafür dass wir in einer "toleranten" und "offenen" Gesellschaft leben.

    Und danke für die ganzen Kommentare. Ihr seid der Wahnsinn!

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  18. Es entspricht leider der traurigen Wahrheit. Auch habe habe in meinem Bekanntenkreis schon häufig die Erfahrung gemacht, dass lesen uncool ist.
    "Was hast du denn so für Hobbys?"
    "Ich lese ziemlich viel."
    "Wie und sonst nichts?"
    "Na ja manchmal backe ich auch gern Kuchen."
    "Aha..."

    Oder auch sehr schön diese Situation:
    "Gehst du noch zur Schule?"
    "Ne ich mache eine Ausbildung."
    "Oh cool wo denn?"
    "Bei Thalia."
    verständnisloses Gucken des Gegenüber
    "Der Buchladen in der Fußgängerzone."
    nicht mehr ganz so verständnisloses gucken
    "Und machst du das freiwillig oder gabs nichts anderes mehr?"
    "Das habe ich mir selbst ausgesucht, weil es mir Spaß macht."
    "na ja jedem das Seine..."

    So wird man immer irgendwie negativ abgestempelt. Aber immerhin finden die Kollegen das ziemlich genial, dass ich über Bücher blogge, und sind da immer ganz neugierig am Lesen^^ Aber wir teilen ja auch die gleiche Leidenschaft bzw Absonderlichkeit^^

    Liebe Grüße, Katja :)

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  19. Fürs bloggen an sich schäme ich mich überhaupt nicht. Selbst meine Kollegen und Chefs wissen davon und eine ist ein richtiger "Fan" geworden. Ich werde ständig nach Buchtipps gefragt und find das super. Trotzdem binde ich das keinem sofort auf die Nase, vielmehr ergibt sich das am Ende von selbst. Blöd angeschaut wurde ich von Freunden wegen der ganzen Bücher noch nie. Und wenn doch, dann waren das auch nicht meine Freunde. Kommentare wie "Wie kann man nur so viel lesen?", "Ich hätte keine Zeit dafür..." usw. kenne ich aber auch zu genüge.

    Allerdings finde ich trotzdem, dass Buchblogger ein negatives Image haben. Im Vergleich zu Wohn-, Mode - und Beautybloggern. Diese Bereiche interessieren irgendwie viel mehr Menschen, in diesen Bereichen gibt es irgendwie viel mehr Möglichkeiten. Das weiß ich, weil ich zumindest Wohnblogger auch sehr aktiv verfolge. Aber, die Buchblogger holen auf und werden mittlerweile (was ich sehr gut finde) ernster genommen und Stück für Stück nicht mehr so abwertend betrachtet.

    Was ich auch gemerkt habe, wenn du viel mit Menschen ab 25+ machst, dann wird Lesen irgendwie wieder anders wahrgenommen. Denken viele jüngere (ohne jetzt alle über einen Kamm scheren zu wollen), dass jemand der liest, keine Freunde hat und ein Nerd ist, ist das bei den älteren schon weniger der Fall. Vielleicht ist das aber auch nur meine persönliche Erfahrung. :-) Lesen bildet und jedem, der nie ein Buch liest, merkt man das auch irgendwie an. :-)

    Petzi

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  20. Dazu nur Folgendes ... http://cdn.gagbay.com/2012/05/oh_god_who_am_i-88892.jpg

    Beschreibt so ziemlich mein Leben :D Es ist aber echt so. Neue Leute treffen? Sich vorstellen? HOBBIES? Urgh. Ich meine, Lesen und Bloggen sind ja echt meine größten Hobbies ... ABER, und das sage ich mir immer wieder, immerhin habe ich die "Gabe" (haha), dass mir einfach nicht langweilig wird. Solche Sachen kann ich einfach nicht hören - "mir ist laaangweilig". Ja meine Güte, dann mach halt was ... Aber du hast recht, nicht nur Bloggen, sondern auch Lesen stößt sehr oft auf taube Ohren, Kopfschütteln, mildes Lächeln oder auch das von dir beschriebene "Muss es auch geben" - an dem Punkt gab es übrigens von MIR Kopfschütteln ^^ Ein Freund von mir hat mich neulich gefragt warum ich mir so viel aus Büchern mache oder so was in der Art, und als Antwort hab ich bekommen "Das ist ja traurig". Charmaaant. Meinen Blog hüte ich im Übrigen eh wie meinen Augapfel und wollte ihn am liebsten kilometerweit aus meinem "echten Leben" fernhalten. Mittlerweile wissen ein paar gute Freunde davon :)

    Natürlich sollte man sich nicht allzu viel daraus machen, was manche Menschen sagen oder denken, aber irgendwo tut es dann doch weh, verstehst du? Aber ich würde Lesen - und auch Bloggen - nicht gegen Basketball oder Laufen eintauschen wollen, das ist einfach nicht mein Ding. Und auch wenn es dein Gegenüber so schnippisch ausgedrückt hat - Gott sei Dank gibt es so eine Bandbreite ;) Viel mehr spuckende Fußballspieler könnte ich nämlich auch nicht aushalten ...

    Ein bisschen ein abstruser Kommentar, aber du hast hier noch sooo viele andere tolle :) Ein super Beitrag!
    (*begeistertes, weibliches Aufstöhnen* Ist er nicht toll? :D)

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  21. ganz ehrlich? mir ist das bloggen und lesen und rezensieren soooo was von wichtig geworden. hier kann ich mich einfach austoben mit meinem großen hobby (das nähen) und meinem neueren bzw. alten hobby (das lesen).
    durch die bloggerei finde ich gleichgesinnte und kann mich prima austauschen. das macht spaß und mich macht es glücklich. weiß fast schon nicht mehr, wie es ohne dem mal ging ;0)
    erst hab ich alles zusammen in einen blog gepackt (http://numinala.blogspot.de/), aber nu hab ich mir einen zusätzlichen buchblog angelegt - noch klein, aber mein (http://numilesemaus.blogspot.de/) - und ich möchte nicht mehr drauf verzichten !!!
    lg von der numi

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  22. Dein "Brauchst gar nicht so deppert kichern." war an genau der Stelle extrem angebracht... :D
    Seit beinah eineinhalb Jahren blogge ich nun über Bücher etc. und was zu Beginn einfach ein Zeitvertreib war und eine Gelegenheit, meine Meinung in die Weite des Internets zu posaunen hat sich erstaunlich schnell zu meinem liebsten Hobby entwickelt, mit dem ich gerne und viel Zeit verbringe. Man lernt tatsächlich Leute kennen, wenn auch zumindest zu Beginn nur virtuell, und entdeckt Gemeinsamkeiten. Und wenn man dann in der "realen" Welt den Leuten von nebenan über den Weg läuft, die dich fragen, womit du deinen Samstagabend verbracht hast, und du sagst, ich habe eine Rezension geschrieben und über die Buchmesse von neulich berichtet, dann wirst du garantiert erst einmal schräg angeschaut. Habe ich alles hinter mir. Da verzieht man sich doch lieber wieder vor den Rechner und organisiert Bloggerdinge. ;)
    Meine Herren, was ich mir schon alles anhören musste... "Kommst du Party morgen?" (Erst mal diese Grammatik, pfui!) "Nee, ich hab da noch so ein Buch zu lesen..." "Wasn für'n Buch?" "-ersetze irgendeinen Titel-" "Äh, das klingt ja komisch! Also, wir machen einen drauf!" Oder auch: "Wie, du bloggst? Kann man damit was verdienen oder warum machst du das?" Oder auch: "Klingt ja mordsspannend..."
    Naja, mir gefällt's und ich mach mein Ding und damit hat's sich.

    Ich würde übrigens, hust, Sandra Pusteblume da zwei Etagen über mir zustimmen, wenn sie sagt: "Ein bisschen ein abstruser Kommentar, aber du hast hier noch sooo viele andere tolle :) Ein super Beitrag!
    (*begeistertes, weibliches Aufstöhnen* Ist er nicht toll? :D)"
    Damit bin ich dann fertig hier... :D

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