LGBT und der fehlende deutsche Markt

21 März 2015 |
In Amerika sind sie in der Jugenbuchabteilung angekommen: Die LGBT-Bücher. Aber wo sind sie hier?

LGBT... Was ist das überhaupt? LGBT ist die Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender. Und genau um diese Personen dreht es sich in diesen Romanen. Sie sind Protagonisten, Nebenfiguren und Identitätsfinder. Und trotzdem haben sie keine richtige Plattform in Deutschland, werden in eine Sparte gedrängt, wo sie in der Versenkung enden. Warum das geschieht? Das weiß keiner so recht. Dabei gibt es genug Leser, die sich mehr Mut in der Literatur wünschen.

LGBT - Die große Unbekannte

Ich geb es zu. Ich lese gerne Bücher mit außergewöhnlichen Menschen und wenn sie um ihre Sexualität geht, bin ich noch neugieriger. Wenn ich nur die Schlagworte höre, möchte ich mir den Roman schnappen und darin lesen, um zu wissen wie weit der Autor geht, wie weit er sich traut und was er anspricht. Es sind die Beweggründe, die Probleme, die ich selber einfach nicht habe und gerne nachvollziehen möchte. Warum geht es homosexuellen Jugendlichen so schwer in unserer Welt? Wie viel Hass ist da wirklich? Was macht sie so kaputt und zerstört ihre Seele? Wie empfinden sie eigentlich ihre Welt in unseren Kontext? Welche Gedanken bewegen sie und was nicht? Meistens stecken hinten diesen Romanen Autoren, die sich in ihrer Jugend oder ihrem Leben selbst damit konfrontiert sehen. Sei es durch den Freundeskreis oder in ihrer eigenen Entwicklung. Sie sind selber homosexuell und mussten erfahren wie es ist ausgegrenzt zu sein. Von diesen Erfahrungen schildern sie und fassen sie in ihre Protagonisten. Sie machen es echt und greifbar. Man kann geradezu aus ihnen lernen, dass all die Verachtung unnötig ist. Sie gar nichts dafür können, es keine Krankheit ist und auch absolut nicht unnormal ist. Und wir ein Problem schaffen, wo eigentlich keines ist.

Und genau das fehlt in der deutschen Literaturlandschaft. Neben der erotischen Nischenlandschaft gibt es nur vereinzelte Titel, die das Thema aufgreifen und dabei nicht in die rosarote Klischeekiste greifen. Zwischen nasalen Handgelenkbrüchigen, die Handtäschen tragen und Frauen, die wie Männer wirken gibt es ein breites Spektrum, welches nicht mal beachtet wird. Ist es wirklich so schwer ein reales Bild zu schaffen? Oder will die Gesellschaft es einfach nicht sehen?

Die Amerikaner machen es vor

Die Amerikaer machen es trotz iher unglaublichen konservativen Art vor. Gerade 2015 erscheinen wohl mehr LGBT-Jugendbücher als jemals zuvor und man könnte meinen, man konnt immer weiter in der Akzeptanz an. Mit einer Riege neuer Autoren wie James Dawson, Adam Silvera und I. W. Gregoria, die Bücher schreiben, die sich mit verschiedenen Beziehunsgkonzepten auseinandersetzen oder sogar Ratgeber sind, scheint man in Richtung Toleranz zu schreiten. Nicht zu vergessen David Levithan, wohl einer bekannsten Autoren in diesem Bereich, der es sogar auf die Bestsellerlisten schafft. Sie setzen ihre Figuren und ihre Sexualität ins Zentrum oder tun dies gar nicht, sondern lassen sie einfach sein, was und vor allem wer sie sind. Wirklich dargestellt, von ihren Vorurteilen enthoben und keine übertrieben ins groteske bemalte Tunten und Sexmonster, die ihre eigene Libido nicht mehr unter Kontrolle haben. Ganz normale Menschen eben. Schrille Figuren gibt es fern von ihrer Sexualität.
Ich kann kaum abwarten diese Romane in die Finger zu bekommen. Und dann sehe ich, was übersetzt wird, was in Deutschland beworben wird und ich möchte nur noch den Kopf schütteln. Schaut man sich mal den deutschen Markt hat, wird man das Gefühl nicht los, dass alles, was in Ansatz mit LGBT zu tun hat, schmuddelig wirkt. Schwule Jugendliche? Ernste Protagonisten? In Deutschland? Höchstens mal als eine Nebenfigur in einem Roman und selbst da, möglichst wenig angesprochen und in die Details hinein erst recht nicht. Es könnte die Leser überfordern. Dabei fängt Akzeptanz beim Verstehen an, oder nicht?

Wo ist das deutsche Angebot?

Wo ist das deutsche Werk, was sich damit konkret auseinandersetzt? Mal da ansetzt, wo die Amerikaner doch einen Weg gefunden habe, trotz der angeblichen Sünde, die dort propagiert wird. Oder vielleicht genau aus diesem Grund heraus! Aus Trotz! Während Deutschland doch eigentlich als Vorbild für Tolernz gilt, warum mangelt es hier so stark an solch Liteartur, oder etwa nicht? Ist mn blind? Literarisch fehlt sie und wird schnell wieder vom Markt geworfen.
Klar, in der Belletristik findet man gut und gerne Titel, die in das Thema mal hineinschnuppern. Aber was nutzt das den Jugendlichen, die in Krisen stecken? In der Phase der Identitätssuche? Sie werden wohl kaum zu hochliterarischen Werken greifen, die ihnen wohl wenig Aufschluss über ihre Gefühlswelt geben. Das können nur Jugendbücher für die junge Generation und kein Schinken mit viel Sprachvolumen.
Oder ist das Problem vielleicht ein viel Größeres? Glaubt man an ein Scheitern im Markt? Nicht umsonst scheint die deutsche Verlagslandschaft jegliche Romane, die unter die Thematiken fallen, grundsätzlich an Kleinverlage abzuschieben, die es nie in die breite Masse schaffen. Wenn sie überhaupt in irgendeiner Form es schaffen sichtbar zu werden. Dabei könnten sich Publikumsverlage durchaus auf diesen Experiment einlassen. LGBT wird von allen Menschen gelesen, unabhängig von ihren Neigungen. Schon aus Neugierde über die Thematik. Fürchtet man vielleicht die Kritik davor? Bei Romanen wie "Feuchtgebiete" war es doch auch kein Problem. Und sie müssen nicht einmal einen Skandal auslösen, um wirklich gut zu sein. Sie müssen nur realistisch sein und den richtigen einfühlsamen Ton finden. Sie dürfen auch radikal sein... sie dürfen alles, was der Rest der Literatur auch sein darf. Nur mit Charakteren aus dem LGBT-Bereich. So schlimm, dass man es sich in Deutschland nicht erlauben will?
Selbst wenn sie nicht Protagonisten sind, warum sind sie so selten Nebenfiguren? Nebenfiguren von Belang? Ohne dieses übertriebene Bild, was überall verbreitet wird? Warum geht das bei einem Andrew Smith, Stephen Chbosky, John Corey Whaley oder anderen Größen der amerikanischen Jugendliteratur,? Wie heißen die deutschen Namen dazu?

Mir ist klar, dass manche sich nicht damit auseinandersetzen wollen. Mir leuchtet es auch ein und ich kann es nachvollziehen, dass sie sagen, es gibt es und einen Punkt setzen. Darum geht es auch gar nicht, aber warum scheint hier ein ganzer Markt zu fehlen? Trotz Nachfrage?

Oder liegt das Problem gar woanders?

Kommentare:

  1. Es gibt Nachfrage, aber keine, die groß genug wäre. Wenn man sich im Netz unter Gleichgesinnten aufhält, entsteht schnell der Eindruck, es gäbe eines riesengroße Nachfrage. Das täuscht allerdings, der Markt ist vergleichsweise klein, die meisten Titel sind bei größeren Verlagen ein Verlustgeschäft. Aber in Nischenverlagen tut sich derzeit zumindest im Erwachsenenbereich (Stichwort: Gay Romance) etwas und in der YA wird wenigstens einiges übersetzt.
    Im Englischsprachigen Raum lassen sich solche Projekte viel leichter realisieren, weil der Markt allgemein größer ist. Und es gibt eine aktivere, lebendigere, diskussionsfreudigere (!) Bloggerlandschaft (und Autorenlandschaft), die sich sehr aktiv mit dem Thema "diversity" beschäftigt und solche Bücher mehr hervorhebt (der Durchschnittsamerikaner dürfte da nicht mehr Interesse haben als der Durchschnittsdeutsche).

    Toleranz empfinde ich übrigens als einen schwierigen Begriff. Das klingt als wäre etwas störend und man müsse es tolerieren, während es doch mehr darum geht zu akzeptieren, dass Menschen verschieden sind. Und wie wenig weit Deutschland ist, das konnte man schön an der unsäglichen "Toleranzwoche" der ARD sehen. Wir sind in vielerlei Hinsicht konservativer als man denken würde.

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    1. Ich empfinde es eher nicht so... Ich bin auch nicht homosexuell und interessiere mich trotzdem für Romane dieser Art. Was auch ein wenig an meinen Bekanntenkreis liegt, aber nicht nur!
      Wenn man sie anders bewerben würde, wäre es auch gar nicht das große Problem. Meistens haut man dann den Stempel "GAY" dick und fett vorne drauf und dann sind erstmal viele wieder abgeschreckt.
      Aber ändert kann man es doch nur, wenn man aktiv Leute damit konfrontiert. Und ich glaube, man denkt sich das mit dem Durchschnittsmenschen eh viel zu eng. Sie wären weitaus offener, als man glaubt, wenn man ihnen zeigt wie es wirklich aussieht.

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    2. Diese Empfindungen täuschen sehr oft, eben weil man denkt man selbst und die Gruppe, die einen umgibt, seien repräsentativ. Sind sie aber in den meisten Fällen nicht.
      Wenn ich in den letzten 10 Jahren eines gelernt habe, dann dass Menschen sich in ihren Lesegewohnheiten nicht umerziehen lassen. Und auch nicht umerziehen lassen wollen. Du bist offen, ich auch, aber wir sind nicht die Norm. Die Mehrheit der Menschen liest gerne über Menschen, die ihrer "Gruppe" angehören, die sind wie sie.
      Ich führe da gerne das Beispiel "Die Mitte der Welt" an. Wenn ich Kunden dieses Buch empfohlen habe und nur in einem Nebensatz erwähnt habe, dass der Protagonist schwul ist, habe ich das Buch in 90% der Fälle nicht verkauft. Habe ich dieses Detail nicht erwähnt, habe ich es in 90% der Fälle verkauft. Ich glaube übrigens nicht, dass alle diese Leute homophob waren. Aber was soll man machen? Sie zwingen, das Buch zu kaufen, wenn sie es offensichtlich nicht wollen? Es ihnen unterschieben, wie ich es praktisch gemacht habe?

      Es stimmt nicht, dass Verlage ein "gay"-Label auf die Bücher drucken. In letzten Jahren sind ganz wunderbare Jugendbücher mit schwulen Charakteren in Deutschland erschienen und keines war übermäßig stark gelabelt. Zumal das im amerikanischen Raum, den du als Vorbild anführst, ja nun wirklich nicht dezenter ist. Oder ist das bei "Two Boys Kissing" oder "Boy meets Boy" von Levithan (den du ja als erfolgreiches Beispiel nennst) subtil?

      Wie soll dieses Konfrontieren deiner Meinung nach aussehen? Wer soll das machen? Wie soll er das machen?

      Ich hätte auch gerne mehr "diversity" in der (Jugend)literatur, aber es reicht einfach nicht, den Produzenten zu sagen: Los, macht mal. Los, macht Werbung dafür, wenn die Mal um Mal feststellen, dass es sich einfach nicht rechnet. Was produziert wird, muss auch konsumiert werden. Also sind wir alle gefragt, diese Produktionen zu kaufen und weiterzuempfehlen. Kurzum, wir müssen alle anpacken, um etwas zu ändern.

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    3. Ehrlich gesagt... Ja, unterschieben wäre gar nicht so schlecht!
      Nein, so sollte es natürlich nicht laufen. Schade, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ich hab da teilweise andere Erfahrungen gemacht, was Empfehlungen angeht. Meistens, wenn man mit ihnen etwas redet, geben sie sich einen Ruck und greifen zu. Nach dem ersten Schritt ist es auch für die meisten Leute einfacher. Aber das sind persönliche Erfahrungen, ich will das Problem gar nicht abstreiten, dass manche auch nicht wollen.

      Ich meinte jetzt auch eher die Romancebücher, die zwangsläufig ein gewisses Image haben und (leider auch) auf die anderen Bücher dieser Art abfärben. Bei David Levithan macht es der Name, die Bekanntheit (auch wegen John Green wegen dem Buch "Will Grayson, Will Grayson"), dass es doch so einer Präsentation funktioniert.
      Aktuellere Beispiele wie "Simon vs. the Homo Sapiens Agenda" würde man nicht sofort in die Ecke LGBT werfen.

      Okay, jetzt wird es utopisch. Wie wäre es, wenn man in der Schule mal damit anfängt? Gewisse Aktionstage dafür einführen könnte. Und vor allem... Verlage, wenn sie mal LGBT rausbringen, wirklich mal versuchen es zu bewerben. Bisher ist das nicht wirklich geschehen und ich glaube, sowas würde im Kleinen schon etwas helfen. Vielleicht etwas naiv gedacht, aber je häufiger man darauf aufmerksam macht, desto mehr finden sich Leute vielleicht damit ab.

      Meine Meinung nach probiert man es ja nicht mal richtig, sondern schreibt die Bücher schon ab, obwohl man vielleicht mal die Übersetzung herausbringt. Da wird sich nicht darum gekümmert und dann kann es auch nichts werden. Das wird alle kräftig kaufen und weiterempfehlen müssen ist klar. Und das tue ich auch gerne.

      Danke übrigens auch für die kritische Stimme, sowas braucht es in so einer Diskussion unbedingt! Hilft auch, vielleicht es doch etwas anders zu betrachten...

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    4. Ich schnei hier mal rein...

      Nachfrage gibt es, aber die ist nicht groß genug. Würde ich jetzt mal sagen.

      Nehmen wir Intersexualität: Mir fallen nur 3 Bücher ein, ohne extra suchen zu müssen, und keines ist von einem deutschen Autoren, alles Amis.

      Ich lese auch ziemlich divers... aber was einen selbst betrifft kann man am besten verstehen... wär da jetzt mal mein Einwurf.

      LG
      Meerder

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  2. Ich habe auch schon festgestellt, dass in deutschen Jugendbüchern fast nie schwule oder lesbische Charaktere vorkommen. Und wenn, dann wird das nur mal am Rande erwähnt und spielt keine Rolle mehr. Ich möchte noch nicht mal unbedingt Bücher, in denen die Sexualität der Hauptfigur die gesamte Handlung ausmacht. Aber was wäre verkehrt an dem typischen Jugend-Fantasy-Buch, nur eben mit einer lesbischen Hauptfigur? Sowas habe ich noch nie gesehen und genau das ist es, was fehlt. Dass es einfach als normal dargestellt wird und nichts besonders außergewöhnliches ist, was auf 400 Seiten besprochen werden muss.
    Auf YouTube habe ich in letzter Zeit ein paar Videos mit Empfehlungen gesehen, was LGBT Literatur angeht - aber natürlich auch nur auf Englisch.

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    1. Das empfinde ich eben auch so... Aber irgendwie fehlt es oder ich sehe es einfch nicht.
      Und der große Anteil kommt eben doch aus der ameriknischen Raum.

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  3. Also.
    Erst einmal stimmt das, was du gesagt hast über das Übersetzen in meinen Augen nicht so ganz. Die Bücher im LGBT Bereich, die in Amerika gut ankommen, die erscheinen schließlich auch hier in Deutschland. Und das in letzter Zeit meinem Gefühl nach immer häufiger. Natürlich noch nicht so viel wie in Amerika, ABER du musst auch bedenken, dass generell sehr viel mehr Bücher in Amerika erscheinen. UND dass Trends (und LGBT ist in Amerika ja schließlich DER neue Trend 2015) einfach auch eine Weile brauchen, bis sie hier in Deutschland ankommen.
    Darüber hinaus ist die Aussage, dass jeder LGBT Romane liest auch einfach falsch. Ich zum Beispiel lese lieber einen Roman mit einem heterosexuellen Hauptcharakter, einfach weil ich mich damit besser identifizieren kann. Genauso wie ich lieber Romane aus der Sicht von jungen Frauen lese als von alten Männern. Was nicht heißt, dass ich LGBT gar nicht lesen würde. Bei Nebencharakteren wird es ja ohnehin immer mehr. Cassandra Clare hat's vorgemacht und alle ziehen nach (wobei viele Nebencharaktere da ja auch extremst klischeebehaftet sind). Und Hauptcharaktere? Naja, da muss ein Buch schon ganz besonders gut klingen. Oder von einem Autor sein, den ich bereits kenne. Das ist halt einfach so. Ich unterstütze es wirklich, dass es diese Romane gibt, (und wie oben schon erwähnt sehe ich auch auf dem deutschen Buchmarkt steigende Tendenz... wart erstmal die nächsten Programme ab!), sie klangen nur bisher nie so, als wären sie etwas für mich. Vielleicht auch gerade, weil ich im Contemporary Bereich gerne mit Humor unterhalten werde und ernste Themen zwar vorkommen, aber nicht der Hauptgrund des Buches sein dürfen, damit es mir wirklich gut gefällt. Das ist aber einfach Geschmackssache.
    Was die Toleranz in Deutschland angeht... Ja, wir sind eindeutig toleranter als die Ammies, ABER ich glaube genau das ist der Grund, warum sich hier nicht alle drauf stürzen. Das ist hier (zumindest für mich) halt einfach nichts so außergewöhnliches wie es das in Amerika ist. Wobei die Jugend da ja auch mindestens so tolerant ist wie unsere hier. Wenn nicht sogar noch mehr. Das sind die älteren Generationen... Man muss sich nur mal anschauen, welche Youtubr an der Spitze stehen. Viele davon sind homosexuell... oder werden von den Fans in ihrer Fantasie dazu gemacht xD

    Egal wie ein einzelner dazu denkt, finde ich deinen Beitrag auf jeden Fall sehr gut! Regt zum Nachdenken und Diskutieren an =) Ich bin mir aber fast sicher, dass die kommenden Vorschauen mehr Übersetzungen (und wer weiß, vielleicht sogar das ein oder andere Buch aus deutscher Feder... Wobei, wie Fabian ja bereits festgestellt hatte, vielleicht auch eher nicht) bieten werden, die in das Genre fallen. Ich persönlich hoffe, dass es nicht so eine riesige Welle wird wie bei New Adult, die alles andere verdrängt. Es bleibt auf jeden Fall spannend ;)

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    1. Aber das beste Beispiel ist für mich Adam Silvera. Sein Roman (noch nicht mal erschienen) hat schon Lizenzen in der Türkei! ergattert, aber hierzulande hört man bisher überhaupt nichts. Dabei sind sonst die deutschen Verlage kurz nach dem amerikanischen Markt getacktet und werfen die Übersetzung nur nach ein, zwei Monaten einem hinterher, wenn schon vorab bemerkt wird wie sich die Vorbestellungen häufen. Trotzdem sehe ich weder etwas von "Simon vs. the Homo Sapiens Agenda" noch etwas von "More Happy Than Not". Und die sind jetzt schon gut dabei sich zum Bestseller aufzuschwingen.
      Es von der Marktgröße abhängig zu machen finde ich in dem Punkte schwierig. Mir ist klar, dass nicht so viele Titel auf den Markt geworfen können wie für die anglophonen Leser, aber trotzdem würde mich es einfach mal interessieren, ob ein solcher Titel in Deutschland funktioniert.
      Mir ist klar, dass nicht jeder solche Bücher liest. Aber es gibt mehr, die es lesen würden, als man glaubt, wenn man es ihnen richtig präsentiert und nicht in eine Ecke stellt, wo es eh abgschoben für den Rest wurde.
      Na gut, Geschmackssache ist es natürlich auch ;) Das ist klar!

      Das mit dem Youtubern stimmt irgendwie... wäre mir gar nicht so bisher aufgefallen :D

      Naja, also besser als New Adult ist es auf jeden Fall :D Bleiben wir mal ehrlich!


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  4. Ich weiß gar nicht mal so recht, ob das Thema in den USA wirklich angekommen ist - dort werden deutlich mehr Bücher zu den Themen veröffentlich als früher, das stimmt, und es ist eine Entwicklung in die richtige Richtung zu sehen. (Wen's interessiert: Malinda Lo hat dazu immer sehr interessante Statistiken, zuletzt von 2014: http://www.malindalo.com/2014/12/2014-lgbt-ya-by-the-numbers/) Ich bin auch schon sehr gespannt auf einige 2015-Bücher, bzw. lese ich gerade Hannah Moskowitz' "Not Otherwise Specified" und bin ein kleines bisschen verliebt.
    Aber: Ein Markt ist das eine, wie die Leute dargestellt werden immer noch etwas anderes. Thema James Dawson, weil du ihn erwähnt hast: Ich war sehr von seinem "This Book Is Gay" enttäuscht. Das Buch ist super, wenn du schwul oder lesbisch bist, oder dich mit einem binären Gender identifizierst. Alles andere weniger. Und das schadet eben auch.

    Ich hoffe aber sehr, dass in Zukunft noch viel mehr Bücher erscheinen - vor allem auch in Deutschland (aber längst nicht nur). Und nicht mal welche, in denen die Sexualität Hauptthema ist (auch wenn diese Bücher genauso wichtig sind), sondern wie Jacquy sagte: Bücher, die wir sonst auch haben, deren Protagonist_innen aber eben nicht heterosexuell und/oder cis sind.
    Auch in Sachen Diversity innerhalb dieser Literatur muss noch einiges gemacht werden, denn oftmals werden bestimmte Themen separat voneinander behandelt. Eine Protagonistisch kann eine WoC sein ODER bi/lesbisch/pan/ace/... oder trans (oftmals fallen Gender und Sexualität zusammen, aber zum Glück nicht nur, wie z.B. in Gracefully Grayson von Ami Polonsky) ODER eine Behinderung haben ... was ist dann aber mit den Menschen, bei denen das alles zusammenkommt? Es gibt mittlerweile mehr Bücher, die da keine einzelnen Kategorien mehr schaffen.
    Aber in der Mehrzahl sind die Charaktere dann zwar z.B. schwul, aber eben cis und/oder weiß ... was auch vollkommen legitim ist, aber nicht das Einzige sein kann, was an Repräsentation zu bieten ist.

    Mehr Vielfalt hat auch den Vorteil, dass die Klischees nicht mehr so negativ auffallen. ;) Es stimmt, dass diese meistens nur vorkommen, weil da wer nicht recherchieren wollte, aber letztlich gibt es diese Menschen trotzdem; "übertrieben ins groteske bemalte Tunten und Sexmonster, die ihre eigene Libido nicht mehr unter Kontrolle haben" meint hoffentlich nicht Drag Queens (oder generell Menschen bzw. speziell Männer, die sich halt (stark) schminken) und polyamoröse und/oder sexuell sehr aktive Menschen, denn die haben genauso Akzeptanz verdient wie alle anderen auch.

    Und ich glaube, ich beende meinen Roman jetzt erst einmal. xD

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    1. Artikel und Buch muss ich mir später mal in Ruhe anschauen. Danke für den Link! :)

      Und ich geb dir in vielen Punkten recht! Und es wäre schön, wenn es mehr Vielfalt gäbe auch in diesen Punkten... Bisher schaut es aber auf den Markt noch sehr ruhig eben aus.

      Der Satz war jetzt eigentlich nur auf das oftmals dargestellte Bild bezogen. Deswegen auch die Wortwahl. Man sieht halt nur diese extremen Typen, die es gibt und auch geben darf, aber halt nur ein kleiner Bruchteil sind und schnell über die gesamte Gruppe gezogen werden. Jeder darf sich ausdrücken wie er möchte und wie er sein will ;)

      Und danke für diesen Roman. Ich find, der trifft es einfach perfekt!

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    2. Malinda Los Blog und Tumblr sind da generell immer sehr lesenswert. :) Auch wenn das nicht der Suche nach deutschen Büchern hilft. xD Es ist echt ein bisschen traurig, selbst bei Übersetzungen. Ich bin manchmal total überrascht, dass ein Buch übersetzt wurde, weil werbetechnisch nicht viel geschah und quasi kein Mensch davon weiß. (Selbst Bücher wie David Levithans "Boy meets Boy"/"Noahs Kuss und plötzlich ist alles anders", oder mein aktueller Lieblings: Tess Sharpes "Far From You"/"Mein wildes Herz".)

      Ich denke, langsam (sehr langsam) kommt die Botschaft an. Ich hoffe nur, dass die Entwicklung so bleibt und fortschreitet. In der Regel ist's ja auch so, dass die US-amerikanischen Entwicklungen auch nach Deutschland überschwappen, vielleicht auch hier. ;)
      Aber es hilft definitiv, wenn drüber geschrieben wird un die Bücher gekauft werden, selbst wenn es "nur" Übersetzungen sind. Letztendlich zeigt auch das, dass Nachfrage besteht und gibt auch deutschen Autor_innen mehr Möglichkeiten?

      Ich war nur ein bisschen ob der sehr negativen Wortwahl irritiert; klar, es sind Klischees, aber so eine Formulierung kehrt eventuell auch die Leute, die so sind, mit unter den Bus. Aber ja, das als Repräsentation ist das alles andere als ausreichend. (Oder gar schädlich. Wenn ich da an die Menschen denke, für die das gar nichts ist, die dann aber vielleicht in den Glauben geraten, dass sie nicht "queer genug" sind ...)

      Danke. :)

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    3. "Far from You" wurde übersetzt? Wusste ich gar nicht :D Schön mal zu erfahren... aber viel Aufmerksamkeit hat man da wirklich nicht reingesteckt...

      Da hilft es wohl nur Daumen drücken! Und ich hoffe wirklich, dass man sich da mehr auf dem deutschen Markt traut. Wenn man es richtig bewirbt, ist bestimmt was drinnen!

      Okay... so war es wirklich nicht gemeint. Ich dachte, der Zynismus kommt da genug zu tragen, dass man es nicht missversteht!

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  5. Das Problem ist mir auch schon aufgefallen. Auf unserem Rezensionsblog (http://mondbuchundsterne.blogspot.de/) liegt der Schwerpunkt auf Büchern mit guter Repräsentation von LGBTIA-Menschen, PoC, etc. Wir suchen häufig gezielt nach Büchern, die sich um solche Figuren drehen, um sie für unseren Blog zu rezensieren, aber die zu finden ist oft nicht leicht. Besonders auf Deutsch. Viele spannende Titel werden nicht übersetzt und das ist schade, weil wir nicht nur Bücher empfehlen wollen, die vielleicht nicht jeder lesen kann.

    Ich glaube nicht, dass es als Argument zählt, dass das niemand kaufen würde, wenn der Protagonist nicht heterosexuell ist. Menschen lesen Bücher über grüne Aliens, Zwerge und Orks, aber in einen homosexuellen oder nicht-weißen Menschen können sie sich nicht hinein versetzen? Leider werden trotzdem Bücher über LGBTIA-Menschen gerne in die Sparte Gay Romance abgedrängt, aber leider gibt es da zum einen fast ausschließlich Bücher über schwule Männer, zum anderen scheinen viele dieser Bücher nicht für sondern lediglich über sie geschrieben zu sein. Der oftmalige Fokus auf Erotik ist auch nicht, was Diversität fördert. Dabei suchen viele LGBTIA-Menschen Bücher über sich, die Nachfrage ist da.

    Gerade für LGBTIA-Jugendliche ist es jedoch wirklich wichtig, Repräsentationsfiguren in Büchern zu haben. Weiße, heterosexuelle Jugendliche sehen sich überall repräsentiert, aber ein lesbisches Mädchen zum Beispiel nicht und für sie kann es viel bedeuten, wenn sie in einem Buch eine Heldin findet, die mit ihrer Sexualität ganz selbstverständlich umgeht und zeigt, dass das nicht immer ein Problem ist. Der Mangel an Literatur über LGBTIA-Menschen zeigt aber leider nur, dass es offenbar nur heterosexuelle Menschen wert sind, Bücher über sich lesen zu dürfen.

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    1. Das ist ja mal eine tolle Idee! Findet bestimmt seine Leser :) Und ja, besonders auf Deutsch ist es manchmal eben sehr schwer solche Romane zu finden... Da ist der englischsprachige Raum besser sortiert.

      Hätte es nicht besser auf den Punkt bringen können!

      Es braucht Identifikation und da das Umfeld meistens ja doch nicht unbedingt positiv reagiert, kann man ja in solchen Romanen durchaus "fühlen", dass man nicht alleine mit diesen Problemen steht, oder? Gerade für Jugendliche ist es für mich sehr, sehr wichtig gute Literatur zu finden, die ihnen wirklich hilft und mitunter auch einfach die Akzeptanz fördern.

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  6. Das ist ein Thema, mit dem ich mich schon eine ganze Weile herumschlage. Es ist wirklich komisch, dass auf dem deutschen Markt alles, was kein Gay Romance/M-M-Erotica ist, sehr schwer zu finden ist. Das betrifft neben den Jugendbüchern auch Titel, die einfach LGBTQ-Protagonisten drin haben, ohne dass der Plot sich zwingend um Romantik/sexuelle Orientierung/Geschlechtsidentität drehen muss.
    Allerdings kann ich es aus einer Vermarktungsperspektive verstehen. Zum Beispiel gibt es auf den englischsprachigen Amazon-Seiten zumindest eine eigene Kategorie für "Gay & Lesbian" (auch wenn es sehr schade ist, dass sie das nicht erweitern zu LGBTTIAQ).
    Auf der deutschen Seite finden sich LGBT Bücher nur unter Erotik > Schwul/Lesbisch und Ratgeber > Schwul/Lesbisch. Das hört sich vielleicht unwichtig an für viele, aber es zeigt schon deutlich, welche Position LGBTQ-Literatur bei uns einnimmt: Schmuddelig oder Problem.
    Und auch wenn dann mal ein Buch rauskommt, das weder Romanze noch Erotik ist: Ein großes Publikum findet sich selten.
    Schade, weil ich selber mich immer freue über Romane mit guter Repräsentation.

    Danke für den Blog-Eintrag, schön das mal so thematisiert zu sehen in einem deutschsprachigen Blog.

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    1. Ist mir ehrlich gesagt auch schon aufgefallen, dass die Kategorie beim deutschen Amazon fehlt. Auf der amerikanischen Seite ist sie amüsanterweise zu finden. Klingt banal, lässt aber auch irgendwie tief blicken...

      Vielen Dank für das Lob!

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  7. Ich finde ich es im Grunde aber auch schwierig, die Amerikaner als Sinnbild der Akzeptanz oder zumindest der Toleranz anzuführen. Wie viele Bücher habe ich bereits gelesen, mit lesbischen Charakteren, wo am Ende doch eines der Mädels plötzlich auf Männer steht oder stirbt. Es ist selten, dass nicht eins von beidem passiert. Oft im Übrigen auch in Filmen oder Serien. Des Weiteren finde ich es gar nicht so problematisch (auch im Deutschen) Raum Romane zu finden, in denen lesbische Charaktere vorkommen (auch im Jugendbereich) - bei Schwulen und Transgender weiß ich es nicht, da ich danach nie gesucht habe. Ich sehe hier aber auch vor allem die Nachfrage als Problem.

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    1. Ich möchte sie nicht als Sinnbild für Akzeptanz darstellen, aber in diesem Bereich scheinen sie einfach weiter zu sein.
      Man findet schon Bücher... aber eben in Kleinverlagen, die sich darauf spezialisiert haben und auf den Markt eher eine kleine Chance haben. Bei Publikumsverlagen bin ich ehrlich gesagt selten lesbischen wie schwulen Charakteren begegnet. Transgender hab ich ehrlich gesagt nicht einen Roman bisher gefunden.
      Ich weiß nicht, ob die Nachfrage wirklich das Problem ist. Oder eben die Präsentation der Bücher das eigentliche Problem ist.

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  8. Ich finde ja, dass unser deutscher Jugendbuchmarkt generell etwas unterbesetzt ist. Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe immer das Gefühl, dass 80% der Romane im Buchladen Übersetzungen sind. Da bleibt ja für die deutschen Autoren überhaupt nicht mehr viel Spielraum. Nicht, dass das jetzt DIE Entschuldigung wäre, aber ich finde es eh schon immer schwierig neue, gute deutsche Autoren zu entdecken, da bin ich bei den Themen über die sie schreiben, noch gar nicht angekommen.

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    1. Naja, also das der Jugendbuchmarkt in Deutschland mehr als lückenhaft ist, will ich wirklich nicht abstreiten. Meistens sind es wirklich Übersetzungen und bei den Autoren liest man sehr oft die immer gleichen Namen aus deutschen Landen. Geb ich dir absolut recht!

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  9. So wahr!! Ich hab einige Freunde/Freundinnen, die ich kennengelernt habe, nachdem sie in dieser "Krise" gewesen sind und sie meinten auch, sie haben sich völlig alleingelassen gefühlt, jedenfalls die allermeiste Zeit. Vor allem die Öffentlichkeit macht es nicht öffentlich genug, meiner Meinung nach. Klar, es gibt den CSD, aber 1 Tag im Jahr reicht für sowas doch nicht! Ich selbst hab ja noch nichtmal ein Buch über dieses Thema gelesen.
    Hast du vielleicht Empfehlungen, Bücher, die du als wirklich gut empfandest, was das Thema angeht? Ich selber hab derzeit mein Auge auf die David Levithan Bücher, deshalb werd ich da mal starten =)
    Auf jeden Fall super, dass du immer wieder solche naja, "Tabu" themen ansprichst und auch wirklich den Kern triffst!
    ♥ Ley

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    1. Danke für den Kommentar und das Lob! Da freut mich :) Und du hast damit recht!

      Hier sind ein paar Empfehlungen (hauptsächlich auf Englisch):

      Gelesen und für gut befunden...
      Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe von Benjamin Alire Saenz
      Der Autor David Levithan (keine Einschränkungen, Übersetzungen gibt es. Every Day ist gut, aber nicht LGBT an sich... Dafür hast du es in Dash & Lily's Book of Dares bei den Nebenfiguren)
      Will Grayson, Will Grayson von John Green + David Levithan
      The Perks of Being a Wallflower von Stephen Chbosky
      Winger von Andrew Smith

      Dann, was ich selber noch nicht gelesen habe, aber möchte...
      Simon vs. the Homo Sapiens Agenda von Becky Albertalli (erscheint bald)
      None of the Above von I. W. Gregorio (erscheint bald)
      Beautiful Music for Ugly Children von Kristin Cronn-Mills

      Gibt aber noch viel mehr auf dem amerikanischen Markt... Das sind jetzt nur die, die mich selber interessieren :)

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    2. Dankee für die vielen Tipps, werd ich auf jeden Fall lesen - gut dass Ari & Dante schon aufm SuB ist *.* Englisch wird ein Glück kein Problem mehr sein, wie früher ^.^

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  10. Hallo Christian,

    deinen Beitrag unterschreibe ich so! Ehrlich, es gibt kaum einen Deutschen Markt dafür, der aufklärt und Ängste nimmt. Es ist ziemlich schwer sich damit auseinander zu setzen ohne irgendwelche stinkenden Klischees untergejubelt zu bekommen. Ich glaube der Mut dazu liegt in Deutschland weniger in der Literatur als in anderen Formaten.

    Ich finde auch, es sollte keine Sparte sein, die nie ein großes Publikum erreicht, nein - es darf gerne von allen gelesen werden und jeder sollte sich eine Meinung bilden dürfen. Man soll nicht aus irgendwelchen Tiefen graben müssen, die keiner lesen will. Das nützt keinem was und die Toleranz nimmt davon auch mehr Schaden als alles andere.

    Dein Beitrag ist sehr wertvoll und sollte richtig ernst genommen werden.

    Liebe Grüße
    Henrik

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    1. Meine Worte! Dankde für den Kommentar und das Lob :)

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  11. Ich glaube, Deutschland hängt hier einfach noch etwas hinterher. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass sich der deutsche Buchmarkt, zumindest im Jugendbuchbereich, generell sehr stark an den USA orientiert. Und wenn dieses Thema dort jetzt erst so richtig durchbricht, wird es hoffentlich bald auch bei uns verstärkt auftreten.

    Du hast recht, ich denke auch, dass sich die Auseinandersetzung mit diesem Thema in einem Buch positiv auf Jugendliche auswirken würde, die sich eben in so einer Krise befinden. Patrick Ness hat auch einmal geschrieben, dass er sich in seiner Jugend gewünscht hätte, dass das Thema Homosexualität mehr in Büchern behandelt werden würde, weil er sich zu der Zeit sehr alleingelassen gefühlt hat. Damals gab es allerdings noch gar keine Bücher über Homosexualität bei Jugendlichen.

    Deshalb hoffe ich, dass das Thema bald auch zu uns rüberschwappt.

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    1. Das mit Patrick Ness hab ich auch mal irgendwo gelesen... Und ich finde auch, er hat damit recht. Und ich hoffe wirklich, dass der Trend es auch zu uns noch schafft!

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  12. Ja, bleibt einem letztlich nichts anderes übrig als mal abzuwarten ob da nicht vielleicht doch irgendwann in ferner, ferner Zukunft doch irgendwas in die Richtung passiert. Und solange bleiben einem ja zum Glück (auch wenn es irgendwie auch sehr traurig ist) die englischsprachigen Bücher.

    Btw, es sind nur noch 9 Tage bis Simon *__*
    Okay, wohl eher nicht weil Amazon ein A****loch ist -.-

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  13. Ich bin gerade erst auf deinen Blog gestoßen und finde ihn sehr toll. Dabei haben hier schon einige Bekannte kommentiert. Was ich noch dazu sagen kann ist, dass es weniger an den Autoren als an den Verlagen liegt. Wenn einem Autor schon gleich von der Agentur gesagt wird, ein Jugendbuch mit schwulem Protagonist lässt sich nicht verkaufen, dann verliert man auch schnell den Mut. Ich habe ein ganz tolles Jugendbuch einer befreundeten Autorin gelesen, aber es wollte niemand haben. Stattdessen werden dann wirklich nur die Bestseller von John Green, David Levithan und jetzt Dante und Aristoteles übersetzt. Dann gibt es da noch "Die Mitte der Welt" aus den 90ern und ein paar lesbische Jugendbücher von Mirjam Müntefering, und dann nicht mehr viel. In Deutschland haben sich dann irgendwann eigene Verlage für lesbisch/schwule Literatur gegründet, weil sie woanders nicht veröffentlicht wurde, aber es ist dann schon schade, wenn man sieht, dass ganz tolle Bücher von deutschen Autoren kaum Aufmerksamkeit bekommen, aber Übrsetzungen dann in größeren Verlagen erscheinen. Ich stimme dir vollkommen zu, dass es gerade für Jugendliche wichtig ist, sich repräsentiert zu sehen und nicht immer nur in Problembüchern. Ich hoffe sehr, dass sich das bald mal ändert und das hat mich gerade etwas motiviert, mein Jugendbuch doch mal weiterzuschreiben.

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