Rezension: Cruel Summer von James Dawson

08 September 2015 |

Fünf Freunde und der Tod

Ein Jahr nach Janeys Suizid treffen sich die fünf Freunde wieder und müssen feststellen, dass der Tod ihrer Freundin kein Selbstmord zu seien scheint.
Ryan, Greg, Alisha, Katie und Ben. Alle treffen sich in der Villa von Katies Vater wieder, ein Jahr nach den schrecklichen Sturz Janeys von der Klippe, der sie alle atemlos zurückgelassen hat. Es sollte eine Reunion werden, ein Zurückfinden zu den Freunden, hier in Spanien unter der brennenden Sonne.
Doch irgendetwas war schon immer an dem Tod ihrer Freundin falsch. Kein Abschiedsbrief, nichts, was wirklich auf einen Selbstmord deuten würde. So wäre Janey nie gewesen. Sie blieben ratlos zurück und im Ungewissen.
Aber eins scheint immer klarer zu werden: Einer von ihnen hat gelogen und verschweigt die Wahrheit. Eine grausame Wahrheit, die diesen Sommerurlaub zum Horrortrip macht.

Das Leben ist eine Serie

"Cruel Summer" ein Thriller für den Strand in einer spanischen Villa und jeder Menge Sonne, Intrige und Spannung. Was wie ein netter Sommerroman anfängt, entwickelt sich zu einer Thrillerserie, die dringend auf die Mattscheibe gehört.
Aus der Sicht von Ryan und Alisha betrachtet und von einem manchmal bitterbösen Erzähler eingefangen, gilt es den Mörder unter ihnen zu finden. Dabei fühlt man sich schnell an "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" und andere Teenieschocker erinnert. Kein Wunder, bei der filmhaften Erzählerweise und den für solche Horrorstreifen bekannten Elementen.

Es folgt der Cast:
Ryan, homosexuell, charismatisch, lebt in seiner eigenen Serie. Für ihn ist alles eine Art Serie in der er der Hauptdarsteller ist.
Greg, der Sportler unter der Truppe mit seiner Zwillingsschwester Alisha, das böse Mädchen, dass in ihrer Vergangenheit viel zu viel Alkohol getrunken hat.
Katie, die brave, das Girl Next Door.
Ben, der Streber, der immer beliebt war.
Und die Neue, Erin, Medezinstudentin und Freundin von Greg.

Alles, was eine gute Serie braucht. Das Setting des spanischen Sommerurlaubs ist ein wundervoller Kontrast zu der dunklen Vergangenheit rund um Janeys Tod und schon haben wir einen netten Kassenschlager, der sich aber erstmal nicht von seinen Kollegen unterscheiden kann. Anfangs hat man das Gefühl, man weiß doch eh schon wie es endet. "Scream" hat das uns doch alle gezeigt. Hundertmal gelesen, hundertmal gesehen, das kann ja nichts werden. Auch wenn sich die Charaktere von ihrer besten Seite zeigen, das wird nichts, wenn der Plot nicht anders wird. Bis man merkt, das gute Stück ist von James Dawson.

Teen Horror trifft auf Humor

James Dawsons Schreibstil ist großartig. Nicht nur hat er es geschafft, dass sein Roman in Szenen aufgeteilt ist, nein, ihm gelingt es sogar die dramatischen Ausblenden in die Werbungen zu reproduzieren, die Spannung einzufangen und den Cliffhanger an die fiesesten Stellen zu setzen. Man hört den Soundtrack geradezu, obwohl da gar keiner ist. Dazu packt er noch eine Menge britischen Humor, Situationskomik und Galgenhumor und Geheimnisse, die es in sich haben. Ihr glaubt ihr wisst, was wirklich passiert? Ihr habt keine Ahnung.
Sind die ersten hundert Seiten noch Einführung, wird man mit Szenen konfrontiert, die einen gefangen nehmen. Zusammenhänge, die man nicht kommen sah und Beziehungen, die man nicht vermutet hat decken sich auf und bleiben doch der Linie der Horrorserie treu. Bald müssen sich die Figuren in einem anderen Licht präsentieren, als sie wollten, während sie Stück für Stück gegenseitig auf die ganze Wahrheit stoßen. Man klebt an den Seiten, wird von dieser lockeren Schreibweise in den Bann gezogen und fühlt sich glorreich unterhalten, an der richtigen Stelle schockiert, es stellen sich sogar die Nackenhaare manchmal auf.

Ende mit Überraschung

Na, es ist ja wie eine Serie aufgebaut. Es ist der Gärtner! Falsch geraten, denn so offensichtlich ist es nicht. Alle Wege führen zu einer Person und die Fäden ziehen zusammen, doch schlussendlich sieht die Wahrheit anders aus und man steht erstaunt da. Das Motiv erstaunt einen, denn man sah es nicht kommen. In der darauffolgenden Episode folgt ein Showdown, der es in sich hat und das Serienfinale mit Paukenschlag. So muss das sein!
Ist das ganze hundertprozentig authentischer Thrill? Nein, nicht wirklich. Aber jede Menge Spaß in Teeniehorrormanier, die einen bis zur letzten Seite begeistern kann. Vor allem ein guter Stoff für eine interessante Serie. Mal Lust auf eine etwas andere Strandlektüre? "Cruel Summer" ist eine gute Wahl!

Fazit

Mord, eine Villa, Sonne und Freunde, die mit ihren Geheimnissen rausrücken müssen. Ein spannender Thriller von James Dawson, der mit der richtigen Portion Augenzwinkern daherkommt.geschrieben hat. So manche Vorabendhorrorserie würde vor Neid erblassen. Bleibt nur die Frage: Wann kommt die erste Staffel?

★★★★

Indigo - Paperback - Deutscher Titel: -
  ISBN: 9781780621081 - Seiten: 304 - Preis: ca 9,60 €

1 Kommentar:

  1. Das Buch möchte ich auch noch unbedingt lesen, James Dawson gehört zu meinen Lieblingsautoren. Cool, dass es dir so gut gefallen hat, jetzt bin ich noch gespannter! :D

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