Rezension: Let It Snow von John Green, Johnson Maureen, Lauren Myracle

27 Dezember 2015 |
Drei Geschichten, ein Schneesturm und jede Menge Jugendliebe. Aus diesen Kombination besteht "Let It Snow" und erzählt drei unterschiedliche Geschichten von drei verschiedenen Autoren, die aber über ihre Charaktere miteinander verbunden sind. Eine interessante Mischung von Witz, Weihnachtszauber mit der richtigen Portion Kitsch.

Süße Weihnachtsgeschichten mit Herz

Die drei Geschichte bestechen alle durch ihre Autoren. Jede ist für sich individuell und speziell. Allen voran die erste Erzählung von Maureen Johnson ist nicht nur ein Herzenswärmer, sondern amüsiert einen auf ganzer Ebene. Mitten im Schneesturm gefangen entwickeln sich die Dinge für ihre Protagonistin ganz anders wie gedacht und sie findet sich selbst im Schneechaos wieder
Ähnlich geht es dabei der Protagonistin in Lauren Myracles Geschichte. Von Liebeskummer geplagt versucht sie ihre Beziehung zu reparieren und scheitert. Dabei sind es die unglücklichen Umstände, die dazu geführt haben, dass es kein Happy End geben wird und bald muss sie erkennen, eigentlich ist sie auch ein wenig selbst Schuld. Aber vielleicht schafft es doch noch ein Weihnachtswunder die Situation zu retten?
Die beiden Autorinnen leisten sprachlich ganze Arbeit und verwandeln beim Lesen auch einen grünen Winter in das beste Winterwunderland, dass es geben kann. Mit heißer Schokolade und Kuscheldecke, dass einen das Herz fast platzt vor Niedlichkeit. Dabei bleiben beide ihren Ton treu und wissen doch durch ihren jeweiligen Charme und Witz zu überzeugen. Ihre Figuren strahlen vor Energie und Lebendigkeit, dass man von ihren Gefühlen nur sich zu gerne anstecken lässt und auch sprachlich paaren sich intelligente Wortspiele mit jede Menge Ironie und Sarkasmus. Echte Feel-Good-Geschichten, die auch den stressigsten Weihnachstag schön zaubern können.

Schwächelnder John Green

Und dann wäre da noch John Green. Ein von mir sehr geschätzter Autor und Hauptgrund, warum überhaupt dieses Buch in meine Hände gefunden hat, der aber als die Katastrophe des Konzeptes gesehen werden kann. John Green bedient sich hier wieder seines üblichen Charaktersets mit zwei beste Freunden und einer besten Freundin.  Ihr könnt euch denken, wohin die Reise geht, sofern ihr Romane von ihm gelesen habt und da bleibt seine Weihnachtsgeschichte keine Ausnahme. Die große Überraschung bleibt aus und dazu kommt, dass die Situation unterhaltsam erscheint, aber auch mit sehr vielen Klischees um sich wirft. Klischees, die einerseits nicht sein müssen und den Spaß an der Geschichte nehmen, die durchaus den ein oder anderen Lachanfall-Moment auslösen könnte. Was in der Handlung noch amüsant beginnt, verkommt irgendwann leider zum Trip notgeiler Jungs, die nicht gerade sehr viel Intelligenz beweisen. Und nicht nur sie, allgemein wirkt die Geschichte blass und eintönig, plätschert manchmal lustlos vor sich hin. Da kann auch John Greens Gespür für geniale Dialoge nicht mehr alles gut machen. Die Grundidee ist stimmig, die Ausführung hätte aber besser sein können, vor allem für einen John Green. So bleiben auch die richtigen Emotionen aus und man ist froh, dass seine Kolleginnen in diesem Roman genug "Christmas Spirit" versprühen um "Let It Snow" zu einer kuscheligen Winterlektüre zu machen.

Fazit

"Let It Snow" ist genau das Buch, was man sich in der Weihnachtszeit wünscht, bestehend aus Liebe, Schnee, Weihnachtszauber und -wunder, die einen das Herz erwärmen. Da schmeckt die heiße Schokolade und Plätzchen neben dem Weihnachtsbaum gleich viel besser. Wenn man von einem schwächelnden John Green absieht, hat man hier genau das richtige Buch um in weihnachtliche Winter-Wonderland-Stimmung zu kommen.

★★

  Penguin - Taschenbuch
  ISBN: 9780141349176 - Seiten: 368 - Preis: ca. 9,95 €

Kommentare:

  1. Ich kannte das Buch noch gar nicht, aber der Inhalt hört sich ja gut an und du scheinst ja auch begeistert zu sein. Das Buch wandert auf jeden Fall erst einmal auf meine Wunschliste :)
    Liebst, Lara.

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  2. Schöne Rezension :)
    Ich mochte die John Green Geschichte eigentlich am liebsten in dem Buch, denn er kann zwar hier nicht mit seinen üblichen Geschichten mithalten, aber irgendwie macht die Geschichte einfach Laune, weil sie so verrückt und absurd ist (und ich den Herzog als Charakter total gerne mochte). Aber auch die anderen beiden Geschichten sind wirklich schön. Perfekt, wenn man an den kalten Tagen etwas zum Lachen haben will :)

    Liebe Grüße
    Chrisi

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    1. Vielen Dank!

      Die "Duke" war schon cool. Das find ich auch gut, aber irgendwie war es mir zu viel mit der Cheerleadertruppe. Aber die Geschichte ist glaub ein wenig Geschmackssache :)

      Aber es ist ein perfektes Buch für die Weihnachtszeit!

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  3. Bei mir ist es schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen hab, aber die zunehmend negativen Meinungen über John Greens Geschichten bringen mich langsam dazu es noch mal lesen zu wollen. Ich hab seine Geschichte als okay in Erinnerung, nicht herausragend, aber gut. Richtig für mich gewonnen hat Maureen Johnson für mich, mit klarem Abstand. Lustigerweise fand ich die von Lauren Myracle dagegen richtig schlecht, einfach zu kindisch und naiv (außer das Schwein, das war fabelhaft).

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    1. Sie war auch okay... Aber auch nciht unbedingt das, was ich mir von John Green erhoffe.
      Maureen Johnson war wirklich die Beste! Sie war einfach schön:
      Und bei Lauren Myracle. Ich fand sie gut, kann aber verstehen, wenn man sie nervig fand. Und das Schwein hat ja wohl alles getoppt :D

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