Lesevorsätze 2017

01 Januar 2017 |
Das Jahr 2016 ist vorbei. Ein Jahr in dem ich wohl so wenig gelesen habe wie schon lange nicht mehr. Von den angedachten 50 Büchern wurden es nur 28 Bücher dank Bachelorabschluss und andere Stressoren. Wirklich keine glorreiche Bilanz und auch der Blog musste auch darunter leiden, aber manchmal muss man Prioritäten setzen. Da geht auch mal die liebgewonnene Lese- und Blogzeit verloren.
Nun schreiben wir aber den ersten Tag des Jahres 2017. Was nehme ich mir literarisch vor? Bei der Vielzahl an Romanen, die jährlich erscheinen, wird es immer schwieriger den Überblick zu behalten. Alle lesen zu wollen ist unmöglich, sofern man keinen Zeitumkehrer hat oder jegliche soziale Interaktion aus seinem Leben streichen möchte. Hier also der Schlachtplan für 2017!

Lesezeit einplanen
Ich habe immer wieder Leerlaufphasen, die zwar sehr kurz sind, aber eigentlich mit Lesezeit gefüllt werden könnten. Man findet immer einen Weg ein paar Seiten einzuplanen und sei es nur, während ich mal wieder auf die Bahn warte, weil Störungen vorlegen. Also nicht heulen, ab sofort Buch auspacken und sich denken: Vielen Dank, liebe DB, für die geschaffene Lesezeit! Oder wir machen gleich ein Belohnungskonzept daraus, laut Motivationstheorien gilt der Spruch "Erst die Arbeit, dann das Vergnüngen!" als geeignet. Also für jede abgeleistete Arbeit ein bisschen Lesezeit. Selbstbetrug hat ja bei unangenehmer Arbeit schon immer geholfen. Und Zeitmanagement ist eben auch beim Lesen vielleicht alles. Da es ja auch entspannt und Spaß macht sollte sie doch eh  längst in jedem Terminkalender verankert sein! Können wir nicht allgemein einen zugesichteren wöchentlichen Lesetag einbauen?

Ich und Tolstoi
Dieses Jahr steht ein Projekt an zu den mich eine Freundin systeamtisch genötigt hat. Es vergeht kein Moment, wo ich sie treffe und sie nicht über russische Klassiker schwärmt. Dabei ist Tolstoi nur ein Kanditat. Meistens hat sie dann die dicken Wälzer in der Hand und streicht ganz verliebt darüber, während ich wieder einen Vortrag über mich ergehen lasse. Nachdem sie mir sogar einen Roman von Tolstoi geschenkt hat, bleibt mir wohl keine andere Wahl mehr und bewege mich in die Welt von "Krieg und Frieden", "Anna Karenina" und "Die Auferstehung". Leider haben es russische Autoren nicht ganz so mit kurz und knapp.

Sag JA zu dicken Büchern
Aber dafür hab ich gleich meinen nächsten Vorsatz! Es geht um dickes Zeug. Ihr wisst schon, die mit denen man ungebildetes Fußvolk erschlagen kann, um ihnen die Kultur ins Hirn zu hämmern. Daher nehme ich mir auch vor mal wieder etwas seitenlastigere Literatur zu lesen. Zum Beispiel "The Goldfinch" oder "The Luminaries", die bei mir auf dem Regal leider verstauben. Oder "City of Fire". Die Liste ist endlos und irgendwann muss ich ja meine Scheu vor zu langen Werken los werden. Konfrontationstherapie eben!

Hörbücher
Mein persönliches Experiment dieses Jahr: Hörbücher. Mag jetzt für andere seltsam klingen, aber ich bin jemand, der irgendwie was tun muss, wenn er was hört. Musik im Rumliegen mag vielleicht bei progressiver Muskelrelaxtion super helfen, aber bis ich mich da beruhigt habe, bin ich aufgestanden und hab lieber zum Beat noch schnell ein wenig Sport gemacht. Oder Yoga, wenn wir schon bei Entspannung sind.
Da ich aber so viel für die Universität lesen muss und es nicht selten vorkommt, dass ich nur noch Buchstabesalat vor meinen Augen habe und die Wörter nicht aus den Haufen mehr aufheben kann, wären Hörbücher auf jeden Fall eine augenschonende Alternative mit der ich erstmal lernen muss umzugehen. Besser gesagt, ich glaub ich brauche Kopfhörer, damit ich die gröllenden Fußballfans im Zug ausblenden kann (Empfehlungen in die Kommentare! YouTube-ready?). Vielleicht auch für das Sofa und die Decke Tätigkeiten, die ich machen kann ohne die Konzentration zu verlieren. Multi-Tasking-Talent bin ich ja eher nicht so, außer hinfallen, während man Treppen hochläuft. Das kann ich prima.

Lesen wie viel man kann 
Ich habe aus letztem Jahr etwas dazugelernt, setze dir beim Lesen einfach keine Ziele, es macht auch gar keinen Sinn sich eine Zahl an die Stirn zu kleben. Vielmehr steht im Vordergrund, welche Bücher man sich ausgesucht hat. Qualität statt Quantität! Olympisches Lesen können gerne andere für mich übernehmen, ich hab mein eigenes Tempo und das heißt: So viel wie man kann. Ob das jetzt nur 10 oder 100 Bücher sind ist relativ. Jedes Buch zählt. Adieu, Minimum, ich lese jetzt wie ich will!

Kommentare:

  1. Hey! :)

    Wow da hast du dir wirklich tolle Vorsätze gesetzt! :)
    Von Tolstoi habe ich bis jetzt leider nur "Anna Karenina" gelesen aber das zählt sogar zu meinen Lieblingsbüchern. Man muss zwar manchmal etwas Ausdauer beweisen, da ich nicht leugnen kann, dass Tolstoi sich manchmal etwas verliert, aber die Geschichte konnte mich trotzdem so sehr für sich einnehmen. Am Ende hätte ich mir sogar gewünscht, sie wäre noch ein bisschen länger. Und das ist doch ein gutes Zeichen. :) Hoffentlich kann dich das Buch genauso begeistern wie mich!!

    Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinen Vorsätzen! :)

    Liebe Grüße,
    Jasi

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    1. Vielleicht gefällt mir der Klotz dann auch :D Wir werden sehen.

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  2. Hallo mein Lieber,

    weisst du was mir aufgefallen ist, viele "jammern" das sie nicht mehr so viel gelesen haben wie noch vor 1, 2 oder gar 3 Jahren. Mir selber gehts seit 2015 auch so. Vorher hab ich immer so zwischen 50 und 55 Bücher geschafft. 2015 hab ich grade mal knapp die Hälfte geschafft und letztes Jahr zwar mehr, aber bin noch weit von den früheren Zahlen weit entfernt. Aber ich mach mir ebenso keinen Druck mehr. Ich mach was mir Spass macht und wann ich drauf Lust habe. :)

    Das mit dem Lesetag find ich ne gute Idee. Hoffe du schaffst es wirklich dieses Tag freizuschaufeln.

    Ich selber mag eigentlich dicke Bücher. Hab aber, wenn ich es mir recht überlege, auch schon länger keine wirklichen Wälzer gelesen. Einfach weile grade keine Bücher gibt die mich reizen. Bin mal gespannt wie es dieses Jahr ausschaut. Mal ne andere Frage, ab wann ist ein buch für dich ein Wälzer? Ab wieviele Seiten?

    Hörbücher sind nicht meins, waren sie als Kind schon nicht. Obwohl es die einfachere Art wäre für mich ein Buch zu konsumieren. Aber ich lese einfach viel zu gerne, obwohl es anstrengender ist für mich und ich halte einfach gerne in der Hand.

    Das hab ich mir seit letztes Jahr auch nicht mehr, und all die Challenges wo man angeben muss was man für ein Leseziel hat, hab ich nicht mehr gemacht, weil ich mir so immer viel zu vil Druck gemacht habe und am Schluss frustriert war wenn ich das Ziel nicht erreicht habe. So sehe ich das auch: Bei manchen frage ich mich echt wie viel da noch hängenbleiben kann die über 100 Bücher lesen im Jahr. Das ist doch nur noch ein konsumieren und hat mit dem achtsamen Lesen nichts mehr zu tun. Wa ich eben schade finde. Dem Autogegenüber und dem Buch.

    Ich wünsch dir ein tolles Jahr und ganz tolle Bücher, ich bin gespannt was uns so erwartet auf deinem Blog im neuen Jahr.

    Liebe Grüsse
    Alexandra

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    1. Druck hilft halt auch nicht, lähmt auch nur. Also von daher. Und ich bin zu "alt" für diese Lesemarathon :D

      Hm... gute Frage. Alles über 600 Seiten? Ich glaub, da hab ich keinen festen Wert. Aber ich glaub, die Zahl trifft es so ungefähr.

      Ich muss mich da auch erst noch ein wenig damit anfreunden. Aber vielleicht bin ich dann Hörbuchfan!

      Ob es wirklich ein konsumieren ist, hängt glaub ich vom Leser ab. Es gibt Vielleser, die sich trotzdem sehr reflektiv mit der Literatur auseinandersetzen, aber ja, ich glaube, je schneller man durchmarschiert, desto weniger beschäftigt man sich tatsächlich mit dem Roman selbst.

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    2. Lesemarathon, oh ja die gab a auch noch *gg* Die hab ich total verdrängt.

      Okay, so seh ich das auch mit den Wälzern. 600 kommt doch schon ganz gut hin würd ich sagen ;)

      Ich wünsch dir auf alle Fälle viel Spass mit dem Hörbuch, und bin gespannt wie du es findest. Und ja, wer weiss .... vielleicht ist es ja dann dein Ding *g* Warum auch nicht, gibt viele die sie Lieben.

      Klar ist mir bewusst das die meisten mehr lesen, also quantitativ, als ich. Das kommt halt davon das sie doppelt so schnell lesen können, also geh ich bei einem Vielleser davon aus das er schnell mal an die 50 oder auch 100 Bücher lesen kann. Doch wer mehr liest, da bin ich ziemlich überzeugt das es echt nur noch ein abarbeiten, ein konsumieren ist. Wie du sagst, wie will man sich so mit dem Stoff noch auseinandersetzen wenn man so schnell durch ein buch flutscht? Was bleibt da hängen, oder die Frage ist, auch wie lange. Ich kann mich noch an Bücher erinnern und deren Inhalt und auch Atmosphäre die ich vor 6, 10 oder ich mehr Jahre gelesen habe. Sicher, auch bei mir bleiben nicht alle Bücher solo lange im Gedächtnis aber doch sehr lange!

      Liebe Grüsse und einen schönen Tag!
      Alexandra

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  3. Ich muss sagen, ich bin vielleicht keine Vielleserin, aber deshalb liebe ich es nicht weniger. Im Monat "schaffe" ich meistens so um die zwei Bücher, was für mache fast nicht wäre. Leider komme ich über das "abends im Bett mal eben zehn Seiten" meistens nicht hinaus, auch wenn ich versuche, Lesestunden einzubauen. Ich bin jetzt neu in der Bloggerszene, und mir ist schnell aufgefallen, dass es den meisten doch nur um Quantität geht. Manche Blogger lesen so alle zwei Tage ein Buch und schreiben dann am Ende des Jahres etwas von "Oh, nur 70 Bücher geschafft". Dem möchte ich mich auf gar keinen Fall anschließen. Manchmal ist das "abends im Bett lesen" eben doch die perfekte Menge und genau das Richtige um zu entspannen.

    Hörbücher liebe ich ebenfalls, wenn auch nicht ganz so sehr wie die gedruckten Seiten. Für mich ist häkeln zum Beispiel die perfekte Beschäftigung, da kann man arbeiten und zuhören zugleich. Hörbücher sind für mich deshalb so schön, weil man später auch noch das Gefühl hat, auf kreativer Ebene etwas geschafft zu haben. Ich bin außerdem noch eine begeisterte Zeichnerin. Zuhören und Augen zu machen ist jedenfalls überhaupt nicht mein Ding, da schweifen die Gedanken gerne einmal ab und schon bald bemerkt man, das man der Geschichte schon seit einer halben Stunde nicht mehr folgt.

    Deine Vorsätze hören sich jedenfalls gut an, auch wenn mein Kommentar vielleicht etwas spät kommt. Und deine Seite gefällt mir auch super.

    Liebe Stöbergrüße

    Lili von https://lilibookworm.wordpress.com/

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